Die Fremdenlegion – la Légion étrangère

Zum besseren Verständnis für das Buch „Leben unter fremder Flagge.“

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… die Offiziere der Legion legen heute Akzente. Der Legionär soll gerne Soldat, muss von seinem Handeln überzeugt sein. Diese willige, moderne Legion ist dieser Tage ständig in Opérations extérieures (OPEX – Auslandseinsätze) verstrickt. Der Rhythmus der Kampfregimenter ist infernalisch. In diesem Zusammenhang ist es von hoher Bedeutung, dass etwa 85 Prozent aller Legionäre sowie auch viele Kader nicht verheiratet sind. Die Einsatzbereitschaft ist daher außergewöhnlich. Zwei, drei oder vier Mal hintereinander und ohne eine nennenswerte Pause einzulegen, von einem Einsatz zum Nächsten überzugehen, wie mir oft widerfahren, ist Normalität. So zum Beispiel verbrachte ich im Jahr 1995 neun Monate lang mit nur einer unwesentlichen Unterbrechung von knapp zwei Wochen in der Ausbildung und im Einsatz zunächst in der Zentralafrikanischen Republik und im Anschluss in Gabun. Das stellte keinen Einzelfall dar, sondern eher schon die Regel. Unternehmen wir einen Spaziergang durch die verschiedenen Waffengattungen der Fremdenlegion, so stellen wir fest, dass dieses Korps in jeder Hinsicht komplett ist. Die Rekruten haben die Wahl zwischen Fallschirmjäger, Panzersoldat, Sturm- Gebirgs- und Brückenpionier, oder Infanterist. Sonderausbildungen folgen in der Regel in den Stammeinheiten, in denen sich jeder Einzelne, seinen persönlichen Neigungen oder den Anforderungen des Korps nach, spezialisieren kann. Koch, Scharfschütze, Sekretär, Schreiner, Kampfschwimmer, Krankenpfleger, Saboteur, Musiker, Kommando-Soldat, Fahrer, Gebirgsjäger, etc. Die Liste lässt sich unendlich fortführen.

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Eines sind sie alle, egal ob Pionier oder Fallschirmjäger, ob Koch oder Kampfschimmer: Hervorragende Kämpfer! Blutrünstige, hirnlose Killer? Mit absoluter Sicherheit nicht! Der positive Zukunftstrend der Legion lässt sich nicht aufhalten. Um sich ein Bild über dieses Korps zu machen und um die folgenden Erzählungen über mein Leben und meine Einsätze mit der Legion zu verstehen, sollte man, wenn auch nur in groben Zügen, die Tradition und die Vergangenheit der Légion étrangère kennen. Ein kurzer Überblick findet sich diesbezüglich im Anhang.

Das Buch erscheint Ende September, Anfang Oktober (Print) und als eBook (Self-Publishing).

Frankreichs fremde Söhne?

Auszug aus dem Vorwort des Autors zu dem Buch

„Leben unter fremder Flagge“

 

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Die Legion einst und heute

Von ihrer Geburtsstunde unmittelbar vor Beginn des zweiten Kaiserreichs, dem Second Empire, hin zur Eroberung Algeriens, bis zum Tode des Sergent-chef Vormezeele „Killed in action“, in einem mit hochmodernen Mitteln und großartig angewandter Taktik in Mali geführten Guerillakrieg, hat die Legion nie aufgehört, Männer aller Rassen, aller Religionen und aller Nationalitäten aufzunehmen. Dazwischen liegen nahezu zwei Jahrhunderte. Zu jeder Zeit befanden sich Künstler, Ärzte, Architekten unter den Freiwilligen, aber auch Prinzen, Proletarier, Schriftsteller und Bettler. Oder Intellektuelle. So zum Beispiel riefen ausländische Gelehrte am 29. Juli 1914, einen Tag nach der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien und kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, zu einer Mobilisierung auf. Sie forderten alle schaffenden Künstler, die, woanders geboren aber in Frankreich beheimatet, auf, die Waffen zu ergreifen. Zahlreiche Studenten, Arbeiter und Intellektuelle fühlten sich angesprochen. Eine Woche darauf meldeten sich an den Rekrutierungsstellen der Légion étrangère knapp 8000 Männer. Sie waren entschlossen für ihre Wahlheimat Frankreich zu kämpfen. Der französischsprachige Schweizer Schriftsteller und Abenteurer Blaise Cendrars (die fabelhafte Geschichte des Generals Johann August Suter), war einer von ihnen. Auch der US-amerikanische Poet und  Dichter Alan Seeger (Poems – I Have a Rendezvous with Death), folgte dem Aufruf. Seeger fand den Heldentod, Cendrars ließ seinen Arm, schaffte es mit Mühe und Not, dem Stahlgewitter zu entkommen. Noch heute spricht die Legion faszinierende und interessante Männer an. Auch Solche, die nicht wissen, dass sie es sind. Die Tatsache, sich freiwillig in der Legion zu melden, drängt einen Mann gegen seinen Willen in diese Gattung. Drängt ihn in die Ecke derer, die das Außergewöhnliche suchen und das Herkömmliche schlichtweg ablehnen. Über die letzten 185 Jahre hinweg, zurückblickend auf zwei Weltkriege, den Indochinakrieg und über alle dazwischen liegenden kolonialen Kriege (wollen wir Afghanistan nicht vergessen), war die Légion étrangère eine Referenz für die zweite und oftmals letzte Chance im Leben eines Mannes. Dieser Logik der Zweiten Chance konnte und wollte auch ich mich nicht entziehen.

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Solidarität unter Waffenbrüdern. Fallschirmjäger der Legion bei der Ausbildung in französisch Guyana / Südamerika

Was ich erlebte, war erstaunlich. Seit meinem Austritt aus der Legion beobachte ich hautnah die Entwicklung dieses Eliteverbandes und was ich sehe, erfüllt mich mit Zuversicht. Europa durchlebt besondere „geschichtliche Momente“, und wie ein Pierre Mille bin ich bereit, zu glauben, dass bald die Zeit kommen wird, in der Europas Soldaten europäische Werte innerhalb unserer ländlichen und europäischen Grenzen verteidigen müssen, denn: Obwohl sich noch kein Lüftchen regt, stehen die Zeiten auf Sturm! Besäße jede Nation ihre Légion étrangère, so wäre das, wenn schon kein Garant für immerwährenden Frieden, so aber eine immense, siehe unüberwindbare Herausforderung für alle fremden Regierungen, die einen Frieden nicht wollen. Es ist Fakt, dass die 7800 Mann starke Fremdenlegion zum heutigen Standpunkt (Anno 2016), den besten Kampfverband auf die Beine stellt, den es weltweit gibt. In der Tat ist die Legion eine lebende Legende mit Drang nicht nur zur Front, sondern auch hin zur Moderne, zur Innovation und zu originellen Kampftechniken. Wenn man Papier Glauben schenken darf, dürfte sich die Legion in nichts vom Régime général des französischen Heeres unterscheiden. Doch schaut man auf ihre Erfolge, wird im Handumdrehen klar: Die Légion étrangère ist kein gewöhnliches Korps!

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 Scharfer Einsatz! Legionäre der ersten Kompanie des 2. REP während der Operation Licorne, Dezember 2002 in der Elfenbeinküste. Im Bild der leichte Mörser LLR.

Der Status der Legion ist unantastbar, ihre Existenz drückt mehr denn je den französischen Willen aus, über eine Truppe zu verfügen, die Vertrauen einflößt und die für Frankreich (wie auch für Europa) sogar die glühendsten Kohlen aus dem Feuer holt, ohne dass eine französische Mutter um ihren Sohn weinen müsste. Jährlich melden sich etwa 8000 Kandidaten, nur jeder Achte wird genommen. Die Legion wählt illustre, für den Einsatz hochbegabte Soldaten aus. Was diese Rekruten und späteren Legionäre, unter Vertrag und unter fremder Flagge kämpfend, auszeichnet? Es ist an erster Stelle die körperliche Robustheit. Des Weiteren sind sie über die Maßen hinaus mental belastbar, weil sie den Schritt in die Legion von sich aus gewählt haben. Freiwillig sein, diese zwei Wörter sind von Relevanz: Vom Willen beseelt! In der Tat schöpfen die Legionäre aus dieser mentalen Stärke ihre Motivation. Korpsgeist und Disziplin werden ihnen im Alltag und im Einsatz eingehaucht, dafür sorgt der Rahmen schon, dafür sorgt die Legion. Dieser Prozess, die Disziplin vorneweg, kommt niemals schleichend. Er ist brutal, weil oft im Feuer der Realität erworben. Und die Légionnaires sind gerüstet mit grenzenloser Dankbarkeit. Dankgefühl ist eine Waffe, die man nicht unterschätzen darf, denn in ihrem Schatten lauert die schrankenlose Loyalität. Im Rahmen der Recherchen für mein Buch „Die Legion 2. B.E.P: Die Fallschirmjäger im Indochina-Krieg“ unternahm ich im November 2010 eine Gewalttour. Ich verbrachte zahlreiche Stunden damit, mich durch Militärarchive zu wühlen. Ich verabredete mich mit Veteranen, mit Zeitzeugen der Indochina- Epoche. Ihre Geschichten glichen einer atemlosen Berg und Talfahrt. Heute, mit etwas Abstand, mich an meine eigene Zeit in der Legion (1985 – 2002) erinnernd, fällt es mir leichter, Vergleiche zwischen einst und jetzt zu ziehen. Ich verstand mit einem Mal, was in den Köpfen der Anciens (Ehemaligen) heute vorgeht. Und mir gelang es, nachzuvollziehen, was sie angetrieben hatte weitab der Heimat einen menschenverachtenden, blutigen und an Dramatik nicht zu überbietenden Krieg zu führen. Der Legionär 2016 ist dem Krieger der Reisfelder Indochinas von 1954 ähnlich. Mehr noch: Beide sind vom Ansatz her identisch. Identisch, weil dieselben Werte, Traditionen, Abläufe und der Esprit Legion von einer Generation an die nächste übermittelt wurden. Ein Unterschied besteht. Einmal die Erfahrungen der Anciens analysiert, erfolgt eine Auswahl à la „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen.“ Für „Nicht Gut“ Befundenes wird herausgefiltert und fällt durch das Raster. Das Positive wird übernommen und weitergegeben. Nicht zuletzt führt dieser stetige Prozess dazu, dass der Legionär von heute nicht nur von der Erfahrung einer ganzen Kriegergeneration profitieren kann, sondern die in der Vergangenheit begangenen Fehler vermeidet. Auch zieht er kritischer in seine Einsätze, würde, wenn überhaupt, dann nur im absolutem Ausnahmefall Befehle ausführen, die Straftaten beinhalten, gegen Menschenrechte verstoßen oder die, in der Tat, abscheulich sind. Von ihrer Anzahl her fallen die heutigen Einsätze nicht knapper aus, nur hat sich ihr Charakter verändert. Sie gleichen Nadelstichen reaktionsschneller Einheiten, werden mobil, kompakt, blitzschnell geführt. Des Weiteren geht man in diesen Einsätzen ans absolute Limit, überschreitet es, wann immer es von Vorteil ist, wann immer es der Sache dient. Als Beispiel nenne ich gerne den Einsatzsprung über Timbuktu im Jahr 2013. Die am Sprung beteiligten Fallschirmjäger der Legion führten Lastensäcke mit sich, die, den Vorschriften nach, viel zu schwer waren. Sich aber über die Vorschriften hinwegzusetzen, hieß, mehr Munition, mehr Effizienz, mehr Aussicht auf Erfolg! Kaum zur Sprungtür hinaus zogen die Legionäre nebst Haupt- auch sofort den Reserveschirm. Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme, weil eben das Gepäck zu schwer wog. Diese Prozedur war nicht nur verboten, sondern auch im höchsten Maße riskant. Die Risiken? Das Duo Mann Schirm gerät ins Trudeln und der Reserveschirm wickelt sich, Pech hinzukommend, um den Hauptschirm. Der Krieger schmiert ab und findet seinen Platz in der Walhalla. Aber mit Blick auf das Resultat war es das einzig richtige Verhalten. Das situationsgerechte Anwenden solcher Feinheiten, wenn auch unkonventionell, setzte sich über den gesamten Einsatz bis zum Endkampf gegen al-Qaida im islamischen Maghreb (AQIM), im Adrargebirge hin fort. Beispiele in denen Kompaniechefs (oder Zugführer) der Legion ihren Blick ausschließlich auf den Erfolg richteten und aus jahrelanger Erfahrung heraus „nicht regelkonforme“ Befehle erteilten, gab es immer. Auch zu meiner Zeit. Insofern heiligte der Zweck hie und da die Mittel, wobei Recht und Moral nie wirklich infrage gestellt wurden. Im Gegensatz zu anderen Armeen vergisst die Legion vor, während und nach den Einsätzen nie, dass der Mann im Soldaten, der Mensch hinter der Kampfuniform zählt. Sie stählt daher dessen Körper, schärft seinen Geist, seinen Willen und seinen Sinn für Solidarität ….

