… ein halber Tag

Ich will kein Allerweltsmensch sein, aus …

Und leise schließt sich eine Tür, (e-Book)

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Im Juni 1995 verlegte unsere Kompanie nach Gabun an die Westküste Afrikas. Dort, mehr noch als im Dschungel Französisch Guyanas in den Jahren 1985 bis 1987, in den tiefen fast undurchdringlichen Wäldern, regte sich in mir etwas, was mich sprachlos ließ.
Meine Urinstinkte erwachten! Jeder von uns hat sie, diese Wildheit, dieses Drängen nach der Wahrheit, das Verlangen nach dem Wissen um unsere Herkunft. In jedem von uns steckt ein Mysterium, tun sich Rätsel auf. Jeder verfügt über die uns Menschen eigene Neugier die uns grundsätzlich vom Tier unterscheidet, und dort im Urwald war – wenn zunächst auch nur für kurze Zeit – mein Spielplatz. Der Spielplatz meiner Menschwerdung. Hier, und nirgendwo anders spürte ich den Puls der Erde. Zunächst!

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Denn so dachte ich nur kurze Zeit. Genau einen halben Tag, um genau zu sein.
Keksz, ein Ungar aus unsrem Zug erzählte mir, dass es hier von Gabun-Vipern nur so wimmelt, und dann kam eine Horrornachricht nach der anderen. Sie besäßen vier cm lange Zähne, der Biss sei absolut tödlich, allein der Schmerz würde einen um den Verstand bringen!
Ab diesem Zeitpunkt, so dachte ich, lauerten hinter jedem Blatt unter jedem Busch mörderische Gefahren auf mich, meine Neugier mischte sich mit Angst. Eine Angst, die lähmte. Ich warf meinen Urinstinkt über Bord, rannte aus dem Wald, weg von Giftschlangen, weg von Spinnen so groß wie DIN A 4 Blätter, weg von gelben und roten Fröschen deren Gifte mich binnen Minuten töten konnte. Weg von Kaimanen, so groß wie Krokodile. Ich wollte meine vertraute Sicherheit zurück.

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Gabunviper

Um jeden Preis!
Und ich fragte mich selbst, wie das war, damals in Guyana. Wie ich das denn ausgehalten hatte. Was hatte sich verändert?

Irgendwann später im Monat flogen wir an Bord einer Transall C-160 nach Lambaréné. Dort besuchte ich das Albert Schweitzer Hospital, das mitten im Dschungel lag. Natürlich war Albert Schweitzer mir damals schon ein Begriff, doch erst hier konnte ich ermessen, was dieser Mensch Urwalddoktor, Musiker, Theologe und Philosoph wirklich geleistet hatte.
Ich war mehr als nur beeindruckt, ich war vor Respekt und Ehrfurcht fast erschlagen und das meine ich aus vollem Herzen. Ich sah sein Werk, fühlte mich selbst klein wie ein Wurm. Zurück im Quartier in Libreville, der Hauptstadt Gabuns, deckte ich mich mit Büchern von Albert Schweitzer ein.

„Ma vie et ma pensée“
„À l’orée de la forêt vierge“
„Histoire de mon Pélican“

Abends in meinem kleinen Zimmer vergas ich die Welt um mich herum.
Ich las, las, las, las…. !
… und ich verstand, begriff!
Und ich kehrte einige Tage darauf zurück in den Dschungel. Dort geschah etwas, was ich nicht mehr für möglich gehalten hatte. Von meiner Angst blieb nur Neugier! Jedes Tier, so giftig es auch war, war nicht mehr schrecklich, sondern es war ein kleines Wunder: ein Wunder der Natur, ein Wunder der Erde! Und ich saugte diese Wunder in mich ein wie ein trockener Schwamm das Wasser.
Dann tat ich etwas völlig Verrücktes. Sie glauben, zur Legion gehen, ist verrückt genug?

Sie irren!

Ich zog mich nackt aus, lief etwa einen Kilometer durch den Urwald, fühlte mich der Erde näher – so nahe wie noch nie in meinem Leben, aber das war nicht alles, nein!
Ich war wieder Mal in meinem Leben ganz bewusst glücklich! Ich schrie mein Glück hinaus. Können Sie sich das vorstellen? Ein gänzlich nackter Mann, mitten im Urwald, der schreit, wie gut es ihm geht? Wie schön sie ist, unsere Welt?
“Ich bin ein freier Mensch. Ich will unter keinen Umständen ein Allerweltsmensch sein. Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen. Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten. Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft, weil der Staat für mich sorgt. Ich will dem Risiko begegnen, mich nach etwas sehnen und es verwirklichen, Schiffbruch erleiden und Erfolg haben. Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen. Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten, als ein gesichertes Dasein zu führen; lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges statt die dumpfe Ruhe Utopiens. Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben. Ich habe gelernt, selbst für mich zu handeln, der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: dies ist mein Werk.”

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Diese Worte von ALBERT SCHWEITZER öffnen die Pforten zu meinem ersten Buch. Auf dem ersten Blick handelt es sich nur um Worte. Auf dem zweiten Blick sind es immer noch nur Worte. Doch diese Worte sind Alles. Eine Philosophie, ein Wegweiser, eine Lösung für jeden, der zweifelt! Man muss sie nur auf sich beziehen, sich sagen: Lass mich doch auch mal bewusst ein Risiko eingehen. Das Recht nehmen, aus dem Rahmen zu fallen und versuchen, kein Allerweltsmensch zu sein!

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Hier gehts zum Buch:

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Papa, warum fällt der Mond nicht runter?

… eine Kurzgeschichte aus:

Und leise schließt sich eine Tür, (Kindle Edition)

Mit fünfzehn las ich „die exakten Geheimnisse unserer Welt“ von Isaac Asimov. Auch wenn zwischenzeitlich einige dieser Thesen und Ansichten heute längst in ein anderes Licht gerückt sind, weil teilweise widerlegt, weil neu berechnet, weil zu starr, so ist dieses Buch doch ein Katapult in ein großes Abenteuer für den, der es denn möchte. Wissen wollen ist Evolution. So war es immer. So wird es immer sein.

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Wissen ist Macht. Macht kann uns zum Vorteil gereichen oder uns zerstören. Je nach dem wer sie besitzt und wie er sie einsetzt! Einer der Standardfragen meiner Tochter, sie war damals erst drei, war Papa, warum fällt der Mond nicht runter?

Sie wollte (Wissen) wissen. Sie war halt neugierig. Neugier prägte auch mein Leben.

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Nun hab ich kürzlich eine TV Sendung gesehen. Thema war das Multiversum oder Parallelwelten. Meine Neugier spielte sofort Flic-Flac. So erfuhr ich, dass die Möglichkeit, dass es mich nicht nur einmal gibt, sehr hoch ist. Nicht nur mich, sondern uns alle, jeden von uns. Würde man das Garn weiterspinnen, könnte es sicher sein, dass einige dieser Ich’s in ihrer Entwicklung bereits einen Schritt weiter sind, andere wiederum nicht, dass die Gedanken, bei denen die mit mir gleichauf sind, gleich sind, weil wir ja Identisch sind. Ich denke also in diesem Moment etwas, was einige Milliarden Kilometer weiter weg, mein zweites Ich ein paar Sekunden später denken würde oder andersherum? Ich bin schon tot, weiß nur noch nichts davon. Das also? Oder gibt es uns gar nicht und alles ist Illusion in einer Illusion in einer Illusion, in einer ILLUSION? Alles geschieht immer wieder. Das Multiversum unterliegt Gesetzen, denen es nicht entfliehen kann.

Wir auch?

Alles was wir tun, ist programmiert. Zufälle gibt es nicht und grandiose Einfälle die wir haben sind längst vorgesehen. Wir sind also keine Genies, sondern strohdumme Roboter aus Fleisch und Blut, prädestiniert das zu tun, was man von uns verlangt.

Doch wer ist MAN?

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Ich lasse Gott außen vor, denn das Schlimmste, was geschehen könnte, wäre, irgendwann zu erfahren, dass es sich mit ihm genauso verhält wie mit uns. Es gibt ihn mehrmals! Für diese These hätten sie mich vor nicht allzu langer Zeit verbrannt oder geköpft, doch nun zurück zur Frage: Wer ist MAN? MAN, das ist ein großes, schwarzes Monster ohne Anfang ohne Ende. Einen Beginn gibt es nicht und nie hört etwas auf! MAN ist in jedem von uns, MAN ist essentiell, man (n) ist das einfach!

In dem Augenblick, in dem wir begreifen können, wie wir funktionieren, haben wir Antworten auf alle  Fragen. Zu begreifen, dazu fehlt uns nicht die Intelligenz aber sehr wohl die Zeit. Der Moment des Begreifens wäre in etwa 200 bis 400 Jahren gekommen, vielleicht in tausend, doch diese Zeit haben wir nicht mehr! Ein Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre genügt, um zu verstehen, dass sich der Mensch vor dieser Frist selbst zerstört oder Opfer eines Kometen, eines Vulkanausbruches oder einer anderen Naturkatastrophe wird: ein kleiner Virus gefällig? Ich bin sicher, dass eine einzelne Zelle meines Körpers, jedes Atom, jeder Quark, jedes Elementarteilchen von mir ein Multiversum ist, in dem sich wieder andere verbergen …

… es hört nie auf.

Einen Tod gäbe es den aktuellen Umständen entsprechend nicht, wie auch? Wenn es nämlich stimmt, dass es immer ein Ich gibt, das mir hinterher hinkt, also auch jünger ist, dann kann es zwar meinen Sterbefall geben aber woanders lebe ich ja noch, und das immer – und besser noch: Ich bin noch lange davor, überhaupt geboren zu sein. Das was ich tue ist ja vielleicht mein anderes ich: Ich nehme kategorisch Abstand davon!

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Nehmen wir an, aus dieser schlichten Mutmaßung heraus leitet jemand ab, dass ja alles im Prinzip egal ist. Was wir auch tun: Es ist uns ja so bestimmt und Folgen hat es keine, weil wir es ja noch nicht (oder schon längst) getan haben, und wenn es Folgen hat, dann war es auch so vorhergesehen kann also nicht falsch sein, weil von 1000 Göttern geplant (… oder  verderben etwa viele Köche den Brei?).