Das Buch erscheint Ende September, Anfang Oktober (Print) und als eBook (Self-Publishing).

Leben unter fremder Flagge

„Das Vertrauen das Frankreich und die Welt in uns setzte, haben wir erfüllt!“ (Thomas Gast über seine Einsätze mit der Fremdenlegion). In den Monaten Mai und Juni des Jahres 1997 nimmt Thomas Gast, Zugführer im berüchtigten Fallschirmjägerregiment der Fremdenlegion, an der famosen Opération Pélican im Kongo teil. Im Laufe seiner siebzehn Jahre Dienstzeit in der Legion, war der Autor Akteur und Zeitzeuge nicht nur vieler Einsätze und Operationen in der Epoche zwischen 1987 und 2002, sondern er spürte und verfolgte auch hautnah alle dramatischen Veränderungen, denen dieses Elitekorps unterlegen war. Der vorliegende Bericht führt den Leser vom dunkelsten Dschungel Guyanas hin zur schier endlosen Savanne der Zentralafrikanischen Republik, von der Wüste Tschads zu den Kriegswirren auf dem Balkan in den Jahren 1992 -1993. Ob die geballte Aktion der Sturmtruppen oder das rücksichtsvolle, humane Engagement, eine Erkenntnis blieb, und bleibt bestehen: Die Legende Legion ist immer noch intakt.

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Europa durchlebt besondere „geschichtliche Momente“, und wie ein Pierre Mille (französischer Schriftsteller und Journalist), ist der Autor bereit, zu glauben, dass bald die Zeit kommen wird, in der Europas Soldaten europäische Werte innerhalb der ländlichen und europäischen Grenzen verteidigen müssen, denn: Obwohl sich noch kein Lüftchen regt, stehen die Zeiten auf Sturm! Besäße jede Nation ihre Légion étrangère, so wäre das, wenn schon kein Garant für immerwährenden Frieden, so aber eine immense, siehe unüberwindbare Herausforderung für alle fremden Regierungen, die einen Frieden nicht wollen, (Thomas Gast).

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Bei diesem Buch handelt es sich um die erweiterte Ausgabe des viel gelesenen Erstlingswerks „Die Legion: Mit dem 2e Rep in den Krisenherden dieser Erde“, gebundene Ausgabe – 26. Februar 2010. Am besten lässt es sich durch eine der zahlreichen Rezensionen beschreiben: Thomas Gast vermittelt Einblicke in das unverfälschte Legionsleben. Es gibt keine Erfahrung aus zweiter Hand, und so erhaschen wir interessierte Leser (mit oder ohne entsprechende militärische Vorbildung) bestenfalls prägnante Annäherungen an einen Typus von Soldat, welcher in der heutigen krisengebeutelten Welt seinesgleichen sucht. Ohne selbst diesen Dienst geleistet zu haben wird naturgemäß eine ehrfürchtige Distanz zwischen Leser und Autor bleiben. Endlose Ausbildungszyklen formen einen hoch spezialisierten Profi dessen Überlebenschancen trotz zahlreicher Einsätze in den heißesten Brennpunkten der Erde höher scheinen als die, anderer Armeen. Eindringlich und mit minutiösem Detailwissen ausgestattet schildert Thomas Gast seine 17-jährige Dienstzeit in der Fremdenlegion. Er berichtet nüchtern, abgeklärt, ohne die meist üblichen Glorifizierungen und Mythenbildungen, aber stets voller Stolz auf das Erreichte und mit gebührender Dankbarkeit an die Grande Famille de la Légion, ohne sich je mit fremden Federn zu schmücken. Es sind die knappen, leisen und beinahe versteckten Randnotizen, die unter die Haut gehen. In Guyana wurde der junge Legionär „sehniger“ (unaussprechliche Strapazen kann man nicht in Worte fassen). Fast beiläufig verzeichnet er einen Hauch von Verweichlichung und Rückgang in der traditionellen Härte, als mehr und mehr Freiwillige aus Osteuropa in die Legion drängen und die über Jahrzehnte gewachsene Atmosphäre von Abenteuerlust und (man verzeihe mir den Begriff) Landsknechtsromantik ignorieren, ja den echten Geist der Legion nicht mehr so recht atmen, obgleich im Fazit die Schlagkraft und Einsatzbereitschaft dieser Eliteeinheit keinen Schaden nehmen. Generationenwechsel finden nun einmal überall statt und die Legion ist beileibe keine Ausnahme.

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Die Seele des Legionärslebens mag eine gewisse Konstante darstellen, jedoch lässt sich der Dienst/Einsatz eines Ingo Bude (CPL, 1959-1971) nicht eins zu eins mit dem eines 2011 irgendwo in Afrika kämpfenden Angehörigen der Fremdenlegion vergleichen. Und Thomas Gast versucht dies auch gar nicht erst. Erst gegen Ende des Buches erkennt der Leser, dass der Autor immens viel Glück hatte (und dies mehr als einmal), viele Kameraden und Wegstreiter hingegen ihr Leben gelassen haben. Diese Feststellung bedarf keiner sensationsheischenden Beschreibungen. Thomas Gast weiß das und umso härter trifft diese Erkenntnis beim Leser auf. Ein durch und durch gelungener Lebensbericht eines sympathischen Veteranen; sympathisch, weil das Menschliche stets aus den Zeilen spricht, mit allen Fehlern und Verfehlungen, „Toutes les Folies“ und was uns alle sonst noch ausmacht. Hier schafft es der Autor, die Distanz zum Leser deutlich zu überbrücken. Um mit den Worten von Henry David Thoreau zu sprechen: „Ich zog in die Wälder, weil ich bewusst leben, mich nur mit den wesentlichen Dingen des Lebens auseinandersetzen und zusehen wollte, ob ich das nicht lernen konnte, was es mich zu lehren hatte, um nicht auf dem Sterbebett einsehen zu müssen, dass ich nicht gelebt hatte. Ich wollte nicht das leben, was kein Leben war, denn das Leben ist so kostbar, noch wollte ich Entsagen üben, wenn es nicht unumgänglich nötig war. Ich wollte tief leben, alles Mark des Lebens aussaugen und so standhaft und spartanisch leben, um alles, was nicht Leben war, davonzujagen.“ Von Robert Hrdina am 20. September 2011

Nota Bene: Das Buch erscheint Ende September, Anfang Oktober bei Epee Edition (Print) und als eBook (Self-Publishing).

KOLWESI / Zaire. Einsatz der Fremdenlegion in Afrika …

Aus …“Die Fallschirmjäger der Fremdenlegion: Einsätze und Operationen in Afrika von 1965 bis 2015″ Kindle Edition und Buch

VORWORT – Der blaue Sack und der Hauptmann

Von der Operation Leopard hatte ich natürlich gehört. Nicht zuletzt von Capitaine Hessler, dem ich bereits im Jahr 1985 in Castelnaudary begegnete. Im Ausbildungsregiment am Canal du Midi war er damals mein Kompaniechef, da waren die wilden Zeiten für ihn schon längst vorbei. Er schwärmte aber immer noch von Afrika. Und von seinem heißesten Einsatz dort. Von Kolwesi! Hessler war 1978 Kompaniefeldwebel und Führer des Kompanietrupps der dritten Kompanie gewesen, und als solcher hatte er die Operation Leopard von A bis Z mitgemacht. Kriegserfahrung, die brachte er gleich mit. Auf seiner langen Liste der Einsätze standen sowohl der Algerienkrieg als auch der Einsatz im Tschad 1969. Er war ein unbelehrbarer Draufgänger, und auch deshalb sahen seine Legionäre zu ihm auf, als wäre er eine Art Gott. Er, der Capitaine, der aussah wie eine Bulldogge, war es, der mir zum ersten Mal ganz ausführlich vom unmöglichen Auftrag der „Mission Impossible“ im fernen Katanga erzählte. Die Konstellation hier ein junger Legionär, dort ein alter Hase, der bereits Kriegserfahrung hatte und der auch herausragende Führerqualitäten besaß, war schon seltsam. »Sie sind«, so sagte ich damals zu ihm, »ein Mann, dem ich stundenlang zuhören könnte.« Er lachte, setzte einen undefinierbaren Blick auf, sah zum Fenster raus und entgegnete: »Helden sitzen in Calvi, nicht hier!«

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Capitaine HESSLER ! Eine Figur in der Fremdenlegion. Wir schreiben das Jahr 1985. Hier steht er am Pont du Gard und überreicht mir in Kürze mein Képi Blanc

Die Nostalgie hatte den alten Kämpfer voll im Griff. »Lass uns laufen gehen«, sagte er. Ich vermute, es war, um sich abzulenken. Im Kampfanzug und mit einem leichten Rucksack, elf Kilo waren weder ihm noch mir zu schwer, zogen wir los, machten die acht Kilometer in zweiundvierzig Minuten, ohne ein Wort zu verlieren. An einem Sonntag wohlgemerkt: Der blaue Sack mit dem Capitaine, beide den Kopf voll mit Kolwesi, jeder auf seine Art! Als ich dann 1988, also genau zehn Jahre nach Kolwesi und ein Jahr nach meinem Eintritt in die Familie der Fallschirmjäger der Legion, dem damaligen Regimentskommandeur der Paras persönlich gegenüberstand, wusste ich sofort, dass auch dieser Mann ein grand meneur d’hommes war.

Ein Mann also, dem seine Männer überallhin folgten. Was er an sich hatte? Überzeugungskraft? Ein innerer Magnet? Eine besondere Ausstrahlung? Ich weiß es nicht, von jedem einen Schuss, vermute ich! Jedenfalls war es etwas, das man in keiner Schule lernen oder sich dort aneignen konnte. Es genügten zehn Sekunden Musterung meinerseits, um zum Schluss zu kommen, dass ich es hier wieder mit einem Legions-Offizier zu tun hatte, der sich nicht zu schade war, mit seinen Soldaten aus demselben Blechnapf zu trinken. Und das, ohne selbst auch nur ein Quäntchen an Ansehen und Respekt zu verlieren. Mein Gespür täuschte mich nicht. Oberst Coevoet blieb nicht etwa hinter seinem Schreibtisch sitzen, sondern er erhob sich, nachdem ich zunächst der Regimentsfahne links von ihm und dann ihm selbst salutiert hatte. Schlaksig, wie er war, lief er mir auf halbem Wege entgegen, schüttelte mir energisch die Hand und befahl mir, mich zu rühren. Ich war für den Unteroffizierslehrgang vorgeschlagen.

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Im legendären Camp Raffalli … kurz vor meiner Kommandierung ins 4. RE zum Unteroffizierslehrgang

Diese Kandidaten wollte sich der chef de corps schon ganz genau anschauen, bevor sie elf Monate lang einen harten Ausbildungszyklus in Frankreich hinter sich brachten und sich im vierten Ausbildungsregiment Lorbeeren verdienten oder Schmach streuten. Damals ahnte ich noch nicht, dass ich den Colonel dreiundzwanzig Jahre später, er war inzwischen pensioniert, ich Rentner im kühlen Deutschland, in einem persönlichen Gespräch am anderen Ende der Leitung haben würde. Seine Stimme knallte wie eine Peitsche, als er mir 2011 von Kolwesi, und darum drehte sich unser Gespräch hauptsächlich, erzählte. Ich war damals bereits Autor und wollte immer schon über die Operation Leopard schreiben. Seine Unterstützung war für mich Gold wert, immerhin war er als „chef operations“ maßgeblich am Einsatz in Zaire beteiligt gewesen. Er erzählte mir viel und schickte mir eine Woche später sogar einige Bilder sowie eine DVD zu. In Kolwesi – Chronique d’une prise d’otages beschrieben Augenzeugen, hauptsächlich Belgier, aber auch einige Franzosen die Operation aus ihrer Sicht. Der Film ist eine einzigartige Dokumentation, die bezüglich der Operation Leopard kaum Fragen offenlässt.

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Colonel Coevoet: Eine Schlüsselfigur bei der Schlacht um Kolwesi

Oberst Coevoet kommt darin gleich mehrmals zu Wort. Die Sprache, die er wählte, um die weltweit gelungenste Militäroperation der letzten 50 Jahre zu beschreiben, war bescheiden. Er prahlte nicht mit seinen Taten, seinen Stolz aber, den sah man ihm schon an. Und stolz konnten die Paras Legion auch sein, als sie nach dreieinhalb Wochen Nonstop- Einsatz in Zaire am 15. Juni 1978 in ihre Garnison nach Calvi zurückkehrten. Ich kann mich weiterhin gut an die Jahre ab 1995 erinnern. Ich war Zugführer in der ersten Kompanie. Wenn ich Camp Raffalli abends verließ, führte mein Weg am Service General vorbei. Fast immer war die Tür zum Büro offen, und darin saß Adjudant-chef Sauteur und wachte beflissen über den Dienstbetrieb. Sauteur war ein Kolwesi-Kämpfer. Wie eine Reliquie aus einer alten Zeit kam er mir damals vor, aber eine, die so wichtig war für das Regiment. Er, Kasernenfeldwebel seines Zeichens, war die Erinnerung, er war das Glied des Paras von einst zum Para von heute. Er hatte einen placard (Ordensspange), der ihm bis zum Nabel reichte, war dabei aber weder hochmütig, noch sah er von oben auf die jungen Soldaten herab.

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CAMP RAFFALLI …. die Hochburg der Fallschirmjäger der Legion. Blick aus einem Fenster der ersten Kompanie. Die Erste ist spezialisiert im Nachtkampf sowie im Orts- und Häuserkampf.

Zwischen dem Service General und dem Ausgang zum Camp stand rechts das Museum. Darin schwebte ein Hauch von Kerosin der laufenden Maschinen, darin wehte der Wind von Shaba! Hier eine Beutewaffe, dort ein Barett der „Tiger“, etwas weiter die Uniform der Paras Legion von einst. Ein löchriges, vergilbtes Dokument unter Glas hier, ein kaputtgeschossenes Zielfernrohr dort, ein zur Hälfte verbranntes Bild des Leopardenmannes Mobutu etwas weiter. Alle schienen nur ein Wort zu flüstern: Kolwesi! In der Eintrittshalle zur Offiziers-Unteroffiziersmesse CMSO – S/C DANIEL hing ein großes Foto von Sergent-chef Daniel an der Wand aus groben, roten Ziegelsteinen. Ich lief jeden Tag zwei- oder dreimal daran vorbei, während sein unergründlicher Blick, blass und ausdruckslos, mir jedes Mal folgte. Daniel war einer von den fünf Paras Legion „killed in action“. Kolwesi war also überall, ich wurde täglich daran erinnert! Nicht zuletzt auch deshalb, weil zwanzig Jahre nach der Operation Leopard noch vierzehn Männer, die daran teilgenommen hatten, aktiv im Regiment tätig waren. Und ob es nun ein Puga, ein Saulinier, ein Morozin, ein Loew, ein Boulaabi, ein Sabljic, ein Chabrol, ein Sauteur, ein Courvoisier, ein Florek oder ein Rosales waren (einige Namen sind mir entschwunden), eines hatten sie alle gemeinsam. Sie haben, gewollt oder ungewollt, ein Stück großartiger Regimentsgeschichte geschrieben.

 Kolwesi, Operation Leopard

Légionnaires, vous êtes soldats pour mourir. Je vous envoie là où l’on meurt!  Legionäre, ihr seid Soldaten geworden, um zu sterben. Ich schicke euch dorthin, wo man stirbt! General François Oscar de Négrier. (1839 – 1913)

Die Umstände, die zur Geiselnahme in Kolwesi führten, konnte man zwar mit wenigen Sätzen erklären, die Problematik und die Verstrickungen der verschiedenen Parteien der Vorgeschichte aber reichen bis tief bis in die Anfänge belgischer Kolonisierung zurück. Und wie anfangs schon erwähnt, drehte sich alles stets um Ausbeutung, um Macht und um die schier unermesslichen Bodenschätze der Provinz Katanga, auch Shaba genannt. Seit der Dekolonisierung von Belgisch-Kongo wurde das Land am großen Fluss ständig von heftigen Rebellionen erschüttert. Alles hatte in den 60er Jahren mit der Abspaltung Katangas unter Moishe Tshombe begonnen. Dieser hatte mit Unterstützung westlicher Geheimdienste in einer unilateralen Erklärung die Unabhängigkeit der Provinz von der Demokratischen Republik Kongo proklamiert. Unterstützt wurde diese Sezession von „Europäern“, allen voran von der „Union Minière du Haut Katanga“, einer einflussreichen Bergwerksgesellschaft, die zu den weltgrößten Kupfer-Produzenten zählte. Von den UN-Truppen jedoch zerschlagen und angeführt von den Söldnerführern „Black Jack“ (Jean Schramme) und Bob Denard (Gilbert Bourgeaud), schlugen sich die Rebellen Tschombés kämpfend über die Grenze nach Angola durch. Tschombé floh ins Exil, wurde jedoch 1964 zurück ins Land beordert. Es muss für die deutsche Politik ein Schlag ins Gesicht gewesen sein, wenn man bedenkt, dass Joseph Kasavubu, der erste Präsident Kongos, Tschombé zum Ministerpräsidenten machte. Einen Ministerpräsidenten, der einst mit Heinrich Lübke am Verhandlungstisch saß. Warum? Ich erzähle sicher nichts Neues, wenn ich schreibe, dass es Moishe Tschombé war, der, mit dem Wissen der Belgier und der Amerikaner, 1961 die Hinrichtung seines Vorgängers Patrice Lumumba angeordnet hatte. Lumumba war wohl einer der leidenschaftlichsten Kritiker der kolonialen Unterdrückung Afrikas. Es war ein feiger Mord, aber das nur am Rande. 1978 kehrten die Katanga-Gendarmen zurück. Die Shaba-Invasion begann. Von Kuba und der UdSSR unterstützt schien es, als hätten sie gleich mehrere Ziele. Katanga zurückerobern, Mobutu destabilisieren, die Clans gegeneinander ausspielen und einen ökonomischen Krieg beginnen. Dank seiner Elite-Division „Kamanyola“ (so hieß übrigens auch Mobutus Hausboot) und einem marokkanischen Expeditionscorps gelang es Mobutu, den Aufruhr zunächst niederzuschlagen und die Katanga-Gendarmen in Schach zu halten. Diese jedoch, Nathanael M’Bumba an ihrer Spitze, wollten Lubumbashi um jeden Preis einnehmen, und Kolwesi und die Gécamines, beide Symbole des belgischen Kolonialismus, lagen nun mal genau auf dem Weg dorthin. Kolwesi zu stürmen bedeutete, einen Dolch mitten ins Herz Mobutus zu stoßen. Wie ein Schwarm wild gewordener Mörderbienen fielen die Katanga-Gendarmen, wegen ihrer Badges auf der Uniform auch „Tiger“ genannt, über die Stadt her, denn genau deshalb waren sie gekommen: Um zu töten! Und so nahmen die Ereignisse ihren Lauf. Das, was in den Geschichtsbüchern unter dem Begriff „Schlacht um Kolwesi“ zu finden ist, war ein Blitzkrieg. Die Schnelligkeit und die Effizienz, mit denen die Fallschirmjäger der Legion diese Operation durchführten, lassen die Militärwelt heute noch sprachlos.

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Korsika -Solenzara. Luftwaffenbasis 126 –  Links im Bild Colonel Erulin, rechts General Jeannou Lacaze.

Chronologie der „Mission Impossible”

Um 15 Uhr 42 am 19. Mai 1978, vertikal über der Stadt Kolwesi und 6000 Kilometer von Frankreich entfernt, erscheinen plötzlich vierhundert Fallschirme am bleiernen afrikanischen Himmel. Die Operation Leopard hatte begonnen.

Kolwesi, 13. Mai 1978 – Samstag, sehr früh am Morgen

Valérie, ein quirliges Mädchen mit langen, dunklen Zöpfen, hielt in ihrem Spiel inne und hob irritiert den Kopf. Sie hatte Schüsse gehört.

»Papa!«

Ihr Vater war sofort an ihrer Seite. Der fünfzigjährige Belgier arbeitete seit sechs Jahren für Gécamines. Vor ein paar Monaten erst hatte er seine Frau, seinen Sohn und seine Tochter nachgeholt. Nun blickte er voller Sorge in die Richtung, in der er den Flughafen vermutete. Auch er hatte Schüsse und Explosionen gehört. Wieder bellte eine Kanone. Viel näher dieses Mal! Motorengeräusche wurden plötzlich laut. Als eine Kolonne LKWs vorbeipreschte, zuckte der Belgier nervös zusammen. Das letzte Fahrzeug kam mit quietschenden Bremsen vor dem Haus zum Stehen. Dann wurde es still. Einige Sekunden darauf erschienen schwarze Soldaten in gestreiften Tarnanzügen. Sie waren jung, kaum älter als sechzehn oder siebzehn. Bis an die Zähne bewaffnet, sahen sie zu ihm herüber. Sie grinsten, als sie das Mädchen sahen, und schlenderten mit langsamen Schritten auf die Einfahrt zu.