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Dieser göttliche Jemand, wenn es ein Robespierre und kein Danton ist, ein Hitler und keine Emily Greene Balch, das britische Empire und  kein Ghandi, die USA und keine Nordamerikanischen Indianer, israelische Juden und keine palästinensischen Araber  – gelinde ausgedrückt: Unruhe und Rastlosigkeit in der Eroberer Seele der ersten, und eventuell Sehnsucht nach den Frieden der Letztgenannten – könnte die Welt ins Chaos führen, die absolute Anarchie in die Wege leiten ganz nach dem Motto: Alles halb so wild, es ist doch noch gar nichts passiert, Gott vergibt, denn es gibt ihn viermal oder öfter (… ich, du lieber Leser,  bist vielleicht eine Kopie davon) und überhaupt!

Mann ist das alles schräg. So entstehen Science-Fiction oder Endzeit Filme. So nähert man sich dem Irrenhaus der Veronika beschließt zu sterben von Paulo Coelho! Oder sind die Verrückten normal? Oder sind wir alle eine Person, zentral-gesteuert! Und … sind wir alle verrückt? Nun, ich muss drüber nachdenken, bis zur nächsten, schrägen Geschichte.

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Afrika Melodie – das Taschenbuch ist endlich da!

„Psychologisch packend, manchmal rührend, oft schmerzhaft wie ein Hieb in die Magengrube, genauso wollte ich dieses Buch. Es gleicht einer Reise durch das geheimnisvolle Schwarzafrika und ist zugleich ein Plädoyer an das Kind in jedem von uns. Zeuge von Liebe und Hass, von Naturgewalten und fremden Kulturen ist Afrika Melodie mein Lieblingswerk.“ (Der Autor).

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624 SEITEN

Schwarzafrika

Elias, Sarah und Adebayo leben auf einer Farm in Afrika. Bei einem Ausflug in den Busch verlaufen sie sich. Was sie erleben, prägt sie zutiefst. Einmal zurück auf der Farm trennt sich das Trio. Während Sarah und Adebayo zunächst auf der Farm von Sarahs Eltern bleiben, kehrt der junge Elias nach Frankreich zurück.

Frankreich

Die schwangere Isabelle wird in ihrer Wohnung vergewaltigt, das Ungeborene aus ihrem Leib geraubt. Elias, Isabelles Mann, steht unter dringendem Verdacht. Die ehrgeizige Journalistin Sarah wird auf diesen Fall angesetzt. Der erfährt jedoch eine überraschende Wende, als Sarah realisiert, wer Elias wirklich ist.
Erst als sie gemeinsam auf ein Tagebuch stoßen das Elias’ Mutter gehört, lüftet sich das Geheimnis. Sarah und Elias vollführen eine Zeitreise, in der die Hintergrundereignisse die zum Raub des Ungeborenen führten, langsam an den Tag kommen. Um das Baby zu finden, müssen sie wieder zurück nach Afrika, sich ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

An dieser Stelle geht es zum Buch:

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Hier eine Leseprobe
TEIL Eins (Erste Liebe)

Sternschnuppengeflüster

Die Sonne war längst am Horizont erloschen, doch noch herrschte Zwielicht. Der sterbende Tag sowie die beginnende afrikanische Nacht erlebten erneut diesen eigentümlichen Augenblick der Ungewissheit. Es war ein Moment, der inneren Unruhe. Es war der Augenblick, in dem sich instinktiver Tatendrang und das Verlangen nach Ruhe und Schlaf einem Zwiespalt hingaben, der so alt schien wie die Menschheit und das Leben selbst. Und es war mild! Venus stand schon eine ganze Weile an der Stelle, an der die Sonne untergegangen war und nach und nach lugte auch so manch anderer Stern hervor. Von der Savanne her, dort, wo Felsenwildnis und Grassteppe sich abwechselten, wehte ein warmer Wind und es roch vereinzelt nach Thymian und nach feuchtem Gras.
„Hey! Tiere tragen keine Kleider, warum sollten wir es tun?“
Adebayo, schwarz wie die Nacht und knapp vier Fuß in die Höhe geschossen, hatte Mühe, das Mädchen von der Bedeutsamkeit dieser Aussage zu überzeugen. White Boy Elias nickte bedächtig und schwerwiegend mit dem Kopf, denn es war eine ernst zu nehmende Entscheidung, während Sarah die Schamröte ins Gesicht schoss.
„Was ist denn los, Spargelgewächs“, spöttelte Adebayo. „Hast du etwa Angst?“
„Vor was bitte?“
„Dich lächerlich zu machen!“
„Blödsinn!“
„Sie hat doch Angst“, schlussfolgerte Adebayo. „Siehst du, White Boy. Ich habe dir doch gesagt, dass sie’s nicht tun wird!“
„Schon“, erwiderte White Boy Elias und zuckte mit den Schultern. Am liebsten hätte er laut geschrien Hey! Das ist ein Irrtum. Blasen wir alles ab und gehen nach Hause, aber genau in diesem Augenblick führte Adebayo seinen Stänkerfeldzug fort.
„Sind alle weißen Mädchen doof und spießig oder tun sie nur so?“
Niemand beantwortete ihm diese Frage.
„Na schön, Elias. Wir wissen doch, dass schwarze Mädchen Feuer im Arsch haben, oder?“
Elias nickte zögerlich.
„Da gibt es eine im Dorf, die uns immer ansieht, als ob sie uns fressen wollte. Ihre Blicke sprechen Bände, Mann, immer noch klar ausgedrückt?“
„Joop!“
„Sie heißt Djalia.“
Sarah funkelte Adebayo zornig an. Sie wusste, dass Elias dieser Djalia wegen ihrer offen zur Schau getragenen, nackten, stolz aufgerichteten Brüste oft nachstarrte und dabei die Welt um sich herum vergaß.
„Ihr seid Affen“, stieß sie mit trotzig erhobenen Kinn hervor, und begann, mit zitternden Fingern ihr Hemd aufzuknöpfen.
Elias sah zuerst weg, nur um dann doch wieder hinzusehen, überzeugt, dass ihm der Mond auf den Kopf fallen würde, während Adebayo ein zufriedenes Schnauben der Vorfreude von sich gab. Einen Augenblick lang herrschte Grabesstille. Sarah brach den Bann als Erste.
„Was geschrieben steht, steht geschrieben“, sagte sie. „Aber lasst uns damit beginnen, bevor der Mut mich verlässt!“
In nächster Nähe fauchte ein Leopard.
„Wie lange müssen wir so liegen bleiben?“ fragte Sarah eine ganze Weile später. Sie schwankte zwischen Verunsicherung und innerem Jubel. Verunsichert war sie, weil die Savanne zu dieser späten Stunde ein unheilbringender Ort war. Ja und sie jubilierte weil sie sich inmitten der beiden Jungs besser aufgehoben fühlte, als sie anfänglich gedacht hatte. Hier zu sein war ein unbeschreibliches Gefühl. Elias derweil sah mit einem mulmigen Gefühl auf den Jutesack, den Adebayo neben sich abgelegt hatte. Etwas bewegte sich darin. „Jesus Maria, was ist das?“
„Das wirst du schon noch früh genug erfahren, Angsthase. Zunächst aber gilt es, Sternschnuppen zu zählen.“
Elias zitterte vor Aufregung. Ihre Körper berührten sich. Die schwarze Haut von Adebayo fühlte sich hart und rau an, wie die Haut der Echse, die er sich um seine Hutkrempe gewickelt hatte. Sarah hingegen hatte eine sanfte Haut, warm und glatt.
„Was heißt Stern in deiner Sprache?“
„Tongolo“, erwiderte Adebayo ernst.
„Das ist schön“, flüsterte Sarah.
„Das ist Sango“, nickte Adebayo und erhob sich. „Ich habe alles vorbereitet, wir müssen gehen.“
Fast augenblicklich verschmolz er mit der Dunkelheit und war kurz darauf nur noch als vage Silhouette auszumachen, die schemenhaft in der afrikanischen Nacht verschwand. Ungefähr eine Meile dem Flussbett folgend, hatten sie ihn endlich eingeholt. Zu dritt legten sie schweigend den Rest der übrigen Strecke zurück. Knapp fünfzig Meter vor ihnen bog der Fluss plötzlich im rechten Winkel nach links ab. Unmittelbar nach der Flussbiegung blieb Adebayo abrupt stehen. Mit vorgestreckten Kinn wies er nach vorne.
„Da oben ist es. Ich hoffe, niemand hat das Versteck gefunden.“
Vor ihnen türmte sich eine terrassenförmige Plattform in die Höhe. Auf ihr hatte der Fluss im Laufe der Jahrzehnte seine überflüssigen Mitbringsel abgelegt. Es war ein Wirrwarr aus zerborstenen Felsstücken, vermoderten Baumstämmen und alten, von der Sonne gebleichten Knochen.
„Wir sollten von hier verschwinden“, sagte Elias, der sich plötzlich hundeelend fühlte. „Claude hat selbst gesagt, dass die Löwen nachts bis zum Fluss kommen. Es gibt wenig Wild zurzeit und alles im Umkreis von fünfzig Kilometern, was kriechen kann oder mindestens ein Bein hat, dürfte sich heute Nacht hier draußen herumdrücken.“
„Claude hat auch gesagt, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist“, puffte Sarah hinter ihm.
Genau das, was Elias befürchtet hatte, war eingetroffen: Sie hielten ihn für einen Hasenfuß! Seit Langem schon ahnte er, dass Adebayo ihn genau beobachtete. Der Negerjunge hatte ihn auf den Prüfstand gehoben. Hier im Busch, wo hinter jeden Strauch tückische Gefahren auf sie lauerten, stand er als Stadtmensch und Nichtafrikaner in der ständigen Beweispflicht. Das war ganz in Ordnung. Was ihm aber gewaltig gegen den Strich ging, war, dass Sarah in die gleiche Kerbe schlug. Er verspürte ständig den Zwang, alles doppelt so gut machen zu müssen, und das war auf Dauer belastend. In Gedanken versunken spähte er über die Plattform hinweg. Am mondbeschienenen Horizont erhob sich dunkelgrau und silbern ein enormes Felsengebirge: Das Bongo Massiv! Die Quelle des Flusses war irgendwo dort oben. Sarahs Vater Claude war bislang der einzige Weiße, der sich je die Mühe gemacht hatte, sich diesen Landstrich etwas genauer anzusehen, ein Gebiet, welches selbst die Afrikaner mieden wie die Pest, weil dort angeblich nichts mit rechten Dingen zuging. Es war ein Niemandsland, in dem Bambingas, vereinzelte, ausgestoßene Pygmäen ihr Unwesen trieben.
Adebayo warf den Sack nach oben und erklomm flink wie ein Wiesel die Plattform. Dann tastete er im Dunkeln nach dem Antilopenfell, das er tags zuvor unter einem Haufen alter verwelkter Blätter versteckt hatte, und begann damit, den Inhalt sorgfältig vor sich auf den Boden zu legen. Als er fertig war, errichtete er aus trockenen Holz ein scheiterhaufenähnliches Gebilde. Mit einigen raschen Handgriffen stopfte er Elefantengras darunter und zündete es mit einem Sturmfeuerzeug an. Die Flammen loderten sofort gelb auf, warfen gespenstische Schatten an Felswände und Schilf.
„Adebayo, hilf mir!“
Die Stimme kam von Sarah. Sie stand am Fuße der Plattform und starrte hilflos nach oben. Seelenruhig überprüfte Adebayo nochmals seine Utensilien, bevor er sich dazu herabließ, ihr zu antworten. „Eigentlich sollte ich euch da unten noch etwas schmoren lassen, und warten, bis euch die Löwen aufgefressen haben.“
Während er sprach, hatte er sich bäuchlings am Rande der Plattform niedergelassen. Zur gleichen Zeit ertönte das tiefe, unverkennbare Brüllen eines Löwen. Jäh durchbrach es die nächtliche Stille.
„Es wird Zeit“, sagte Adebayo, als Erregung und Angst sich gelegt hatten. Er öffnete den Sack, griff hinein und brachte eine kleine, zu tote erschrockene Ziege zutage. Nase und Maul waren so fest zugebunden, dass es an ein Wunder grenzte, dass sie noch lebte. Er tötete das Tier mit einem raschen Schnitt quer über die Kehle und fing sein heißes Blut mit einem Blechnapf auf. Sofort darauf machte er sich mit Eifer ans Werk. Seine wendigen Hände waren überall, arbeiteten fieberhaft und ununterbrochen, während der Schweiß in Sturzbächen aus all seinen Poren drang. Die gelben und roten Farben und auch das warme Blut, mit denen er sie bemalte, waren an manchen Stellen schon fast getrocknet und begannen bereits zu bröckeln, als er zum krönenden Abschluss, Stich für Stich, die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen mit der aus Blut und schwarzer Tinte gemischten Flüssigkeit auf ihren Armen tätowierte. SEA!
Er trat zurück, betrachtete Elias und Sarah wie ein eifriger Priester seine folgsame Gemeinde. Und er war zufrieden. Er nahm einen Blechnapf, trank, und reichte ihn an Elias weiter.
„Trink. Es ist Ziegenblut“, sagte er und kam somit allen Fragen zuvor. Elias trank gierig und reichte das Schälchen dann weiter an Sarah. Als der Napf leer, die Lippen blutverschmiert und ihre Freundschaft auf ewig und alle Zeiten besiegelt war, lachten sie befreit.