»Geh sofort ins Haus, Valérie! Versteck dich im Keller und mach schnell.«

Der Mann wirbelte herum und folgte seiner Tochter ins Innere der Villa. Dort angekommen schloss er die Tür, schob beide Riegel vor und betete darum, dass seine Frau und sein Sohn nicht just in diesem Augenblick nachhause kommen würden. Überall in der Stadt spielten sich ähnliche Szenen ab. Vom Flughafen her waren an diesem Tag noch mehr, sehr heftige Detonationen zu hören. Es war Krieg. Unter den Bedrohten befanden sich knapp 2000 Europäer. Hauptsächlich waren es Belgier, Mitarbeiter der Firma Gécamines, etwa vierhundert Franzosen, aber auch Amerikaner, Italiener, Griechen und Libanesen. Gécamines stand für Générale des Carrières et des Mines. Ganz Kolwesi schien damals für dieses gut florierende Bergbauunternehmen zu arbeiten, das hauptsächlich Kupfer und Kobalt abbaute.

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Er sprang als erster mit ab: Der Militärpfarrer der Paras, Yannick Lallemand (oben rechts im Bild), hatte mit dem Beschuss der Fallschirmjäger am Schirm gerechnet, denn er kannte die Afrikaner, kannte ihre Mentalität, ihre guten, aber auch die schlechten Seiten. Zehn Jahre Afrika! Über den schwarzen Kontinent konnte ihm niemand etwas erzählen, das er nicht schon wusste. Die meiste Zeit davon hatte er im Tschad, ganz nach seinem Vorbild Charles de Foucauld (Bruder Karl von Jesus), verbracht. Sieben Jahre blieb er im 2. REP bei den Paras, brachte es bis zum Ende seiner Karriere auf nicht weniger als 1000 Fallschirmsprünge. Selbst die Tatsache, dass er an diesem denkwürdigen Tag direkt neben dem Kadaver eines afrikanischen Soldaten landete, konnte ihn nicht aus der Fassung bringen. Père Lallemand, wie jeder ihn nannte, war für diesen Einsatz „brancardier“, Sanitäter also.

Ökonomisch gesehen war Zaire ohne Gécamines gar nichts, denn das Unternehmen erwirtschaftete bis zu 70 Prozent der Exporteinnahmen des Landes. Gécamines bedeutete für die dort lebenden, friedfertigen Afrikaner und Europäer also alles. Die „Firma“ bot nicht nur sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze, sondern auch eine relativ moderne Infrastruktur. Es gab Schulen, Krankenhäuser und ein hervorragend ausgebautes Straßennetz. Grüne Hecken und rot-weiß-gelbe Bougainvilleas verbargen oft den Blick auf wundervolle Gärten und auf immergrünen Rasen. Die dahinterliegenden Villen der Angestellten, stattlich, hell und weiträumig, strahlten Wärme aus. Unweit der Stadt lag ein See, in dem die Familien am Wochenende oder in ihrer Freizeit Wasserski fahren oder einfach nur ein Picknick machen und die Seele baumeln lassen konnten. Den europäischen Familien, die hier wohnten, fehlte es an nichts. Sie fühlten sich wohl und in Sicherheit. Sicher, sie waren isoliert, aber sie lebten meist glücklich vor sich hin. Zumindest bis zu dem Tag, an dem Rebellenführer Nathanael M’Bumba und mit ihm der blanke Horror kam. Es war eine Ironie des Schicksals, dass Frankreich nicht von Belgien oder von Mobutu selbst über die Einnahme Kolwesis durch die Katanga-Rebellen erfuhr, sondern von den amerikanischen Geheimdiensten. Der Einmarsch von Truppen aus Angola, es handelte sich um Rebellen der linksgerichteten Front national de libération du Congo (FNLC), erhitzte in den darauffolgenden Tagen die Gemüter der Supermächte und der westlichen Staaten. Die Belgier, die Briten sowie die US-Amerikaner versetzten ihre besten Truppen, mit anderen Worten die Para-Commandos, das Parachute Regiment und die 82. US Airborne Division, in Alarmbereitschaft. Mobutu, Zaires damaliger Präsident, wandte sich aber an Frankreich. Oberst Gras, selbst ein alter Fallschirmjäger und zur Zeit der Geschehnisse Chef der französischen Militär-Kooperation in Zaire, war derselben Meinung. Er wusste, dass der Auftrag höchst delikat sein würde. Und er hatte so seine Idee.

20 MAI KOLWESI EIN KOFFER MEHR NICHT

Kolwesi … der Terror beginnt !

… am selben Tag, irgendwann nachmittags

»Wie heißt du?«

Der Anführer der Rebellen hatte die Mündung seiner Waffe auf die Brust des französischen, drahtigen Leutnants gerichtet. Er war betrunken. Alkohol gab es genug. In den Kellern des Impala Hotels stapelten sich die Kisten mit Bier, Whiskey und Wodka bis unter die Decke. Als der Leutnant nicht sofort antwortete, hob der Rebell die Waffe etwas an und zog den Abzug durch. Innerhalb von drei Sekunden jagte er ein ganzes Magazin, dreißig Schuss, an die Decke, führte ein zweites Magazin ein und lud erneut durch. Das Weiße seiner Augen war mit feinen, geplatzten Äderchen durchzogen, was ihm das Aussehen eines leibhaftigen Teufels verlieh.

»Du hast noch eine Chance. Wie heißt du?«

Er betonte jedes seiner Worte einzeln.

»Laissac.«

»Laissac wie ?«

»Leutnant Laissac. Genau so.«

»Na schön, Leutnant Laissac. Hör zu. Siehst du deine fünf Freunde da drüben?«

Der Leutnant, ein technischer Berater der A.M.T. (Aide Militaire et Technique), war erst seit sieben Wochen in Kolwesi. Er hatte eine Frau und zwei Kinder, doch seine Gedanken waren gerade woanders. Er musste sich zusammenreißen, um nicht vor Wut zu explodieren. Seine Männer, die bläulich verfärbten Hände auf dem Rücken gefesselt, knieten im Patio. Vorne an ihren Hemden klebte Blut. Schicksalsergeben starrten sie zu Boden. Sie hatten keine Angst, sie begriffen nur nicht, was ihnen geschah.

»Wir alle zusammen werden nachher einen schönen Ausflug machen. Ich sage dir das, damit du weißt, was auf euch zukommt. Die Angst soll dich innerlich auffressen, bevor es die Schakale tun.«

Der Rebellenführer ließ seine Fingerspitzen über den blanken Stahl der Waffe gleiten und lachte aus vollem Halse. Er wollte gar nicht mehr aufhören. Er war Gott, Ankläger, Richter und Vollstrecker gleichzeitig!

T 10 KINSHASA 1978

… fertigmachen! Flughafen Ndjili, 19. Mai 1978 … beginnend mit dem Helm: Schirme anlegen!

14 Mai 1978

Die Nachrichten, die an diesem Tag von Kolwesi an die Medien in Europa drangen, zeugten von Massakern. Die Rebellen hatten angeblich sechs am Vortag entführte französische Techniker einer Militär-Kooperation an Bord eines Jeeps aus der Stadt gebracht und sie tief in den Busch gefahren. Es bestand damals schon kaum ein Zweifel, dass sie dort hingerichtet oder weiter nach Angola verschleppt wurden. In den Militärstäben in Frankreich machte man sich inzwischen ernsthafte Gedanken. Wie, so fragte man sich, konnte man den Tiger-Rebellen beikommen? Die Militärtaktik der Tiger war damals simpel. Sie führten einen Überraschungsüberfall durch, massakrierten die Bevölkerung und gaben sich im Suff und im Drogenrausch wüsten Plünderungen hin. Stießen sie auf einen Gegner, dann fuhren sie ihre Krallen aus. Meist setzten sie dabei auf ihre zahlenmäßige Überlegenheit. Das sollte Abschreckungsfaktor genug sein. Die Überlegungen der Stabschefs in Frankreich gingen dahin, dass man so einem Gegner nur beikommen konnte, wenn man zumindest die erste Taktik, die des blitzschnellen Angriffes und des rasanten Überfalls, besser beherrschte als er selbst. Deshalb kam weltweit nur eine Einheit in Frage. Die Amerikaner hatten die 82. Airborne Division, das war richtig, aber Frankreich hatte eine ungleich schärfere Waffe: die Legionäre des 2. REP!

 16 Mai 1978

Um 10 Uhr an diesem Morgen sprang eine Kompanie Fallschirmjäger der Armee von Zaire über Kolwesi ab. Die Soldaten der zweiten Kompanie des 311. Bataillons wurden jedoch noch in der Luft an den Schirmen hängend von den Rebellen wie Tontauben auf dem Schießstand abgeschossen. Wer dennoch unversehrt den Boden erreichte, wurde gerichtet. Ohne Pardon. Die Einheit, Mobutus letzter Trumpf gegen die Tiger-Rebellen, wurde dabei total vernichtet. In Kreisen der belgischen Presse wurde irrtümlich laut verkündet, dass hunderten von europäischen Fallschirmjägern in Kolwesi von den Tiger-Rebellen der Garaus gemacht wurde. Diese „Ente“ hatten Vertreter der FLNC in Brüssel in Umlauf gebracht. Der gescheiterte Versuch des 311. Bataillons steigerte die Wut der Rebellen ins Unermessliche. Und ihre Wut ließen sie an den Zivilisten aus. An den afrikanischen Zivilisten zunächst. Diese arbeiteten samt und sonders für Gécamines. Es waren Fahrer, Ingenieure und Grubenarbeiter. Viele wurden aus purer Willkür einfach erschossen.

Einige kubanische Offiziere und ein ostdeutscher Militär-„Berater“, die die FLNC begleiteten, gaben später zu, dass auch sie völlig überrascht von der Brutalität und dem undisziplinierten Verhalten der Tiger waren.

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30 Mai. Verlegung von Verwundeten nach Lubumbashi. Im Hintergrund wartet eine Transall C-160. (© Légion étrangère)

Bereits zu jenem Zeitpunkt kam es auch zu den ersten Übergriffen auf die meist belgischen und französischen zivilen Geiseln. Einige mussten sich nackt ausziehen und vor den Rebellen, von denen ausfallend viele Portugiesisch sprachen, tanzen. Anderen wurde eröffnet, dass sie zum Tode verurteilt waren. In Scheinexekutionen wurden sie an einer Mauer stehend aufgereiht oder auf die Knie gezwungen, die Mündungen der Waffen ihrer Peiniger im Genick. Kalter Stahl auf warme Haut! Einige Belgier zwang man dazu, in einen See zu steigen. Als sie im Wasser waren, losschwammen und sich etwas vom Ufer entfernt hatten, wurde auf sie geschossen. Trotz oder gerade wegen dieser Demütigungen waren alle Europäer nur von einem Willen beflügelt: Überleben! Dazu gehörte es, sich in Toiletten, in Kellern und in kleinen Kammern zu verbarrikadieren und den Blick zu senken, wenn sie doch gefunden wurden. Nur Unterwürfigkeit wurde toleriert. Wer Mut zeigte, wurde auf der Stelle erschossen. Die Rebellen betranken sich, nahmen Drogen und vergewaltigten Frauen, wo immer sie eine fanden. Sie plünderten jedes Geschäft, jedes Haus, jede noch so kleine Hütte. In ihrer Spur hinterließen sie Blut, Rauch und menschliche Scham. Und im fernen Europa? Belgien schien nur langsam und sehr zögerlich aus einem Tiefschlaf zu erwachen, Paris hingegen war längst hellwach.

 Zurück in Zaire, kaum etwas später am selben Tag

Ein Konvoi mit 200 Elitesoldaten des 311. Bataillons unter dem Befehl von Major Mahele verließ die Garnison in Lubumbashi. Die afrikanischen Fallschirmjäger sollten retten, was in Kolwesi noch zu retten war. In den Sümpfen von Kazembe fielen sie jedoch in einen fein ausgeklügelten Hinterhalt der Katanga-Gendarmen. Im Zaire der Jahre danach genoss Mahele den Status eines Helden. Dies war hauptsächlich auf sein Verhalten auf der Strecke zwischen Lubumbashi und Kolwesi an diesem Tag zurückzuführen. Anstatt wie der Großteil seiner Männer einfach davonzurennen, griff er die Katanga-Gendarmen mit der Pistole in der Hand an und riss eine Handvoll seiner Männer mit. Zusammen gelang es ihnen schließlich, die Rebellen mehrmals an diesem Tag in die Flucht zu schlagen. Vier Stunden nachdem sie von Lubumbashi aufgebrochen waren, kontrollierten die Paras der Forces Armées Zaïroises (FAZ) den Flughafen in Kolwesi. Nur den Flughafen, mehr nicht! Gegen den jedoch rannten die Tiger unablässig an, und es war zu diesem Zeitpunkt nur eine Frage von Stunden, bis sie auch die letzten Verteidiger ausgeräuchert hatten.

 MOBUTU

Der vom Geltungsbedürfnis und später vom Größenwahn motivierte Leopardenmann MOBUTU. Hier bei einer Parade nach der gelunegen Operation vor den Paras Legion.

Kolwesi / Paris, 17. Mai 1978

Es bestand keine Kommunikation mehr zwischen Kolwesi und den belgischen Stäben und Verantwortlichen. Während die Politiker in Belgien noch von einer friedlichen Lösung träumten und ohne Washington nichts unternehmen wollten, machte Frankreich nun Ernst. Der Sieg, und damit das Ende der Willkür, und das wussten die Generäle, kam nur, wenn man ihn erzwingt. Und so war in den Stäben der Einsatz der Paras Legion längst entschiedene Sache. Staatspräsident Giscard d’Estaing, der übrigens nie der festen Meinung war, dass die Befreiung der Stadt Kolwesi eine Affäre sei, die ausschließlich die Belgier etwas anging, hatte sich von seinen Militärberatern restlos überzeugen lassen. Noch am selben Tag telefonierte er mit dem belgischen Premierminister Leo Tindemans und informierte ihn über ein imminentes Eingreifen Frankreichs. Giscard d’Estaing war fest entschlossen, das Thema wurde nicht diskutiert: Nicht mehr!

 Korsika, Calvi

Wer das Tor zum Camp Raffalli durchschreitet – was nur gelingt, wenn der grimmig aussehende Wachposten mit dem Képi Blanc dies ausdrücklich erlaubt –, dessen Blick fällt als Erstes auf das Mahnmal der Toten der Fallschirmjäger der Fremdenlegion mit der Aufschrift „More Majorum“.

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CAMP RAFFALLI

Zwanzig Meter dahinter befindet sich ein zweistöckiges Gebäude. Steht der Besucher unmittelbar davor und hebt seinen Blick etwas an, dann erkennt er hinter dem stets nur angelehnten Fenster in der ersten Etage die Silhouette des Mannes, der alle Fäden in der Hand hält: Oberst Philippe Erulin! Erulin stammt aus einer alt-traditionellen Militärfamilie. Sein Vater, ebenfalls Colonel, starb 1952 an einer Verletzung, die er im Indochinakrieg davongetragen hatte. Ein Jahr nach seinem Tod trat Sohn Philippe der renommierten Offiziersschule Saint-Cyr bei. Kaum die Promotion hinter sich, kämpfte er als junger Leutnant im Algerienkrieg und landete schließlich, wie die meisten Offiziere, die das Außergewöhnliche suchten, in der Fremdenlegion. Nicht bei den Paras, sondern im dritten Regiment. Erst 1972 stieß er als S3-Offizier zu den „Parachutisten“ des 2. REP. Doch er war ehrgeizig, er trachtete nach mehr. 1976 war es schließlich so weit. Er stand ganz oben. Damals schon gab es keine schönere Aufgabe, als Regimentskommandeur der Fallschirmjäger der Legion zu sein. Doch wem man diese Ehre anvertraute, der hatte auch einen enormen Druck auf seinen Schultern. Die Schultern von Oberst Erulin waren eher schmal, was aber nichts zu sagen hatte. Es war fast Mittag, als in seinem Büro das Telefon klingelte.

»Erulin?«

Der Oberst, dem nur noch drei Monate im Regiment blieben, hörte genau zehn Sekunden zu und legte dann mit gemischten Gefühlen wieder auf. Der Anruf kam direkt von der elften Luftlandedivision. Eine Bestätigung per Telegramm sollte folgen. Der Text war militärisch knapp.

 „Bonite … 6 Stunden … Guépard plus 2 Kompanien!“

Erulin lehnte sich ein paar Sekunden in seinem Stuhl zurück und schloss die Augen. Es war die Ruhe vor dem Sturm, das ahnte er. Und er ließ seine Gedanken fliegen. Es gab niemanden im Regiment, der besser als er wusste, dass sich ein normales Guépard-Kontingent aus einem Führungsstab (EMT), zwei Kampfkompanien, einer reduzierten Stabs- und Versorgungseinheit und einem Mörserzug zusammenstellte. Die Guépard- Einheiten trainierten stets nahe der Garnison, hatten eine „Paquetage Guépard“, die individuelle Ausrüstung für den Einsatz, fertig, überprüft, versiegelt und abholbereit in der Kleiderkammer des Regimentes, und in den Lagern des Fallschirmpackerzugs stapelten sich fertig gepackt die notwendigen Fallschirme. Außerdem besaßen die Legionäre einen persönlichen, verplombten Trousse Para-Commando. Es handelte sich hierbei um ein persönliches Erste-Hilfe-Set, das der Legionär an seinem Koppeltragegestell befestigten konnte, nein, musste! In diesem befanden sich Morphium, Schmerztabletten, Pflaster, Verbandszeug und Desinfektionsmittel etc. Die Männer bekamen, sobald sie in den Guépard-Zyklus tauchten, alle notwendigen Auffrischungen, was wichtige Impfungen für den Einsatz in fernen, tropischen Ländern anging. Sie waren also zumindest aus ärztlicher Sicht „tauglich“. Waffen, Optik und Funkgeräte waren überprüft, die Pässe der Legionäre waren es auch. Jeder, egal wo er herkam und welchen Status und welchen Dienstgrad er innehatte, besaß einen französischen Pass. Nicht am Mann, aber im Koffer des verantwortlichen Sekretärs des Regimentes. Und natürlich stand die Guépard-Munition auf Paletten im Munitionslager bereit. Die Lastwägen für den Transport waren stets vollgetankt, die Fahrer bestimmt und immer erreichbar. Jeder Mann, der an Guépard teilnahm, wusste, wie er sich verhalten sollte, wenn es mal losging. Die oben eingetroffene Meldung „Guépard plus zwei Kompanien“ sprengte bei weitem den üblichen Rahmen. Im Klartext sollte sie heißen, dass das Regiment, sollte der Mobilmachungsbefehl „Zaire“ (Codename Bonite) eintreffen, innerhalb von sechs Stunden mit Mann und Maus und allem Kriegsgerät am Flughafen Solenzara bereitstehen sollte, um in die Maschinen zu steigen.

Sechs Stunden!

… hier gehts weiter …

FINAL COVER

… als eBook oder Printausgabe!

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Drei Bluttaten in einer Woche in Bayern?

Auftakt für größeres Unheil?

Ich würde es begrüßen, wenn mehr Verantwortliche das von mir in „Survival Total (Bd. 2): Urban Survival – Terror und Krisen vor deiner Tür“ beschriebene A-Szenario lesen würden. Es könnte Schaden abhalten. Im Buch „Terror im 21. Jahrhundert“ (Thomas Gast, Juli 2015, Epee Edition) auch einige Gedanken zu einer ganz anderen, neuen Terroreinheit: Angepasst und flexibel! Fähig, mehrere „Brandherde“ gleichzeitig zu löschen.

Hier ein kurzer Auszug aus Survival Total (Bd. 2) 

 

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……. der SCHLIMMSTE anzunehmende Fall wird Realität: Das A-Szenario – Sie haben sich nach und nach im Laufe der Jahre in einer Großstadt Deutschlands gefunden. Ein für ihre Zwecke günstiges Stadtviertel hat sich schnell herauskristallisiert. Dieses befindet sich im Stadtzentrum, dort, wo enge Straßenzüge, verschachtelte Gassen, Einbahnstraßen und verwinkelte Gebäudekomplexe aufeinandertreffen. Hier haben sie ihre Kreise ständig erweitert und unter Bart und Nase unserer Behörden mehrere Wohnungen angemietet, sich niedergelassen und eingerichtet.

GSZENARIO

 

Es war die Basis für alles, was noch kommen sollte. Doch wer sind sie? Es handelt sich um dreißig bis vierzig gut organisierte Männer und Frauen, Deutsche, Ausländer und Immigranten, eher unauffällige Personen, voll integriert, gut gebildet und nett. Das geschah nicht von heute auf morgen. Vielmehr war es ein Prozess, der sich über lange Jahre hinweg vollzogen hat. Irgendwann – Absicht und Zufall helfend – wurden sie radikalisiert. Nach außen hin sind sie bieder, in ihrer Brust jedoch tobt der Teufel! Ihr Ziel? Kontrollieren, töten, destabilisieren, Unruhe schaffen und Macht beziehungsweise (unsere) Ohnmacht demonstrieren!

Im Buch wird dieses Szenario bis zum Schluss durchgedacht.

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„Lassen Sie unter den Männern nur eine Handvoll erfahrener Scharfschützen mit der nötigen Ausrüstung sein, einen oder zwei Sprengstoffexperten, einige routinierte, im Kampf erprobte Gruppenführer und gehen Sie davon aus, dass in jeder Brust dieser Terroristen ein kriminelles Löwenherz schlägt: Es müsste dann schon ein ganzes Fallschirmjägerbataillon eingesetzt werden, um der Situation noch Herr zu werden! Der Bundestag müsste entweder den Verteidigungsfall ausrufen (sehr unwahrscheinlich) oder die Bundeswehr im Rahmen des Inneren Notstandes einsetzen! Seit 2012 und laut Bundesverfassungsgericht gilt: In „Ausnahmesituationen katastrophalen Ausmaßes“ darf die Bundeswehr auch im Inneren militärische Mittel einsetzen.“

Ein A-Szenario wäre eine solche Ausnahmesituation.

Stellen wir uns vor, dass das oben erwähnte A-Szenario in drei verschiedenen Großstädten gleichzeitig geschieht.
Es wäre eine nationale Katastrophe!
Unsere Soldaten müssten definitiv mit ran. Wer aber würde die Löcher stopfen, die sich durch den Abzug dieser Einheiten ja irgendwo öffnen? Anders gefragt, wer wartet darauf, dass genau diese Löcher zu genau diesem Zeitpunkt entstehen?
Was also sollen wir tun?
Wie können wir Bürger uns darauf vorbereiten?

Man erinnere sich an Beslan. Ein tschetschenisches Terrorkommando hatte im September 2004 eine Schule überfallen, fast tausend Menschen in eine Halle getrieben und den Rückzug aller russischen Truppen aus Tschetschenien sowie den Rücktritt Putins gefordert. Die Geiselnahme endete nach drei Tagen, 331 Menschen starben.

Und bei uns?

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Bei einem A-Szenario würde die 1/3-Regel, die das Verhältnis Verteidiger-Angreifer im Orts- und Häuserkampf widerspiegelt beziehungsweise empfiehlt, nicht mehr der Realität entsprechen. Militärs wissen: Der Großstadtdschungel kann unter Umständen ganze Divisionen verschlingen. Aber solange es auch nur eine einzige lebende Geisel gibt, würde ein Zugriff bei uns in Deutschland wohl nicht stattfinden. Und das wissen die Täter. Sie kennen die Stärken unseres demokratischen Systems, aber auch dessen Schwächen.