Als der Napf leer, die Lippen blutverschmiert und ihre Freundschaft auf ewig und alle Zeiten besiegelt war, lachten sie befreit.

„Sag mal, White Boy. Wie viel Sternschnuppen hast du gesehen? Nein, sag es nicht. Wünsch dir einfach etwas, für jede Einzelne von ihnen.“
„Du liebe Güte“, sagte Elias entmutigend. „Ich habe dreiundfünfzig gezählt. Wir müssten zwei Wochen hier draußen bleiben, wenn ich anfangen würde, mir für jede Einzelne etwas zu wünschen.“
„Nun stell dich nicht so an. Erst nimmst du den Mund voll und wenn’s drauf ankommt, kneifst du.“
„Ist ja schon gut, reg dich ab“, stöhnte Elias und wunderte sich, dass es immer die gleiche Sehnsucht war, die hartnäckig immer wieder zurückkehrte.
„Tongolo. Ich hab nur eine Sternschnuppe gesehen“, sagte Sarah. Sie schloss ihre Augen und tastete nach Elias Hand, die sie dann fester drückte, als sie es eigentlich vorhatte. Adebayo schwieg. Als es vorbei war, wurde das Feuer gelöscht und alle Spuren verwischt. Flugs kletterten sie die Plattform hinunter zurück in das Flussbett und machten sich von dort aus schweigend auf den Rückweg. Elias und Sarah folgten Adebayo durch die Nacht, bis hin an die Stelle, an der sie sich bei Sonnenuntergang getroffen hatten.
„Sollen wir dich ins Dorf begleiten?“
Elias lauerte gespannt auf Adebayos Reaktion. Er ahnte, dass seine Frage pure Zeitverschwendung war und natürlich sollte er recht behalten. Selbst Sarah, die in der afrikanischen Wildnis aufgewachsen war, hielt Adebayos Alleintour für ein ziemlich gefährliches Unternehmen.
„Wenn ein Löwe mich angreifen will, dann tut er es auch“, entgegnete Adebayo großspurig. „Der Neid der Geister sorgt dann schon dafür und es würde ihn dann nicht weiter beeindrucken, wenn wir zu dritt wären. Wisst ihr, alles steht in den Sternen geschrieben. Einen Löwen kannst du nicht davonlaufen und dem Schicksal erst recht nicht.“
Adebayo hatte recht und Sarah wusste es. Als er außer Sichtweite war und nach einer Weile, die den beiden wie eine Ewigkeit vorkam, noch alles ruhig blieb, wandte Elias sich an Sarah.
„Neid der Geister? Was meintest du damit?“
„Unkulukulu, Geisterkult!“ antwortete Sarah unbehaglich und starrte in die pechschwarze Nacht. „Einer von Adebayos Vorfahren war Zulu, deshalb.“
„Oh, ich verstehe“ spöttelte Elias. „Geheimnisvolles Gedankengut!“
„Ich find‘s nicht lustig!“ sagte Sarah in einem Tonfall, der Elias eine Gänsehaut bescherte.
„Tut mir leid“, fing er sich. „Und an was glauben Zulus?
„Zum Beispiel, dass Löwen schneller laufen, als wir es jemals könnten“, mokierte sie sich. Doch auch ihr war das alles nicht ganz geheuer. „Sie bringen Opfer und vertrauen darauf, dass in jedem Ding ‘ne Seele steckt oder so ’n Quatsch!“
„Du meinst wirklich, dass es Blödsinn ist?“
„Ja. Nein. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.“
Elias spürte, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war, tiefer in die Materie zu dringen. Je früher wir hier fortkommen, desto besser ist es, dachte er, sagte aber: „Wir sollten zurück ins Camp, bevor jemand von unserem nächtlichen Ausflug Wind bekommt.“
Währenddessen fuhr er mit seinen Fingerspitzen vorsichtig über die schmerzende Stelle knapp oberhalb seines Ellenbogens und sah Sarah mit einem seltsam verlegenen Seitenblick an.
„Was hattest du dir gewünscht … du weißt schon?“
Sarah lächelte geheimnisvoll. „Es würde nicht in Erfüllung gehen, wenn ich es dir verrate. Außerdem war es nicht so wichtig.“ Sie wandte sich dabei von Elias ab, sodass diesem der träumerische Blick, der ihre Worte Lügen strafte, entging.
„Ich hatte mir gewünscht, dass wir..!“
Mit einem Sprung war Sarah ganz nahe bei ihm und legte ihre Hand auf seinen Mund. Schließlich stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen und presste ihre Lippen eine Sekunde lang zärtlich auf seine.
„Ich mag dich auch“, hauchte sie. „Und wie!“
Lachend fegte sie leichtfüßig wie ein Blitz davon. Elias, einige Augenblicke perplex, wusste mit den Gefühlen, die ihn übermannten nichts anzufangen. Er spürte nur, dass etwas vor sich ging, was er nicht nur mit Worten beschreiben konnte. So zuckte er nur mit den Schultern und schlenderte langsam Richtung Camp davon. Er wusste, dass er nicht sofort einschlafen würde, denn die Eindrücke der vergangenen Stunden waren zu stark und zu intensiv gewesen. Lautlos schlüpfte er durch das nur angelehnte Küchenfenster im Erdgeschoss des Hauses und verschloss es von innen. Im Haus war alles still. Barfüßig durchquerte er den Salon und stieg die robuste Holztreppe hinauf in den Korridor der, am Zimmer seiner Eltern vorbei, direkt in seine Stube führte. Dort zog er sich aus und wischte sich mit einem Handtuch die Farben vom ganzen Körper. Mit beiden Händen fegte er das Moskitonetz beiseite und kroch nackt in sein Bett, wo er einige Zeit schläfrig vor sich hin döste und dabei eifrig nachdachte. Sechs Monate war es nun her, seit er zum ersten Mal afrikanischen Boden betreten hatte. Das Verhältnis zu seinem Stiefvater David hatte sich nicht geändert. Er hasste ihn! Seine Mutter hingegen liebte er wie eh und je, wenn nicht gar etwas mehr. Elias war nicht mehr der gleiche Junge wie noch vor einigen Wochen. Sein Verhalten hatte sich grundlegend geändert. Er strahlte eine innere Ruhe aus, war ausgeglichen und selbstbewusst und betrachtete das Land plötzlich mit anderen Augen. Es schien ihm, als hätte er dieses Afrika immer schon gekannt, als wäre er hier auf dieser warmen braunen Erde geboren. Afrika war mit einem Male in seinem Blick, in seinen Gesten und in seinen Gedanken. In Gedanken, die waren, wie bunte Fische! Afrika war in seinen Haaren, es klebte auf seiner Haut und hatte sich langsam, schleichend wie ein Dieb in der Nacht, auch in sein Herz gestohlen. Afrika war überall und vor allem war es in Sarah Bourbon. Er verbrachte jede freie Minute mit ihr. Kränkelte sie, litt er. War sie fern, konnte niemand ihn trösten und stand sie neben ihm, sehnte er sich danach, sie noch näher bei sich zu haben. Kurz, er war besessen von diesem schwarzen Kontinent und dem kleinen Mädchen mit den rötlichen Locken und den grünen Augen. Elias dachte an den Tag, als er hier mit seinen Eltern angekommen war.