 

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Hier gehts zum Buch

https://www.amazon.de/Survival-Total-Bd-Terror-Krisen/dp/3943288285?ie=UTF8&ref_=asap_bc

Honneur et fidélité

Auszug aus dem Nachwort Honneur et fidélité des Buches

„Die Fallschirmjäger der Fremdenlegion: Einsätze und Operationen in Afrika von 1965 bis 2015.“

 

FINAL COVER

Als ich 1985 in Guyana meine Legions-Kampfstiefel zum ersten Mal schnürte, dachte ich, wie auch die meisten meiner Kameraden, mit großer Bewunderung an unsere Vorgänger. Hatten sie nicht Großartiges geleistet? Wir waren jedes Mal vor Ehrfurcht fast erstarrt, wenn wir mit Vertretern der AMICALE, den Ex-Legionären sprachen. In Calvi, mitten auf dem Exerzierplatz, steht ein Monument mit Namen und Zahlen drauf. Man hatte es einst aus Sétif herbeigeschafft. Man liest: MORE MAJORUM. Wir grüßten es im Vorübergehen. Nicht etwa weil es Pflicht war, sondern um anzuerkennen, was die Paras Legion in Indochina und in Algerien vollbracht hatten. Irgendwann jedoch zieht man sich zurück. Man denkt daran, dass man doch schließlich mit einem fünfzig Kilo schweren Rucksack den Dschungel Guyanas dreißig Tage lang von Ost nach West durchquert hat. Dreißig Tage Regen mal so nebenbei, und Matsch bis zu den Knien, Malaria, Feuerfliegen und Giftschlangen. Und man erinnert sich, wie „knapp“ es war in Sarajevo, wenn serbische Sniper uns ins Visier nahmen, oder wie heiß es mit den Wilderern mitten in der afrikanischen Savanne herging, damals. Es funkte plötzlich und wir dachten an Kameraden, die es nicht geschafft hatten, in Bosnien, im Kongo, im Tschad oder später dann, in Mali. Und dann sagten wir uns: Wir stehen den Anciens um nichts nach, wir leben nur in einer anderen Epoche. Auch wir sind solide und auch wir lassen unser Blut für diese Legion. Und wenn es in die Erde sickert, und außerhalb der Familie Legion kein Hahn danach kräht, woher Vassili, Lars, Ernesto oder Chiang denn kamen und wer sie waren, dann hebt sich unsere Brust voller Stolz. LEGIO PATRIA NOSTRA. Wir alle hatten eine zweite Seele gesucht und sie in der Legion gefunden.

BRAZZA

Die Legion hat uns eine zweite Chance gewährt, wir haben die Schuld zurückgezahlt. Mit Schweiß. Mit Blut. Ohne Bedauern! Ich halte es für weiterhin unmöglich, über mehrere Monate, oder sogar über Jahre hinweg derartige intensive Momente zu erleben und danach problemlos ein Allerweltsmenschenleben zu führen. Gemeint sind die Momente, in denen man mit den Männern unter den unmöglichsten Situationen an einem Tisch sitzt, in einer Kampfstellung oder einem Beobachtungsposten kauert und sich unterhält, Kaffee trinkt, zusammen schweigt. Regen, Kälte und Gefahren ausgesetzt. Marschierend, hungrig, müde, aber dennoch das Herz voller Freude, weil wir vom Leben Privilegierte sind. Im Zivilleben scheint alles normal.

60. Urwald Restaurant, Legion

Jedes Ding ist, als ob es einer Selbstverständlichkeit entspricht. Das Auto, Wasser aus dem Hahn, eine Dusche, der fertig gedeckte Tisch, die warme Stube, der Arzt um die Ecke! Wir sehen Dinge anders! Und ich möchte dem Leser noch etwas mitteilen. Wir hatten damals in der Legion, ob in Guyana oder in Korsika, in fast jedem Zug einen Schwarzen. Wir hatten Araber und Muslime. Und wir hatten auch Juden und Hindus. Im Zug, da waren nicht nur dreißig Legionäre, sondern da waren dreißig Geschichten und ebenso viele Schicksale. Da waren dreißig Dickköpfe, drei oder vier Religionen, sieben oder mehr Nationalitäten aber: Wir waren eine Bande von Brüdern! Die Not, aber auch die Lust an einem intensiven Leben hatte uns zusammengeschweißt.

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Damals und heute?

Die Epochen haben sich geändert. Es erschienen andere Waffen, andere „Werkzeuge“ und andere Taktiken, der Legionär aber ist derselbe geblieben. Diese Erkenntnis war essentiell, damit wir voranschreiten und diesen Funken auf die jungen „blauen Säcke“ übertragen konnten, die nach uns kamen. Genau denen wollen wir sagen: Gut so, ihr seid die Besten!

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Mir bleibt es, das bewegende Gebet der französischen Fallschirmjäger von André Zirnheld zu zitieren …

Geben Sie mir, mein Gott, das was Ihnen bleibt. Geben Sie mir all die Dinge, nach denen niemand Sie jemals fragen wird. Ich bitte Sie nicht um Ruhe auch nicht um Tatenlosigkeit. Weder für meinen Körper noch für meine Seele. Ich bitte nicht um Reichtum. Nicht um Erfolg und kaum um Gesundheit. Denn nach all dem, mein Gott, fragt man Sie ständig. Davon dürften sie nichts mehr haben. Geben Sie mir einfach, was Ihnen bleibt. Geben Sie mir, was man Ihnen verweigert. Ich möchte die Unsicherheit, die Unruhe und Rastlosigkeit. Mir trachtet nach Aufregung und nach ständigen Kämpfen. Geben Sie mir das, mein Gott, definitiv – damit ich sicher bin, es für immer zu haben. Denn ich werde nicht immer den Mut aufbringen, Sie danach zu fragen. Geben Sie mir, mein Gott, das was ihnen bleibt. Geben Sie mir, was die anderen nicht haben wollen. Aber geben Sie mir auch Mut, und Kraft und Glauben. GST

Sie erinnern sich an den US-Film Black Hawk Down?

Auszug aus : „Fallschirmjäger der Fremdenlegion: Einsätze und Operationen in Afrika 1965–2015″  (Thomas Gast)

Viele von uns haben den US-Film Black Hawk Down gesehen. Und wir erinnern uns auch sicher mit Abscheu an die Bilder, die damals während der Schlacht von Mogadischu im Oktober 1993 weltweit über die Bildschirme flimmerten. Somalische Kämpfer zogen nackte, verstümmelte US-Piloten durch die Straßen Mogadischus. Der Hintergrund des Filmes basierte auf Fakten. Am 5. Juni des Jahres 1993 kamen in Mogadischu vierundzwanzig Blauhelmsoldaten aus Pakistan ums Leben. Die Welt war empört, forderte sofortige Strafaktionen. Selbst der Generalsekretär der Vereinten Nationen Boutros-Ghali sprach sich für eine entschlossene und schnelle Aktion aus. Schuldige waren schnell gefunden: die Milizen des Generals Mohammed Farah Aidid, Chef des Habar Gidir Clans!

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Doch „find and fix“, finden und töten, wie die Amerikaner die Suche nach Mohammed Farah Aidid nannten, fand so nicht statt. Es war eher umgekehrt. Das Unternehmen mit dem Codenamen „Irene“ wurde zum Desaster. Bei dem Versuch einer gemischten Spezialeinheit, bestehend aus Army Rangers, Delta Force und Navy Seals, einige Anhänger des Clanführers Mohammed Farah Aidid und vielleicht sogar Aidid selbst mitten in Mogadischu gefangen zu nehmen, wurden zwei amerikanische Black Hawk Helikopter abgeschossen. Super Six-One und Super Six-Four. Die zur Rettung der Piloten entsandte Truppe wurde rasch eingekesselt. Nach einem zwölfstündigen Feuergefecht waren 18 US-amerikanische Soldaten tot, der Traum, Somalia zu befrieden, wurde definitiv begraben. Das Somalia-Desaster hatte mit dem Sturz von „Kamerad Siad“ alias Mohamed Siad Barre begonnen, der das Land im Januar 1991 fluchtartig verlassen musste. Als er ging, hinterließ er Chaos und Gewalt, denn es gab keine funktionierende Regierung mehr. Die Rivalität, die zwischen den möglichen Nachfolgern, Farah Aidid und Interimspräsident Ali Mahdi, entbrannte, war derart bösartig, dass sie das Land schnell schon an den Rand eines Bürgerkrieges führte. Und es herrschte Dürre. Krieg und Dürre, das war mehr, als das Land vertragen konnte. Die ausbrechende Hungersnot bedrohte fast die gesamte Bevölkerung und rief die Vereinten Nationen auf den Plan.

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Foto: ADC Jousse – Somalia – 1993

Im März 1992 kam es in Mogadischu zu einem Waffenstillstand zwischen den kämpfenden Faktionen. Nur einen Monat später verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die UN-Resolution 751, die Friedensmission UNOSOM wurde autorisiert. UNOSOM-1 war eine rein humanitäre Angelegenheit. Sie sollte die Nahrungsversorgung der Menschen gewährleisten und dazu beitragen, den Bürgerkrieg zu beenden. Doch Hunger und Stolz, und sicher auch die Abneigung aller somalischen Clanführer den UN-Truppen gegenüber, machten den guten Willen der westlichen Länder zunichte. Einerseits war man sich in den politischen Zielen nicht einig, andererseits konnte man mit den Hilfsgütern, die mit dem Zug nach Mogadischu und in die weniger abgelegenen Regionen Somalias kamen, gutes Geld verdienen – oder diese als Druckmittel verwenden. Hunger hatte schon immer das Potenzial, Kriege weiter anzuschüren, und wer die Macht hatte, den Hunger zu stillen, der war König im Lande. Und so überfielen die verschiedenen Clans Züge der UN. Sie brachten Hilfsgüter unter ihre Kontrolle und führten ihren Krieg untereinander munter weiter. Die Somalier hatten den von den Amerikanern veranstalteten Medienzirkus vom 9. Dezember 1992 nicht vergessen. Gesandt noch von George Bush Senior stürmten 1800 US-Marines der UNITAF, von ihren Kriegsschiffen aus kommend, den Green Beach bei Mogadischu.

AKTION

Dabei gingen sie vor, als handelte es sich um eine Verfilmung über die Anlandung in der Normandie im Juni 1944. Das Auftreten der Ledernacken war fast schon filmreif, und nicht wenigen kam es tragisch-komisch vor. Die Mission UNOSOM-2 trat im März 1993 in Kraft, doch sie scheiterte kläglich. Zu viele Kontingente waren daran beteiligt, zu ungenau war der Auftrag formuliert, zu schlecht war die Truppe ausgerüstet und nicht weniger miserabel war die Koordination der Einheiten der verschiedenen an der Mission beteiligten Nationen untereinander. Und ich möchte hinzufügen: Zu unwissend waren die naiven Politiker in New York und in Brüssel. Der wichtigste Faktor für das Scheitern nämlich war, dass man nicht wusste, dass sich die afrikanische Seele generell, und die somalische Seele im Speziellen, nicht und niemals mit ausschließlicher Waffengewalt zähmen lässt. Somalier sind nicht wie meisten anderen Afrikaner. Ihren Hochmut, ihren Stolz und ihre Kriegerseele konnte man nicht mit milden Gaben einfangen oder gar beschwichtigen. Und hier, nur hier lag der Irrtum der europäischen und amerikanischen Kriegsherren. Sie glaubten sich dem „somalischen Krieger“ überlegen, unterschätzten dessen Willen, sich niemals bändigen zu lassen. Und sie dachten daran, Somalia zum Schauplatz ihrer scheinbaren Überlegenheit zu machen. Der Schuss ging gewaltig nach hinten los! Vom anfänglichen Willen der UN, Gutes zu tun und eine humanitäre Wirkung zu erzielen, war man Ende August 1993 mit der Verlegung der Unified Task Force (UNITAF) nach Mogadischu schon weiter entfernt, als die Medien es gerne darstellten. Nun ging es um Macht im Lande. Vor allem das Eingreifen der US-Amerikaner in den Krieg, denn ein Krieg war es, kam den meisten Somaliern wie die unrechtmäßige Besetzung ihres Landes vor. Das, zumal sich auch US-Truppen massiv daran beteiligten, die verschiedenen Clans zu kontrollieren und zu entwaffnen. Wer Afrika kennt, der weiß um die Unmöglichkeit solcher Vorhaben. Der einzige Lichtblick inmitten des UN-Debakels war die Entsendung von Einheiten der Fremdenlegion nach Somalia.