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  • Taschenbuch: 624 Seiten
  • Verlag: epubli; Auflage: 1 (16. November 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 374270012X
  • ISBN-13: 978-3742700124

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Rendezvous mit dem Tod

Aber ich habe ein Rendezvous mit dem Tod! Um Mitternacht in einer Stadt in Flammen. Wenn der Frühling gen Norden zieht dieses Jahr. Ich werde Wort halten. Dieses Rendezvous … ich werde es einhalten.

But I’ve a rendezvous with Death. At midnight in some flaming town, When Spring trips north again this year. And I to my pledged word am true, I shall not fail that rendezvous. (Alan Seeger, 1888 – 1916)

 

Es war John F. Kennedys Lieblingsgedicht. Geschrieben hat es der US-amerikanische Dichter Alan Seeger. Seeger war nicht nur Poet, sondern auch ein feiner Romancier, dessen Lebensweg den in einen Käfig geratenen Schwan gleicht. Alan Seeger war auch Fremdenlegionär, auf der einen Seite abgehoben, dann wieder Realist. Ihm widme ich diese Geschichte.

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21 Kurzgeschichten in einem eBook

Frankreich, 1919.

Die Gestalt war nicht nur von den Jahren, sondern vor allem von großer Sorge gebeugt. In seiner Westentasche befand sich ein Brief vom französischen Kriegsministerium. Sein Sohn sei gefallen, stand drauf. Knapp und kühl wurden die Umstände erwähnt. Und hier in der regnerischen Picardie, im Département Somme sollte er zu finden sein.

Den Körper fand er nicht. Oh, er ließ nichts unversucht, hastete von einem Friedhof, von einem einsamen Grab, von einer Hoffnung zur nächsten. Nirgends fand er ein Wort, eine Zeile, nirgends seinen Namen auf einem hölzernen Kreuz. Nichts! Obwohl, der Hauch der Vertrautheit umgab ihn überall! Er wusste, Alan, sein Sohn hatte vor ihm diesen Boden betreten. Er spürte es mit jedem unsicheren Schritt, den er tat.

Aber ich habe ein Rendezvous mit dem Tod!

An diesem Tag sowie auch an allen darauffolgenden Tagen suchte der Vater umsonst. Wieder und wieder kramte er den zerknüllten Brief hervor, worauf stand:

Junger Legionär, voller Enthusiasmus und Energie, der Frankreich leidenschaftlich liebt! Zu Beginn der feindlichen Handlungen freiwillig Eingetretener, bewies er während des gesamten Feldzuges einen bewundernswerten Mut und eine außerordentliche Lebensfreude! Gefallen am 04. Juli 1916.

Als Fremdenlegionär unterschreibt der Kandidat einen Vertrag, der ihn zunächst fünf Jahre lang an die Légion étrangere binden wird. Oder er unterschreibt für die Dauer des Krieges! Wie Alan Seeger. Seeger liebte Frankreich, noch mehr aber liebte er Paris.

„Il n’y a dans la nature que deux principes, l’amour et le combat!“

In der Natur gibt es nur zwei Prinzipien: Die Liebe und den Kampf!

Liebe und Kampf! Mit diesen Gedanken im Kopf zog Alan Seeger in den Krieg, rannte von einem Schlachtfeld zum nächsten. Und er schrieb. Er führte Tagebuch. Die Sehnsucht, sein Rendezvous nicht zu verpassen, fand sich in all seinen Aufzeichnungen. Das Schicksal enttäuschte ihn nicht, er fand schnell, wonach er suchte.

127

Belloy en Santerre – 04. Juli, 1916.

Die Deutschen hatten sich seit Monaten zur Defensive eingerichtet. Die Landschaft glich Dantes Inferno. Überall waren Bunker, Stacheldraht, Laufgräben. Überall lagen Tote. Tote Soldaten, tote Landschaft, tote Gefühle und getötete Poesie! Zwischen den unablässig heranstürmenden französischen Einheiten und den deutschen Schützengräben zog sich ein Niemandsland. Es waren achthundert Meter Kraterlandschaft, eine halbe Meile aufgewühlter Boden, von Bomben getränkte französische Muttererde. Sie war gesät mit Leichen beider Kriegsparteien, Männer herangeeilt aus fast hundert Ländern. Die Legionäre der 9. und 11. Kompanie des 3. Bataillons des R.M.L.E. zu denen auch Alan Seeger zählte, gingen durch die Hölle an diesem Tag. Teufel waren es! Und wie Teufel mussten sie auch den Deutschen Soldaten vorgekommen sein, als sie plötzlich in den deutschen Gräben standen. Fremdenlegionäre bespritzt mit Schlamm und mit dem Blut ihrer Kameraden, beseelt von der Aussicht, dass der Krieg bald endet. Verdammter Krieg! Ganz langsam wurden Stimmen auf dem Schlachtfeld laut. Zunächst schrie nur einer, dann, peu à peu wurden es mehr, bis es kein Halten mehr gab.

„Vive la Légion, Vive la France!“

„Belloy est pris!“ Belloy en Santerre ist eingenommen! Erobert!

In der folgenden Nacht, stockdunkel war sie, hörte man deutlich die Stimme eines einzelnen Legionärs. Es war eine Stimme mit fremdem Akzent, eine Stimme voller Wucht und Sanftheit und Poesie, und voller Wahrheit!

Die Verwundeten hoben ihre Köpfe. Sie bekamen eine Gänsehaut. Es war die Stimme des ebenfalls schwerverletzten amerikanischen Poeten Alan Seeger, und er sang.

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„Estimant infime le paiement de sa dette, Pour que son drapeau puisse, l’honneur intact,  flotter sur les tours de la Liberté, de sa poitrine, Il fit un rempart et, de son sang, comble le fossé.“

„Gering schätzte er die Bezahlung seiner tiefen Schuld. Auf dass seine Flagge, die Ehre intakt. Auf den Türmen der Freiheit wehen kann. Mit seiner Brust baute er einen Wall und mit seinem Blut füllte er die Gräben.“

Alan Seeger sang die ganze Nacht hindurch und starb im Morgengrauen.

Der alte Mann sah sich um. Seine Hoffnungen enttäuscht, und um das Andenken an seinen geliebten Sohn zu wahren, ließ er auf dem Kirchturm des Dorfes eine Glocke aufstellen, eine Glocke, die den Namen Alans Mutter trug. Es regnete, als sie zum ersten Mal schlug!

Mais j’ai rendez-vous avec la Mort. À minuit, dans quelque ville en flammes,  quand le printemps d’un pas léger revient vers le nord. Et je suis fidèle à ma parole. Je ne manquerai pas à ce rendez-vous-là.

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Poulet au Miel oder ein Hoch auf die Natürlichkeit

Eine von 21 Kurzgeschichten aus

„Und leise schließt sich eine Tür“

„Eine Familie zu haben bedeutet glücklich zu sein.  Keine zu haben bedeutet verloren zu sein!“

(Hmong Zitat)

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Über die Bedeutsamkeit der Familie sind wir uns alle einig: Sie ist Symbol für Geborgenheit und Wärme. Sie verkörpert das mit- anstatt das gegeneinander, sie bedeutet Kraft. Es ist diese Kraft, die anspornt, über uns selbst hinaus zu wachsen. Von 1985 bis 1987 war ich in Kourou stationiert. Kourou ist eine kleine, gemütliche Stadt in Französisch Guyana. Flankiert von Brasilien und Surinam, bildet der Atlantik die nordöstliche Grenze dieser immergrünen Region. Das geheimnisvolle Tumuc-Humac Massiv mit seinen mal sanft, mal schroff ansteigenden Hügeln und seinen wilden, meist noch unerforschten Tälern, markiert seine Südgrenze. Insgesamt verbrachte ich 455 Tage im Urwald Französisch Guyanas, und was ich dort erlebte raubt mir heute noch den Atem.

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Unsere Garnisonsstadt, war damals Tummelplatz aller Rassen und Nationen. Überwiegend fanden sich hier einheimische Indianer wie Emerillons, Arawaks, Oyampis und Galibis aber auch Bush-Negroes, Noir-Marrons, Kreolen, Brasilianer, Kolumbianer, Palästinenser, Goldgräber und Glücksritter aus aller Herrenländer. Hier fanden sich Huren aus Santo Domingo und aus Berlin. Und es gab Vertreter des Volkes der Hmong, Exil Asiaten, deren Ursprung den Wissenschaftlern bis heute noch ein Rätsel ist, ein Volk das in den bergigen Regionen Chinas, der Mongolei, in Thailand sowie in Sibirien und Vietnam zuhause war, ein heute zerrissenes Volk, das jedoch mit klugen Weisheiten aufwarten kann. Es gab in Kourou auch Korsen, Franzosen und Deutsche, meist waren es Techniker oder Ingenieure für die Weltraum Europarakete Ariane, und es gab uns Fremdenlegionäre des 3. Regimentes. La Guyane: Es war mit die schönste und intensivste Zeit meines Lebens! Schön auch deswegen, weil ich zum ersten Mal so richtig weit weg war vom Rockzipfel meiner Mutter. Ich liebte meine Mutter, liebe Sie noch heute, doch das meine ich nicht. Weg vom Rockzipfel damit meine ich, weg vom Pfad den der brave, folgsame und immer pflichtbewusste Mensch beschreitet. Schön auch weil ich, obwohl bereits dreiundzwanzig, dort erst zum Manne wurde. Ich spreche nicht nur von Mut, vom Überwinden der Angst oder davon dem Tod ins Angesicht zu sehen – Unsinn! Die Rede ist auch nicht von Frauen – Nein! Mann wurde ich schon deswegen, weil ich hier im Dschungel das Lügengerüst abstreifte, welches mir bis dahin noch wie eine zweite Haut eng am Körper haftete. Irrtümlicherweise hatte ich nämlich bis dato geglaubt, ein Mann müsse stark sein.

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Ich dachte, er müsse immer, in allen Lebenslagen und um jeden Preis seinen Mann stehen! Zu Unrecht meinte ich, die Welt gehört dem, der für alle Fragen sofort die richtige Antwort parat hatte. Wer Schwächen zeigt und in wichtigen Dingen nicht die erwartete Leistung bringt, so hatte ich gelernt – so hatte man mir in meiner Vor- Legionszeit gesagt – war ein Versager, ein erbärmlicher, unbedeutender Wicht.