FINAL COVER

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Unkontrolliert, den verschiedenen Clans ausgeliefert, ist die Hauptstadt [Somalias] ein Beispiel des Versagens amerikanischer Truppen. In Baidoa hingegen, gelang es den Soldaten der französischen Fremdenlegion einen, wenn auch fragilen, Frieden zu etablieren.

Auszug aus „Le Point“, Dezember 1993

Die Legionäre hüteten sich davor, dieselben Fehler zu begehen wie die US- Marines. Doch ihre Art, natürlich und unverfälscht zu handeln, geschah unbewusst. Seit 1831 ist der afrikanische Kontinent die Wahlheimat der Legionäre. Ein Legionär, welchen Grad er auch immer innehat, weiß, wie Afrika tickt. Arroganz und Selbstgefälligkeit den dort lebenden Menschen gegenüber lehnt er deswegen genauso ab wie Unentschlossenheit, wenn Handlungsbedarf gegeben ist. Ein Allheilmittel war die Legion in Somalia natürlich nicht, denn sie agierte aus den starren Schranken der UN heraus, musste dieselben Prozeduren einhalten und anwenden wie auch andere Einheiten. Aber die Afrikaner, und das spürte man deutlich, erkannten den Unterschied. Ich selber war während meiner Dienstzeit sehr oft in Afrika, jedes Mal zwischen vier und sechs Monate.

 

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Andere Legionäre brachten es auf fast doppelt so viel. „Keine“ Armee der Erde hat diese Afrika-Erfahrung im Sturmgepäck. Im Dezember 1992 verlegte die dritte Kompanie des 2. REP unter dem Befehl von Capitaine Mercury von Dschibuti nach Mogadischu. Es war die erste französische Einheit, die Fuß im Lande fasste. Wie alle Legionäre des Regimentes hatten die Kampfschwimmer der „Schwarzen“ auch eine sehr solide Infanterie-Ausbildung im Gepäck. Im Norden des Flughafens der Hauptstadt wartete bereits ihr erster Auftrag auf sie. Sie sollten einen taktisch wichtigen Verkehrsknotenpunkt besetzen und kontrollieren. Die Szenen, die sich unter den Augen der Legionäre abspielten, hatten etwas Irreales an sich. Banditen und Möchtegern-Clanführer streuten Terror auf den Avenues. Mit ihren Toyotas, die direkt aus Filmen wie Mad Max zu stammen schienen, jagten sie durch die Straßen und schossen wild um sich. Daneben: hunderte von halb verhungerten Menschen, die nach einer Handvoll Reis und nach etwas Hoffnung gierten! Als eines Tages ein Bus einen Checkpoint, gehalten von den Legionären, durchbrechen wollte, eröffneten diese sofort das Feuer. Zwei Somalier starben, sieben wurden verletzt.

Chronik der Fallschirmjäger der Legion

Liebe Freunde, liebe Leser. Ein Hybrid-Autor geht Wege, die manchmal steinig und nicht immer im Voraus überschaubar sind, doch ein Narr ist, wer nicht auf seinen eigenen Schritten zurückkommen mag. Da „Die Fallschirmjäger der Fremdenlegion: Einsätze und Operationen in Afrika von 1965 bis 2015“ nun auch seinen „traditionellen“ Buchverlag gefunden hat, passe ich die eBook Version in Text und Cover an. Dieser Prozess beinhaltet – außer dem Verwirrungsmoment – natürlich auch Vorteile. Die neuen Versionen warten mit mehr Bildern auf, haben einen absolut profihaft- lektorierten Text und ein verbessertes Layout. Die „funkelnagelneue“ eBook Version (Self-Publishing bei Neobooks) ist ab Mittwoch den 08. Juno im Handel, also fast ohne Verzug erhältlich. Das neue Cover unterscheidet sich von dem der Printausgabe nur durch ein winziges Detail. Unten links habe ich das Wappen des 2. REP eingefügt. Die Printversion (Verlag epee-edition – http://www.epee-edition.com) ist ab dem 25. Juli erhältlich. Vorbestellungen sind ab sofort möglich – siehe Link am Ende des Textes.

Die Preisgabel „eBook vs. Print“ gestalte ich mehr als fair!

Ob nun zukunftsweisend (eBook) oder traditionell (Buch).. ich wünsche viel Lese Spaß.

 

FINAL COVER

Cover oben: eBook Version 6,49 EUR ab Donnerstag !

Cover unten: Printversion 22,90 EUR ab dem 25. Juli !

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Da mir die absolute Transparenz wichtig scheint, anbei einige Textstellen, damit der Leser sieht, was ihn von der Thematik her in etwa erwartet.

[…] Dieses Buch ist die Chronik der Fallschirmjäger der Legion über all die Operationen im erwähnten Zeitraum, gleichzeitig ist es auch postkoloniale Zeitgeschichte. Haupteinsatzorte sind entweder das Herz Schwarz- oder Zentralafrikas oder die Länder der Sahelzone, das Horn von Afrika mit inbegriffen.

Wieso die Afrikaeinsätze und nicht die anderen, fragt sich der Leser zu Recht. Nun, mir war es vergönnt, diesen Kontinent zwölf Mal „Boots on the Ground“ zu betreten. Und zu sagen, Afrika habe sich nicht in mein Herz gefressen, wäre eine Lüge. Alle Paras, die ich kenne, denken genauso. Eine geografische Ausnahme in diesem Buch bildet die Operation Épaulard. Sie fand 1982 in Beirut, im Libanon, statt. Ich habe sie deswegen mit berücksichtigt, weil hier der Nahe Osten und Afrika dicht an dicht beieinanderliegen. Kairo und Beirut trennen 550 Kilometer. Für afrikanische Verhältnisse ist das ein Katzensprung.

Ein ganz besonderes Augenmerk richte ich am Ende des Buches auf die Operationen ,Serval‘und ,Panther‘. Diese Einsätze verdienen es, ausführlich geschildert zu werden, da sie, wie schon Kolwesi, die Brillanz der Paras Legion in Gänze widerspiegeln. Ausführlich auf die jeweilige Politik und Zeitgeschichte aller Länder und aller im Buch vorkommenden Schauplätze einzugehen, würde den Rahmen desselben total sprengen. Es wäre zu komplex, davon zu berichten. Die ethnischen Verstrickungen, die sich weit zurück in die Zeit des Königreichs Kongo oder in die Epoche des Reiches von Kanem erstrecken, sind für uns Europäer oft unverständlich. Um den Sinn hinter den ständigen Coups d’État, den Rebellionen und Gegenrebellionen im Brennpunkt Zentralafrika und der Sahelzone der Jahre zwischen 1965 und 2015, zu verstehen, muss man eine afrikanische Seele besitzen. Oder die eines korrupten westlichen Politikers. Nichtsdestotrotz ist es notwendig, den Leser in den Kontext der Operationen zu versetzen, denn nur so können gewisse Verhaltensweisen der verschiedenen Kriegsparteien verstanden und interpretiert werden.

 

Helie de Saint Marc01

(© Paul Anastasiu) Gemälde von Paul Anastasiu. Im Bild: Commandant Hélie Denoix de Saint Marc

[…] Kinshasa. Alle Männer fühlten sich ausgeruht und fit, die Moral konnte besser nicht sein. Unter normalen Umständen bekleidete mein Stellvertreter, ein Feldwebel belgischer Nationalität, die Funktion Führer des Zugtrupps. Für die Kongo-Mission allerdings habe ich ihm eine andere Aufgabe zukommen lassen. Nach der Anlandung wollte ich rapide einsickern. Für dieses Vorgehen sollte er den Einsatz der ersten und der zweiten Gruppe koordinieren. Ich wollte, dass diese beiden Gruppen hinten links und hinten rechts und tief gestaffelt in meiner Zugkeilformation marschierten. Sie hatten unter anderen die Aufgabe, den Zugtrupp und die vorneweg aufklärende dritte Gruppe zu decken. In der Legion ist der Platz des Chefs vorne. Mit Blick ins Gelände. Mit zwei Gruppen im Rücken fühlte ich mich wohler, wissend, dass ich so im Falle einer Feindberührung mit einem rapiden, koordinierten Deckungsfeuer rechnen durfte. Eine Umstellung in Zugbreitkeilformation könnte innerhalb Sekunden geschehen, falls die Lage dies erforderte. Einen Sonderfall bildeten die drei Scharfschützen. Sie sollten total selbstständig, unabhängig und flexibel operieren. Sie wussten, was von ihnen verlangt wurde. Ihr Instinkt würde sie zur geeigneten Zeit die angemessenen Entscheidungen treffen lassen. Die Achillesferse der Operation stellten ohne Zweifel das Gelände und die Stadt selbst dar. Kinshasa hatte eine immense Ausdehnung. Hier lebten über acht Million Menschen. Ein Slumviertel jagte das nächste. Eine Gasse verschachtelte sich mit der vorhergegangenen! Eine Beschilderung schien es kaum zu geben und hundert Straßen trugen dieselben Namen. Erschwert wurden diese Zustände dadurch, dass unser Kartenmaterial bescheiden ausfiel, um kein anderes Wort benutzen zu müssen. Die Nachbarzüge, die links und rechts von mir ihrem Ziel entgegenmarschierten, würde ich kaum zu sehen bekommen. Den Worten meines Capitaines nach lagen die den Zügen zugeordneten Sammelpunkte und Anlaufstellen für die Expatriierten zu weit auseinander. Sollte es Schwierigkeiten geben, dann war eine unmittelbare gegenseitige Unterstützung das Letzte, womit man rechnen konnte. Hubschrauber? No Go! Ein Fragezeichen tat sich auch bezüglich der Einwohner auf. Wie verhielten sie sich uns gegenüber? Alles war möglich, selbst das allerübelste Desaster. Wenn sämtliche in Brazzaville bereitstehenden alliierten Soldaten gleichzeitig in Kinshasa zum Einsatz kämen: Die Stadt war so weiträumig und unübersichtlich, die Anzahl der Boots on the Ground so gering, dass die meisten Bürger es wohl gar nicht mitbekommen hätten. Die Gefahr, sich in etwas zu verrennen, war sehr real. Eine komplette Division konnte von der Stadt einfach so verschlungen werden. Unterstützung würde es auch nicht im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Artillerie, Mörsern, oder Luftwaffe etc. geben. Wir konnten uns also nur auf uns selbst verlassen.

 

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(© Légion étrangère) Das 2. REP in Kolwesi / Operation Leopard – Mai – Juni 1978

[…] Operation Licorne. Zwischen September 2002 und März 2003 kamen in der Elfenbeinküste vier Kampfkompanien sowie die Stabs- und Versorgungskompanie der Fallschirmjäger der Legion zum Einsatz. Sie unterstanden dem Groupement Tactique Interarmes Ouest (GTIAO). Die Paras Legion operierten im Westen des Landes, entlang des Sassandraflusses, stellten somit die Verbindung, den Schulterschluss mit der regulären Armee des Landes, der FANCI, her. Diese kämpfte auf demselben Breitengrad gegen die MPCI-Bewegung, die sich später im Laufe der bürgerkriegsähnlichen Situation mit anderen Gruppen wie MPIGO und MJP zur Koalition der Forces Nouvelles, der neuen Kräfte, zusammenschloss. Auf dem Kriegsschauplatz bewegten sich auch unkontrollierbare und irreguläre Söldner aus Liberia. All diese Gruppierungen in der Hitze des Kampfes auszumachen und zuzuordnen erforderte Erfahrung und Bauchgefühl. Beides hatten die Legionäre. Man erzählte mir später, dass es für jeden Feind, von der simplen Notwehr, die ja für alle in Beton gemeißelt war, mal abgesehen, andere Rules of Engagements (ROEs) gab. Das machte die Sache nicht unbedingt einfacher. Am 28. September verlegte die CEA, die schwere Kompanie des 2. REP, von Dschibuti nach Abidjan. Die Blauen waren vor ihrer Verlegung auf einer Compagnie tournante am Horn Afrikas unterwegs. Der erste Auftrag der Männer der schweren Kompanie war es, den Flughafen MAN zurückzuerobern. Der Befehl dazu wurde am Nachmittag des 29. Novembers erteilt. Sofort darauf rückte die Kompanie klar zum Gefecht aus. Zuerst musste herausgefunden werden, wo der Feind seine Abwehrstellungen hatte. Ganz bewusst gingen deshalb kleine Spähtrupps der Blauen entlang der Feindlinie auf „Kontakt“. Schon während der Auswertung aller Berichte fügte sich das Bild nach und nach zusammen. Die Stärke der Rebellen, die den Flughafen hielten, wurde Pi mal Daumen auf einhundert geschätzt. Die Feindstellungen waren hervorragend ausgebaut, die Rebellen gut organisiert und an jedem Punkt der Verteidigungslinie hellwach. Sie zu vernichten würde kein Leichtes sein. Nichtsdestotrotz griffen die Blauen am frühen Morgen des nächsten Tages an.

Checkpoint

Legionäre der 1. Kompanie des 2. REP in Beirut – Libanon, 1982

Das eBook ist in allen Onlinehändlern erhältlich

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Hier gehts zur Buchversion.

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Es grüßt – Thomas Gast

Fini la Comédie?

Was, wenn es im Jahr 2016 keinen Fußball-Europameister geben wird? Weder einen Sieger noch einen Verlierer – Nichts! Viele von uns befürchten, dass die aktuellen Streiks in Frankreich die EM beeinträchtigen könnten. Diese Bedenken teile ich absolut nicht. Meine Vorfreude auf die EM ist kolossal. Ebenso enorm sind leider auch meine Zweifel und meine Ängste (siehe der von mir veröffentlichte Bericht – Link!).

EM 2016

Doch diese Ängste gehen in Richtung Terroranschlag. Ein solcher könnte schuld daran sein, dass das Turnier zum Debakel wird. Ein einziger Anschlag genügt. Ob im Stade de France, im Stade Vélodrome, im Stadium Municipal von Toulouse, im Pariser Parc des Princes oder anderswo: ein Ereignis und „Ende Gelände“, „fini la Comédie“, „aus die Maus!“ Und dann? Niemand würde weiterhin die Verantwortung tragen wollen (oder können / dürfen), auf Deutsch: Absage aus Sicherheitsgründen! Man würde alles abblasen, ganz sicher. Um Investitionen wäre es nicht schade, Geld ist Papier oder unnützes Metall , Geld ist so unwichtig wie ein Kropf.

Schade wäre es um jedes einzige Menschenleben!

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Schade wäre es um den Sieg der „Anderen“, wer immer „Sie“ auch sind oder sein mögen. Ich wünsche mir nun nichts Sehnlicheres, als dass ich am 10 Juli kurz vor Mitternacht sagen kann: Aufatmen, nix passiert! Aber … ehrlich gesagt hätte ich mir einen anderen Austragungsort gewünscht. EM 2016 in Frankreich, das passt ganz und gar nicht! Spätestens nach den Anschlägen von Paris / Bataclan hätte man reagieren, umdisponieren müssen! Doch das passte einigen Investoren auch ganz und gar nicht. Hoffen wir das Beste. Immer frohen Mutes …GST

EM 2016 in Frankreich?

 

DORRIE – Der Geruch der Farbe Lila (Kindle Edition)

Virginia, USA. Irgendwann in den Siebzigerjahren

Die Teenager Jean und Monty entdecken ein auf dem Rappahannock Fluss herrenlos treibendes Hausboot und entschließen, sich darauf etwas umzusehen. Was sie erwartet, ist eine gar wundersame Welt. Ein alter, scheinbar verrückter Indianer entführt sie durch die „Manipulation ihrer Sinne“ in Zukunft und Vergangenheit, in Traum und Realität, hin zu Hass und Gewalt. Dass er dabei ein Ziel verfolgt, das katastrophale Ausmaße für die gesamte Menschheit annehmen kann, dessen werden sich die beiden Jungs erst viele Jahre später so richtig bewusst. Als sie das Boot fluchtartig wieder verlassen, können sie nicht ahnen, dass einer von ihnen auserwählt ist, die „Dunkle Seite“ auf Erden zu verkörpern.

DORRIE Der Geruch der Farbe Lila

Viele Jahre später

Das Böse hält in Lestock seinen Einzug. Eine Serie von recht spektakulären und schrecklichen Vergewaltigungen versetzt die Bewohner in Angst und Schrecken. Bei den Opfern handelt es sich ausschließlich um Teenager. Gleichzeitig erfahren die Menschen der kleinen Stadt von „Hidalgo“, einem Asteroiden, der in wenigen Tagen mit der Erde kollidieren wird und der enorme Schäden anrichten soll. Die Regierung ordnet die Zwangsräumung an. Alle Einwohner müssen die Stadt innerhalb von zehn Tagen verlassen.

Auch Dorrie wohnt in Lestock. Der kleine Dorrie, knapp zehn Jahre alt, ist blind. Vielleicht ist das auch besser für ihn, denn sein Leben ist unerträglich. Er wird vom Freund seiner Schwester sexuell missbraucht. Der Täter, Monty Betts oder „Nobody“ wie Dorrie ihn nennt, ist ein bekannter Straftäter, doch das ist nicht alles: In Monty steckt das Böse. Um sich gegen ihn zu wappnen, entwickelt Dorrie zunächst eine außerordentlich bunte Fantasie. Das geht soweit, dass er eines Tages „Stimmen“ hört und die Gabe entwickelt, Menschen und Dinge durch die alleinige Kraft seines Willens beeinflussen zu können. Dorrie hat aber eigentlich nur eines im Sinn: Von Zuhause fliehen! Seine Fähigkeiten helfen ihm schließlich, seinen Wunsch zu verwirklichen. Die Stimme in ihm bringt ihn unweigerlich der charismatischen Ellie näher. Dass dieses Treffen nicht dem Zufall entspringt, davon ist Dorrie felsenfest überzeugt.

Die elfjährige Ellie, ebenfalls Opfer von Monty Betts, sieht sich gezwungen, von Zuhause auszubüchsen, weil er ihr erneut ständig auflauert. Enno, Ellies Vater, schert sich einen feuchten Kehricht um Hidalgo und um die Zwangsräumung: Ellie zu finden ist ihm eine Lebensaufgabe.

Zusammen mit Jean, dem „Frenchie“ begibt er sich auf die Suche nach ihr. Die Spur führt hinauf in die verschneiten Berge, bis zu einer Höhle, die auf keiner Karte eingezeichnet ist. Für Jean ist es eine Rückkehr in die Vergangenheit und er weiß: Sobald sie die Höhle betreten ist ihr Leben keinen Pfifferling mehr wert, denn hier lauert etwas Uraltes. Und das Uralte tötet.

DORRIE Der Geruch der Farbe Lila

 

Protagonisten

Dorrie

… ist zehn, blind und traurig darüber. Er besitzt übernatürliche Kräfte. Und das muss er auch, denn er ist auserkoren ein Spielball böser Mächte zu sein. Überdrüssig, zu dienen und getrieben von einer inneren Stimme, flieht er.

Ellie

… flüchtet ebenfalls vor dem Bösen. Allein, mit einem Hund namens Lila sucht sie, ohne dass sie es weiß, die geheimnisvolle Höhle.

Monty Betts

… ist die Inkarnation des Bösen. Aus dem einst biederen Jungen wurde der Teufel in Person.

 Enno

…. Ellies Vater. Er schert sich einen feuchten Kehricht um Hidalgo, was für ihn zählt ist das leiblihe Wohl seiner Tochter.

Jean

… ist ein Franzose, der gerne hilft. Er hat noch ein paar Rechnungen offen, und schließt sich Enno nur allzu gerne auf der Suche nach Ellie an.

 

Hier einige kurze Auszüge

 „Natürlich verändert sich die Welt, wenn man sie plötzlich nicht mehr sehen, sondern nur noch ahnen, schmecken, fühlen und hören kann. Logischerweise auch veränderte man sich selbst, wenn man von heute auf morgen unvermittelt mit einem solchen Handicap leben muss. Doch was mit Dorrie geschah, hatte mit „Natürlich“ und „Logischerweise“ absolut nichts mehr zu tun. Es fing damit an, dass Dorrie, es war drei Wochen nach dem Unfall, beim Frühstück plötzlich diesen Anfall kriegte. Er kippte mit dem Kopf nach vorne, bekam keine Luft und schrie aus Leibeskräften: Nein Lila. Tu das nicht! Lauf weg, lauf!“

 

„…. zunächst war da dieses komische Gefühl, dieses Gespür für eine vage Gefahr. Wie Raubtiere es entwickeln, wenn ein Waldbrand kurz bevorsteht. Sie werden plötzlich unruhig und drucksen herum, obwohl weder Rauch noch Hitze oder Flammen auf eine konkrete Gefahr hindeuten. Und was geschieht? Stunden später vernichtet eine Feuerwalze ihre Reviere und ihre Art wird von den Naturgewalten ausgelöscht. Einfach so. Auch ich war unruhig an diesem Tag. Nichts konnte mich beruhigen, nichts wies darauf hin, dass etwas geschehen könnte. Es gab keinen Rauch und keine Flammen, und auch färbte keine Feuerwalze den Horizont rot.“

 

„Hidalgo ist Realität! Das ist etwas, was sie noch nicht begriffen haben. In den Straßen herrscht bald Faustrecht und das ist etwas, was auch du noch nicht begriffen hast, Enno. Betts hat es auf Ellie abgesehen, und jeder hat es auf jeden abgesehen. Aber wir sind nur am Anfang. Einige Bürger halten die Meldung über einen Asteroiden für reinen Quatsch, für einen Irrtum. Wenn sie begriffen haben, dass es nicht bloß ein Spiel ist, dann werden sie zu reißenden Bestien. Adieu Moral. Jeder nimmt sich, was er will und kriegen kann, und keiner wird mehr fragen, ob er darf. Und das betrifft alles, alle Dinge, Enno.“

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