Misfits. Non conforme. Nicht gesellschaftsfähig!

Erwartungen anderer Menschen, Familie, Freunde, Vorgesetzte – nicht erfüllt?

Versager!

Man hatte mir bis dato auch die wohl allgemein gängige Anschauung aufdrängen wollen, dass ein Überleben nur in der Herde möglich sei, dass in unserer leistungsorientierten Welt stille Einzelgänger wie ich einer war, sang- und klanglos untergehen, in einer Welt in welcher – so das allgemeine Denken – der, der am lautesten schreit mehr Aufmerksamkeit und somit mehr Achtung geschenkt bekommt, also auch mehr Chancen im Leben hat.

Lügen nichts als Lügen!

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In der Fremdenlegion, vor allem tief im Dschungel Guyanas, wurde ich Mann, weil ich unter anderem auch lernte, dass man eben nicht immer alles mit Worten erklären kann oder muss. Ich lernte zu handeln, schnell und präzise! Ohne Worte zu verschwenden. In dieser harten Männerwelt lernte ich auch, Träumer sein zu dürfen ohne dass die Welt um mich herum gleich zusammenbrach oder aus den Fugen geriet, und es gab Momente, in denen es einfach nur schön und befreiend war, schwach zu sein, die Flügel hängen zu lassen. Ein anderer Legionärskamerad sprang in die Bresche, wenn ich mich mal in mein Schneckenhaus zurückzog. Ja, wir wachten, einer über den anderen! Sehr schnell wurde mir bewusst, dass in vielen Fällen schwach sein auch tolerant sein bedeuten konnte. Nichts brüskieren. Kein Drängen auf schnelle Entscheidungen, sondern ein Zulassen derselben, sodass jedes Ding sich nach seiner Eigenart selbst entfalten kann, das war unsere Devise. Langsam, still wie Ralph Vaughan Williams und Edward Elgars „the lark ascending!“

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Ich lernte auch, dass „… alle Erwartungen erfüllen …“ den eigenen Tod oder schlimmer noch, den Tod anderer bedeuten konnte und dass „… Leistung bringen um jeden Preis, voraus planen und der Zeit weit vorausdenken …“ eine menschliche Torheit war, eine, die von der Natur sofort unbarmherzig und gnadenlos bestraft wurde. Je unwirtlicher, undurchdringlicher und gefährlicher die Wälder, desto höher die Notwendigkeit nicht um jeden Preis dagegen anzukämpfen, denn sonst drückt einem die Natur den Stempel Verlierer  auf die Stirn. Im Leben ist es wohl genauso. In diesem Sinne sollten wir langsam den Tag beginnen und nicht in aller Frühe schon an morgen denken. Das Jetzt zählt! Einatmen, den Moment festhalten … leben!

Das Resultat einer solchen Lebenseinstellung?

Unbeschreiblich, natürlich, zwanzig Kilo Ballast von jeder Schulter nehmend! Das Leben ist wie ein recht turbulent dahin fließender Strom. An bestimmten Biegungen dieses Flusses, und auch das wurde mir sehr schnell klar, ist es für jeden von uns wichtig, mit sich selbst ins Reine zu kommen, Zwischenstation zu machen, Bilanz zu ziehen. Ich für meinen Teil suchte dazu Momente der Einsamkeit. Nur ich, das immersatte Grün in tausend verschiedenen Facetten und die Laute der Natur.

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Meiner Seele tat es gut.

Ich verstand! Man (n) muss nicht immer reden oder sich vor anderen profilieren um zu einer gewissen Art von Selbstwertgefühl zu finden. Endlich weg vom verflixten Schema: „…. ich rede, ich zeige mich und rücke mich ins rechte Licht, protze mit meiner Intelligenz, mit meinen körperlichen Trümpfen, mit schnödem Mammon oder noch mit dem… was bin ich, was kann ich noch werden Denken!“

Intensiv waren meine zwei Jahre in Südamerika, weil erst dort meine Sinne sich richtig entfalten konnten, und überhaupt: Ich machte die Erfahrung, dass ich über Sinne und über die sich daraus ableitenden Fähigkeiten verfügte, von denen ich noch gar nichts wusste. Kulinarisch gesehen wurde ich ein anspruchsvoller Gourmand.

Poulet au Miel et Ananas – Huhn mit Honig und Ananas – Pirri-pirri, kantonesischer Reis, Ingwer und Kardamom. P’ti Punch, Taffia – weißer Rum aus den Antillen. Zuckerrohr und vegetarische Samosass. Goldbrasse und Merou! Zimt und goldene Mangofrucht Muskat und frischer Koriander.

Ich wurde ein aufmerksamer Beobachter und nimmersatter Zuhörer, ein besserer Liebhaber auch, gab stets mehr, als ich nahm! Kehrte den Spieß um, am nächsten Tag!

Ich erfuhr Toleranz und wurde toleranter, ließ Außenseiter nicht mehr allein am Wegrand stehen. Wir gaben Respekt und Vertrauen, erhielten Gleiches im Gegenzug. Wir erreichten unser Ziel zusammen oder scheiterten zusammen. Wir erhielten für den Erfolg stets Lob und Anerkennung und für das Scheitern immer eine zweite Chance und das alles machte uns stark.

Und plötzlich war ich frei wie der Wind! Mein Fazit? Ein Hoch auf die Natürlichkeit, einen Ritterschlag für jeden Menschen der seinen Weg so geht wie er – und nicht ein Anderer – es instinktiv für richtig hält, und eine Krone für all diejenigen die sich vom Leben nicht prügeln, sich nicht in Schemen oder Schubladen pressen lassen. Jeder Mensch – mit seinen Schwächen, Unzulänglichkeiten oder mit seinen Stärken, mit seinen Fehlern oder Tugenden – ist einzigartig. Jeder Mensch, genauso wie er sich morgens im Spiegel betrachtet, ist etwas Besonderes.

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Und leise schließt sich eine Tür

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Wunderbare Vielfalt – Buchpreisaktion

Es kursiert ein hartnäckiges Gerücht über die Existenz uralter Tunnel, tief versteckt im Bauch der Mutter Erde. Viele von ihnen sind scheinbar tausende von Jahre alt, Wind, Moder, Feuchtigkeit und Väterchen Frost haben ihnen zugesetzt, ja sie fast ausgelöscht. Die Meisten von ihnen, so sagt man, sind harmlos, sie führen ins Nichts. Doch ob harmlos oder nicht, Tatsache ist: Es gibt sie wirklich! Einer davon ist ein ganz Besonderer, denn in ihm hausen schrullenhafte Kreaturen. Kreaturen, die dazu noch über magische Kräfte verfügen. Sollten wir je die Dummheit begehen, ihn zu betreten, so unternimmt dieser Tunnel alles in seiner Macht Stehende, unsere Seelen einzufangen und zu verfälschen. Deshalb nennen ihn die Alten „den Tunnel der Seelenfänger.“ Das Dumme an der Sache ist, dass die Menschen diese Gefahr erst dann erkennen, wenn es längst schon zu spät ist. Und wenn es in ihrem Herzen dazu noch aussieht wie Kraut und Rüben: dann Gnade ihnen Gott!

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Eine der wunderbaren Vielfältigkeiten der Literatur ist die Flexibilität, was die Preise anbelangt. Ab sofort gibt es auch in meiner Schreibwerkstatt Buch Preis Aktionen. Ich beginne mit der Weihnachtsgeschichte „Im Tunnel der Seelenfänger.“ Das E-BOOK ist ab sofort für 0,99 EUR erhältlich. Das Genre mag so manch einen, der mich kennt, überraschen, aber ich wollte genau diese Geschichte erzählen. Ich musste sie schreiben. Weihnachten in Worte zu fassen ist mir eine Pflicht, denn diese Zeit verkörpert Hoffnung und Zuversicht. Braune Lebkuchenherzen, weiße, in gelbes Licht getauchte Winterlandschaft, rote Kinderbacken, Augen in denen sich Hoffnungen und Freude widerspiegeln, und Familiensinn! Gerade in der heutigen Zeit sollten Begriffe wie Zusammengehörigkeitsgefühl, Familiensinn, Hoffnung und Zuversicht nicht einfach nur Worte bleiben, und wenn man dann noch eine abenteuerliche Geschichte an all das anhängt: Ja!

Das Genre ? – Fantasie !

Wer liest? – Es ist eine fantastische Weihnachtsgeschichte für Jugendliche ab 14 und für Erwachsene.

Die Story – das Exposé

Das geheimnisvolle Buch der Weihnachtsmänner existiert. Vier Freunde suchen und finden es und nebenbei schmieden sie einen waghalsigen Plan. Seine Verwirklichung führt sie durch das größte Abenteuer ihres Lebens.

WEIHNACHTEN steht vor der Tür. Der 15 jährige Antonio ist Flüchtlingskind. Um sich in seinem Dorf gegen Mobbing und Vorurteile zu behaupten, muss er schon mal die Fäuste auspacken. Die Einzigen, die zu ihm halten, sind Jenny, Karl und Lisa. Sie bilden bald schon ein unzertrennliches Quartett. Dass sie sich eines Tages trennen und verschiedene Wege gehen, hat einen schwerwiegenden Grund. Jenny behauptet nämlich steif und fest, dass Jonathan, ihr Vater, niemand anderer, als der Weihnachtsmann ist, und der hat angeblich nichts Besseres zu tun, als zu Weihnachten immer nur andere Kinder zu besuchen. Antonio, Karl und Lisa sehen das aber anders. Jeder von ihnen möchte gerne an den Weihnachtsmann glauben, aber alle drei sind äußerst skeptisch, vor allem Karl, dem das Leben kaum jemals die Sonnenseite gezeigt hatte. Sie gehen der Sache auf den Grund, und tatsächlich: In Jennys Haus geht es nicht mit rechten Dingen zu, zumindest weist alles daraufhin, dass Jenny nicht ganz unrecht hat.

DERWEIL verschwindet Jonathan urplötzlich.
Zusammen mit zwei Lehrern und einigen „netten Freunden“ begeben sich Antonio, Karl und Lisa auf die Suche nach ihm. Ihr Ziel? Sie wollen um jeden Preis bewerkstelligen, dass er einmal in seinem Leben zu Weihnachten seine leibliche Tochter besucht.
Um dieses Ziel zu erreichen, hat Antonio einen gefährlichen Plan ausgetüftelt. Damit dieser aber zum Erfolg führt, müssen sie sich in die Hochburg der Weihnachtsmänner begeben, die tief unter der Erde, jenseits des schwarzen Tunnels liegt. Im Tunnel selber lauern zahlreiche Gefahren auf sie.

SO GIBT ES Skrooms, Aleks und Zanders, allesamt launische Weihnachtszwerge. Sie haben das Herz am richtigen Fleck, sind aber mit störenden Makeln behaftet. Die einen sind Rauf- und Trunkenbolde, andere unverbesserliche Wortspiel- Poeten, wieder andere frönen dem Wahrheit- Voraussagen in drei vier Zügen.
Doch wenn das alles wäre. Im Tunnel gibt es auch Elsbot den blutrünstigen Kraken, Donnertrud die Monsterfledermaus oder noch Borroki den eingefleischten Rotkappenhasser.

DIE GRÖßTE GEFAHRjedoch, sind sie sich selbst, und zwar in Form von Zeitputzern, Seelenfängern und happy Löchern. Die Protagonisten werden einer nach dem anderen mit ihrer schmerzlichen Vergangenheit und mit den Trugbildern ihrer überaus lebhaften Fantasie konfrontiert, und es liegt nur an ihnen, heil aus dem Schlamassel herauszukommen.

Um das zu bewerkstelligen, benötigen sie nicht nur Mut, sondern auch Entschlossenheit, einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen, eine enorme Willenskraft und vor allem ein außerordentlich gut entwickeltes Zusammengehörigkeitsgefühl.

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Die Protagonisten

Antonio. Er ist ein sehr sensibler und intelligenter Junge. Die Tatsache, dass er auch Zigeuner ist, bringt ihm nichts als Ärger. Er ist heimlich in Jenny verknallt und egal, welche Mutprobe er bestehen muss: Um ihr Herz für sich zu gewinnen ist ihm kein Weg zu weit, keine Gefahr zu groß, kein Tunnel zu schwarz.
Jenny. Sie behauptet steif und fest, ihr Vater sei der Weihnachtsmann. Wer Jonathan sieht, zweifelt kaum daran!
Steven. Als Baby wurde er mitten im Winter in einer Mülltonne gefunden.
Karl. Er gehört zu denen, die das Leben eigentlich hassen müssten. Zuerst verlor er seine Schwester, dann seinen Bruder. Aber Karl ist auch ein Kämpfer, der gerne an Weihnachten glauben will. Und dafür folgt er Antonio, wo immer der Weg auch führen mag.

Lisa. … hatte als kleines Kind ein dramatisches Erlebnis mit ihrem Hund Skip. Erst die Begegnung mit einem Wunderheiler machte, dass sie den Glauben nicht ganz verlor.

… und viele andere!

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La Légion étrangère – Die Fremdenlegion

Fremdenlegion

Dreizehn Lettern, die sich dicht aneinanderreihen. Dreizehn Buchstaben, von denen jeder einzelne einem Hauch von Abenteuer gleichkommt. Buchstaben, die klingen wie Romantik, Effizienz, Verwegenheit und Heldentum.

… auch wie Nostalgie?

Es ist seltsam still geworden um die Legion. Hat sie ihren Mythos eingebüßt? Hat die Fremdenlegion ihre Romantik in die längst erkalteten Grüfte Indochinas gelegt, sie darin begraben? Wo ist der Hauch von Abenteuer geblieben? In den Wadis, den Ergs oder auf den Djebels Marokkos oder Algeriens, für immer verloren?

Nein. Ganz entschieden: Nein!

Haben die Zeiten sich auch geändert, so ist die Fremdenlegion sich treu geblieben. Der Legionär von heute ist identisch mit dem, der im September 1918 mit aufgepflanztem Bajonett Schulter an Schulter mit seinen Kameraden die Hindenburglinie stürmte und siegte. Und oh ja, es wird eine Zeit kommen, in der man den Abenteuern der gegenwärtigen Legion genauso viel Aufmerksamkeit widmet, wie man heutzutage mit größter Bewunderung die Taten der Fremdenlegion des vergangenen Jahrhunderts beklatscht. Es ist eine eingefahrene Sache, dass die meisten Menschen denken: Früher war alles besser! Einst waren Männer noch Männer! Zu unserer Zeit zählte ein Wort etwas! Ich widerspreche dem nicht, weise ungeachtet dessen mit Vehemenz darauf hin, dass es Sprüche ins Leere sind. Jede Generation generiert ein „Plus“, birgt ihre Vorteile. Keine erlebte Epoche ist von minderer Güte, im günstigsten Fall ist die jeweilig aktuelle Generation einfach nur anders. Von dem Jetzt, dem Heute will ich berichten, nicht vom Anno Dazumal. Doch zwei Dinge vorweg. Zuallererst muss betont werden, dass dieses Werk nicht den Anspruch erhebt, eine schriftstellerische Glanzleistung zu sein. Das ist nicht mein Ansinnen. Ich möchte über Ereignisse erzählen, nicht sie schönreden bzw. schönschreiben. Ich will auch nicht irgendetwas beweisen, höchstens hoffen, dass der Unterhaltungswert sowie die Informationen über die Fremdenlegion den Mangel an schriftstellerischer Eleganz aufwiegen. Um die Wahrheit geht es mir. Wer dieses Buch mit der Idee aufschlägt, jede Seite sei mit Blut besudelt und auf jeder zweiten wird sich ein muskelbepackter Fremdenlegionär, furchtlos und ohne eine Schramme abzubekommen, erfolgreich gegen eine gesamte Armee behaupten, dem gebe ich einen Rat: Träumen Sie weiter oder lesen Sie einen Schmöker von Stephen King, denn keines von diesen Klischees oder Hirngespinsten werde ich nähren.

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Um die Legion ranken sich Mythen, das Thema füllt zahlreiche Bücher und Kolumnen. Mit Verlaub, es wurde und wird auch viel Unsinn über sie geschrieben. Unsinn, der auf Mangel an Information und Intuition basierte. Es wurde zu ungenau recherchiert, leider auch dort, wo Un- oder Halbwahrheiten grassierten. Himmelschreiend bedeutend ist die Zahl derer, die selbst nie in der Legion gedient haben, die aber darüber berichten, als ob sie dort die beste Zeit ihres Lebens verbracht hätten. Natürlich ist das legitim, man muss schließlich Waterloo nicht erlebt haben, um über Napoleon zu schreiben, doch Waterloo ist nicht Camerone und Napoleon nicht Danjou. Die meisten dieser Autoren waren mit dem Thema Legion überfordert, denn wer nicht gedient hat, kann kaum den Esprit Légion einfangen. Wer es trotzdem versuchte, schob ein Manuskript vor sich her, dessen Geruch des „nicht Authentischen“ einem Ex-Legionär schon von weitem entgegenschlug, ihn damit ohrfeigte. Den unbedarften Leser damit zu düpieren ist denkbar, der gediente Insider hingegen wird höchstens die Augen verdrehen. Einigen Autoren gelang es. Paul Bonnecarrère zum Beispiel. Er selbst hat nie in der Legion gedient. Sein Buch „Frankreichs fremde Söhne“ (Originaltitel „Par le sang versé“) ist aber an Authentizität kaum zu überbieten. Warum? Weil er unter Legionären gelebt, mit ihnen Seite an Seite im Dreck, in der Kälte und im Regen gestanden, mit ihnen Kaffee und Wein aus einem Blechnapf getrunken hat. Aber auch unter der Handvoll ehemaliger Legionäre gibt es Verfasser, die nur kurze Zeit in der Legion verweilten. Das Gesamtbild „Legion“ konnten sie dementsprechend nur unvollkommen, aus ihrer Nische heraus, beurteilen. Simon Murray ist eine Ausnahme. Dem Briten gelang mit „Tagebuch eines Fremdenlegionärs“ ein hervorragendes Werk. Der Gentleman von Scheitel bis Sohle und spätere Milliardär war nur fünf Jahre in der Legion (Einsatz in Algerien), schrieb aber Wahres mit behutsamem Weitblick und mit der notwendigen Seriosität. Als junger Mann und angehender Legionär hatte er begriffen, dass die Legion eine brutale Schule ist. Dementsprechend verhielt er sich. Er gab sich vollends hin, warf seine ganze Stärke, seinen Glauben, seinen Mut und seine Begeisterungsfähigkeit in die Sache. Das ermöglichte es ihm, die Legion so vorzufinden und in seinem Buch so zu präsentieren, wie sie wirklich ist. Jemand, der sich nur halbherzig und mutlos in die Schlacht wirft, dem wird dieser Blick verwehrt bleiben. Und zu guter Letzt existieren wie eh und je Deserteure oder solche, die schlechter Leistungen wegen „gegangen“ wurden. Auch dem Personenkreis schreibe ich die Objektivität ab, die es braucht, Wahres zu berichten. Man nennt sie Hafensänger und derer gibt es leider viele. Der Blick, den Außenstehende von der Legion bekommen, wird nicht selten von denen verzerrt und ins falsche Licht gerückt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben. Meine Worte sollen die Verdienste des angesprochenen Personenkreises in keiner Weise schmälern, wichtig ist mir, dass der Leser nicht dazu verführt wird, durch sie das Essenzielle aus den Augen zu verlieren. Das Essenzielle ist in diesem Fall, dass die Legion lange vor unserer Geburt schon existierte und dass sie auch dann noch existieren wird, wenn wir zu Grabe getragen werden. Die Legion – ob als herausragende Institution oder als schlagkräftiger, moderner Kampfverband – ist einzigartig. Egal, unter welchem Aspekt und aus welchem Blickwinkel heraus man sie betrachtet.

AUTOR GAST

Unsinn zu schreiben, davor bin auch ich nicht gefeit. Nur habe ich einen enormen Vorteil. Ich war dabei, bin bis zum Schluss geblieben, siebzehn Jahre lang. Ich verließ die Legion durch die Vordertür, Stolz und Wehmut im Herzen. Meine Recherchen heißen Erinnerungen. Erinnerungen daran, wie ich die Legion während der Zeit von Anfang 1985 bis Anfang 2002 erlebte, doch Vorsicht: Mit Nachdruck distanziere ich mich davon, die Fremdenlegion verherrlichen zu wollen. Kritik übe ich in diesem Buch, wenn sie denn angebracht ist, genauso verfahre ich mit Lob und Anerkennung. Wenn letztere überwiegen, dann ist der „wahre“ Blick wiederhergestellt, dann war es halt so! Sehr oft wirft man mir vor, ich würde die Legion schönfärben, würde sie belobhudeln und glorifizieren. Diese Kritik kommt erstaunlicherweise nicht selten von Ex-Legionären. Es bedarf meinerseits keiner Rechtfertigung. Dennoch: Ich verspüre eine große Solidarität mit denen, die kämpften, auch an meiner Seite. Und ich fühle mich denen verbunden, die in ihrem Fleisch und in ihrer Seele verletzt wurden. Mit denen, die ihr Leben ließen. Ich fühle mich verpflichtet, gebrachte Opfer zu würdigen, sie nicht zu vergessen.

Und ich schreibe, wie ich die Legion erlebt habe, Punkt!

LEBEN UNTER FREMDER FLAGGE – :

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… nicht jeden Tag ist FREITAG

Und leise schließt sich eine Tür

Was mir wichtig schien, über all diese Jahre – Einundzwanzig Kurzgeschichten zum Nachdenken

  „So ist das Wesentliche einer Kerze nicht das Wachs, das seine Spuren hinterlässt, sondern das Licht.“  (Die Stadt in der Wüste – Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), frz. Flieger u. Schriftsteller)

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 General Freitag

Ich glaube fest daran, dass das Wichtigste im Leben eines Mannes Begegnungen sind. Wenn ich heute, den Bart recht weiß vom Alter, all die Jahre zurückdenke, so waren einige meiner Begegnungen mit anderen Menschen so ergreifend, für mich aber zur Menschwerdung auch so einschneidend, schön und wertvoll, dass ich sie nicht missen möchte. Folgendes Ereignis prägte mich so nachhaltig, dass, jedes Mal wenn ich daran denke, mich heute noch ein Lächeln befällt, ich aber gleichzeitig von einem Hauch von tiefstem Bedauern heimgesucht werde.

Wir schrieben das Jahr 1991 und ich befand mich mitten im Herzen des Tschad, in einem Ort namens Abéché. Abéché, Zentrum und Knotenpunkt des Sklavenhandels,   war eine der letzten zivilisierten Bastionen vor der großen Weite der Borkou-Ennedi-Tibesti Wüste. Gleichzeitig war es der dunkelste Flecken Erde, den man sich nur vorstellen kann. Dunkel, weil hier der Teufel regierte. Satan hatte auch einen Namen: Hoffnungslosigkeit! Die Menschen, die hier lebten, hatten nämlich die Hoffnung diesen düsteren Ort einmal verlassen zu können, längst begraben müssen. Wer hier geboren wurde, blieb, basta! Oder er schloss sich einer der Karawanen an, die nach Norden zogen, hinein in die Wüste, hinein ins Ungewisse. Nach Süden zu ziehen, hin zu den großen Städten, davon träumte hier jeder, doch das kostete Geld. Geld jedoch hatte niemand in Abéché.

Ich war damals mit meiner Einheit zwei Monate lang in Abéché stationiert. Mein Dienstgrad war der eines Sergent. Als Gruppenführer war ich ein kleiner Feldmarschall, denn das ist man als Sergent in der Fremdenlegion. Es gibt kaum ein besseres Leben. Ich war mein eigener Herr, war ledig, frei wie der Wind, und ich fühlte ich mich wie ein Seigneur! Und genauso liberal war mein Habitat: Der Stoßzahn eines Elefanten, den ich in N’Djamena bekommen hatte, zierte meinen Salon, die Haut einer Riesen- Python hing ihr gegenüber, doch das war längst nicht alles. Auf dem einzigem Regal standen Tonkrüge, afrikanischer grisgris wie Skulpturen aus Kamerun, Ebenholzfiguren aus Gabun und einige Ölgemälde aus der Zentralafrikanischen Republik. Sozusagen war ich reich! Und ich war zufrieden!

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Wir waren alle zufrieden, jeder Einzelne in meiner Einheit. Und das jeden einzelnen verdammten Tag. Samstags feierten wir ausgelassene Feste. Wir aßen Capitaine, einen Fisch aus dem Tschad See. Dazu tranken wir Gala, das einheimische Bier. Sonntags ritten wir aus, mein Pferd hieß Cheitan und es hatte sprichwörtlich den Teufel im Leib.

Montags, eine Kolonne Legionäre dicht auf unsren Fersen, machten wir uns auf ins Gelände. Wir drangen tief in die Wadis und Talwege ein, dorthin also, wohin sich kein Europäer jemals verirrte. Gewaltmärsche standen an. Sie waren brutal, erschöpfend und, nach feudalen Wochenenden, ernüchternd. Aus Prinzip und aus purem  Eigensinn heraus marschierten wir schnell, weit und immer die Schmerzgrenze überschreitend.

Dienstags errichteten wir dort ein Biwak, wo uns es gerade am besten gefiel und Mittwoch? Zum Teufel mit Mittwoch und dem Rest der Welt! Sie gehörte schließlich uns, diese Welt! Einen Boy hatte ich auch: Donnerstags! Er wusch meine Wäsche, brachte meine Stiefel auf Hochglanz und besorgte, was mein Herz begehrte. Freitags musste ich, jawohl, als Sergent der Fremdenlegion, Begleitschutz fahren. Es ging darum, die Müllwagen unseres Camps zu eskortieren, wenn sie unseren Wohlstands- Schund abluden.

Auf dem Müllplatz gab es immer ein reges und heftiges Gedränge. Afrikanische Jungs und Mädels stritten sich um leere Flaschen, um Blechdosen die vor sich her schimmelten und um Reste von opulenten Mittagessen. Oft sprangen sie auf den noch rollenden Wagen auf, aus Angst nicht genug zu bekommen. Dabei gab es regelmäßig Verletzte, deshalb der Begleitschutz: um dem vorzubeugen und um zu helfen! Warf der Lastwagen den Müll am Müllplatz ab, stritten sie sich, wühlten bis zu den Knien im Dreck unserer Zivilisation. Hungrig, gierig, ohne Hoffnung auf mehr als etwas Abfall, Unrat und Dreck und neben ihnen kämpften verlauste Hunde um alte, verweste  Därme. Es stank erbärmlich!

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(Cheitan … !)

Er war immer da, zumindest jeden Freitag! Stand auf einem Hügel. Einen verbeulten Hut mit Löchern auf dem Schädel, eine feuchte, stinkende Decke um die Schultern, eine, die auch in der aufgehenden immer heißer werdenden Sonne kaum trocken wurde, so muffig feucht war sie. Einen Stock, an dem eine verbeulte Blechkanne hing, in der Hand haltend, den Bart salzpfeffer und ungestutzt stand er stand einfach da. Er wartete! Ich sah ihn an. Nur Würde fand ich in seinen Zügen. Ich war berührt, lächelte, winkte ihm zu. Er ignorierte mich. Er ignorierte jeden! Eine Woche später, gleiches Spiel. Wieder eine Woche später: Mein Entschluss, mehr über ihn zu erfahren war gefasst. Ich versteckte mich. Als der Wagen; sowie auch die Meute, der im Dreck Wühlenden am Horizont verschwunden waren, und als sogar die Hunde vom Müll nichts mehr wissen wollten, verlor er seine Zurückhaltung. Hunger! Er hatte Hunger. Und er würde sein Leben geben für ein Stück Seife, seine Seele verkaufen für einen Hut ohne Löcher. Er, den ich General Freitag nannte, wühlte nun genauso gierig im Dreck wie all die anderen vor ihm, nur dass er es in Würde tat – ohne dass jemand ihn dabei zusah, denn das war sein Wunsch. Niemand durfte ihn dabei sehen, niemals wollte er seine Würde verlieren!

Vielleicht ist es ein Privileg der Jugend, dumm und unüberlegt zu handeln. Sei es! Ich erhob mich hinter meinem Versteck und zeigte mich. Nahm ihm damit seine Würde! Hätte ich es gewusst, so wäre dies nie geschehen, doch so…!

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Etwas geschah mit ihm; als er meinen Blick auffing. Sein Oberkörper straffte sich, sein Haar wurde eine Nuance weißer und ein Ausdruck tiefster Verzweiflung machte sich auf seinem Gesicht breit. Dann rannte er davon. Nie wieder sah ich General Freitag, auch an einem andren Tag nicht. Heute noch, denke ich oft daran. Denke daran, dass ich nie selbst einen Vater gehabt hatte. Ich erinnere mich nur an ein Foto von meinem Vater, war berührt, hatte nie auch nur eine Chance ihn in meine Arme zu nehmen.

Und General Freitag?

Heute würde ich selber im Müll wühlen, ohne Scham, alle Risiken dieser Erde auf mich nehmend, würde sterben nur um General Freitag (… oder meinen Vater!?) noch ein einziges Mal sehen zu dürfen, diese Chance noch einmal zu haben. Und ich stelle mir vor, ihm eine trockene, warme Decke zu geben, eine Mahlzeit mit ihm zu teilen, mit ihm Tee aus seiner verbeulten Blechkanne zu trinken und ihm zu sagen, dass Menschen wie er das Salz der Erde sind. General Freitag ist nun tot, ich spüre es tief in mir, und es gibt wohl keine Moral von der Geschichte oder doch? Meine Moral war: Reiche dem Menschen der dich berührt die Hand, bevor er sich aus deinem Leben stiehlt.

Hier alle 21 Geschichten in einem Buch (eBOOK).

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Neues aus der Schreibstube

Im Tunnel der Seelenfänger eBook & Kindle Edition

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Das geheimnisvolle Buch der Weihnachtsmänner existiert. Vier Freunde suchen und finden es, und nebenbei schmieden sie einen waghalsigen Plan. Seine Verwirklichung führt sie durch das größte Abenteuer ihres Lebens.

Weihnachten steht vor der Tür. Der 15 jährige Antonio ist Flüchtlingskind. Um sich in seinem Dorf gegen Mobbing und Vorurteile zu behaupten, muss er schon mal die Fäuste auspacken. Die Einzigen, die zu ihm halten, sind Jenny, Karl und Lisa. Sie bilden bald schon ein unzertrennliches Quartett. Dass sie sich eines Tages trennen und verschiedene Wege gehen, hat einen schwerwiegenden Grund. Jenny behauptet nämlich steif und fest, dass Jonathan, ihr Vater, niemand anderer, als der Weihnachtsmann ist, und der hat angeblich nichts Besseres zu tun, als zu Weihnachten immer nur andere Kinder zu besuchen. Antonio, Karl und Lisa sehen das aber anders. Jeder von ihnen möchte gerne an den Weihnachtsmann glauben, aber alle drei sind äußerst skeptisch, vor allem Karl, dem das Leben kaum jemals die Sonnenseite gezeigt hatte. Sie gehen der Sache auf den Grund, und tatsächlich: In Jennys Haus geht es nicht mit rechten Dingen zu, zumindest weist alles daraufhin, dass Jenny nicht ganz Unrecht hat.

Derweil verschwindet Jonathan urplötzlich.

Zusammen mit zwei Lehrern und einigen „netten Freunden“ begeben sich Antonio, Karl und Lisa auf die Suche nach ihm. Ihr Ziel? Sie wollen um jeden Preis bewerkstelligen, dass er einmal in seinem Leben zu Weihnachten seine leibliche Tochter besucht.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat Antonio einen gefährlichen Plan ausgetüftelt. Damit dieser aber zum Erfolg führt, müssen sie sich in die Hochburg der Weihnachtsmänner begeben, die tief unter der Erde, jenseits des schwarzen Tunnels liegt. Im Tunnel selber lauern zahlreiche Gefahren auf sie.

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So gibt es Skrooms, Aleks und Zanders, allesamt launische Weihnachtszwerge. Sie haben das Herz am richtigen Fleck, sind aber mit störenden Makeln behaftet. Die einen sind Rauf- und Trunkenbolde, andere unverbesserliche Wortspiel- Poeten, wieder andere frönen dem Wahrheit- Voraussagen in drei vier Zügen.

Doch wenn das alles wäre. Im Tunnel gibt es auch Elsbot den blutrünstigen Kraken, Donnertrud die Monsterfledermaus oder noch Borroki den eingefleischten Rotkappenhasser.

Die größte Gefahr jedoch, sind sie sich selbst, und zwar in Form von Zeitputzern, Seelenfängern und happy Löchern. Die Protagonisten werden einer nach dem anderen mit ihrer schmerzlichen Vergangenheit und mit den Trugbildern ihrer überaus lebhaften Fantasie konfrontiert, und es liegt nur an ihnen, heil aus dem Schlamassel herauszukommen.

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Um das zu bewerkstelligen, benötigen sie nicht nur Mut, sondern auch Entschlossenheit, einen unerschütterlichen Glauben an das Gute im Menschen, eine enorme Willenskraft und vor allem ein außerordentlich gut entwickeltes Zusammengehörigkeitsgefühl.

PROTAGONISTEN

Antonio. Er ist ein sehr sensibler und intelligenter Junge. Die Tatsache, dass er auch Zigeuner ist, bringt ihm nichts als Ärger. Er ist heimlich in Jenny verknallt und egal, welche Mutprobe er bestehen muss: Um ihr Herz für sich zu gewinnen ist ihm kein Weg zu weit, keine Gefahr zu groß, kein Tunnel zu schwarz.

Jenny. Sie behauptet steif und fest, ihr Vater sei der Weihnachtsmann. Wer Jonathan sieht, zweifelt kaum daran!

Steven. Als Baby wurde er mitten im Winter in einer Mülltonne gefunden.

Karl. Er gehört zu denen, die das Leben eigentlich hassen müssten. Zuerst verlor er seine Schwester, dann seinen Bruder. Aber Karl ist auch ein Kämpfer, der gerne an Weihnachten glauben will. Und dafür folgt er Antonio, wo immer der Weg auch führen mag.

Lisa.  … hatte als kleines Kind ein dramatisches Erlebnis mit ihrem Hund Skip. Erst die Begegnung mit einem Wunderheiler machte, dass sie den Glauben nicht ganz verlor.

… und viele andere!

BASKENMÜTZE 01

Thomas Gast

Warum schrieb der Autor dieses Buch?

Weil er eine Geschichte zu erzählen hat! Und weil er genau diese Geschichte schreiben musste! Schreiben ist für ihn eine Leidenschaft. Über Weihnachten zu schreiben ist ihm eine Pflicht, denn es verkörpert Hoffnung und Zuversicht. Braune Lebkuchenherzen, weiße Landschaft, gelbes Licht, rote Kinderbacken und Familiensinn! Gerade in der heutigen Zeit sollten Begriffe wie Zusammengehörigkeitsgefühl, Familiensinn, Hoffnung und Zuversicht nicht einfach nur Worte bleiben!

Hier geht’s zum Buch:

https://www.amazon.de/dp/B01N3R1B8M

OAS – Organisation der geheimen Armee?

Nordafrika: Marokko, Tunesien, Algerien. On ne fait pas une colonie avec des pucelles, ni une armée sans légionnaires. „Weder errichtet man eine Kolonie mit Jungfrauen, noch eine Armee ohne Legionäre!“ (Maréchal Lyautey). Die Legion, der Maghreb und tausend Fragezeichen.Wer erinnert sich nicht an die hinreißend schöne, verführerische und anrüchige Marlene Dietrich, Seite an Seite mit Gary Cooper in „Marokko“, dem Kultfilm aus dem Jahr 1930? Wer kennt nicht Edith, la „Môme Piaf“, den Spatz von Paris? Diese betörende Frau mit der grandiosen, unnachahmlichen Stimme. Eine Stimme voller Kraft, eine, die erdrückt mit ihrer Wucht. Die Piaf stand für Lieder der Straße, für Lieder, die von tiefer Sehnsucht, von nicht enden wollenden Kriegen zeugten. Und von Soldaten, die ihr das Herz raubten „Il était mince il était beau, il sentait bon le sable chaud!” Waren es nicht Legionäre, mehr noch als andere, die, den Plan Challe in die Tat umgesetzt und die Fellaghas der FLN in der Casbah sowie im Gelände auf ganzer Linie besiegt hatten? Entsprach es nicht einer gewissen Logik, dass das 1. Régiment étranger de parachutistes (1. REP) mit dem Kommandanten Hélie de Saint-Marc an seiner Spitze dem Ruf der Rebellen-Generale folgte? Säbelrasseln, Zähne knirschen: Der Putsch von Algier! Alles verloren woran man glaubte, wofür Freunde und Waffenbrüder gestorben sind, einsam, hingeschieden dort wo der Schirokko dieser heiße Wüstenwind bläst? Schwarze Wolken über Paris – ein Fallschirmsprung der rebellischen Fallschirmjäger über der Seine-Metropole, um zu retten, was noch zu retten war?

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Wie kann man heute einordnen, dass einige Legionärsoffiziere – unter anderen Pierre Sergent und Roger Degueldre – gegen jede Vernunft, verzweifelt aber entschlossen genug waren, in die l’Organisation de l’armée secrète (OAS – Organisation der geheimen Armee) einzutreten? Sang nicht das 1. REP ein Lied von Piaf: „Non je ne regrette rien“, als es, die Reihen fest geschlossen, das „Camp de Zéralda“, (Algerien) verließ? Enttäuscht, niedergeschlagen, der sicheren Auflösung und einer unsicheren Zukunft entgegenschauend? Und wieder bahnte sich ein Drama an. Die Soldaten, von der Niederlage und dem Verlust Indochinas gebrandmarkt, mussten sich in Algerien erneut geschlagen geben, erneut ein geliebtes und gehasstes Land verlassen. Und das, obwohl sie den militärischen Sieg sicher für sich verbucht hatten – Adieu, adieu, O Bel-Abbes.

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… (aus dem Vorwort) – Ich war 23 Jahre alt, als ich in die Fremdenlegion eintrat. Wir schrieben den 04. Februar, 1985. Das ist lange her, doch ich erinnere mich daran, als wäre es gestern erst gewesen. Direkt aus meiner Heimat Oberfranken kommend, stand ich an diesem regnerischen Montag in aller Frühe vor der Türe des Rekrutierungsbüros der Legion in der Rue d’Ostende in Straßburg. Mein Blick fiel auf das grün-rote Schild mit der Aufschrift: Poste d’information de la Légion étrangère – Quartier Lecourbe. Während ich es, der Kälte und dem Regen schutzlos ausgeliefert, betrachtete, ließ ich mein Leben Revue passieren. Meine Kindheit war kein Zuckerschlecken. Als uneheliches Kind einer weißen Mutter und eines schwarzen Vaters hat man es in einem sittenstrengen, konservativen und von Vorurteilen geprägten Deutschland eben nicht leicht. Vor allem nicht auf dem Land. Im Rahmen der Familie fühlte ich mich stets geborgen, auf der Straße jedoch lauerte die Bosheit an jeder Ecke. Nicht selten musste ich mit den Fäusten um meine Integrität, um etwas Frieden kämpfen. Auch meine Jugend und das Heranreifen zum jungen Mann, waren nicht so prägend und genial, als dass ich nun, meine Entscheidung getroffen, große Bedauern mit mir herumtrug. Im Gegenteil: Mich hielt nichts! Und jetzt, vor diesem Schild und nass wie ein Pudel, suchte ich bei mir nach Anzeichen von Zweifeln, von Angst. Umsonst allerdings. Ich war fest entschlossen, diesen Schritt zu wagen, den Blick zurück, gab es nicht. Ich wusste kaum etwas über die Fremdenlegion, doch einer Sache war ich mir sicher. Wenn die Zeit gekommen war, den Vertrag zu unterschreiben, würde meine Hand nicht zittern. Eine geleistete Unterschrift verband ich mit einem gegebenen Wort. Dabei war es mir von vorneherein egal, was man von mir erwartete. Strapazen scheute ich nicht. Und sollte man mich in eine Kampfeinheit eingliedern, und mein Leben aufgrund dessen nur noch die Hälfte wert sein: Sei es! Gespannt wie ein Flitzebogen klopfte ich an der Türe und wartete, dass jemand öffnete.

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