CAMERONE

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„Nous, étrangers, nous n’avons qu’une seule façon de prouver à la France notre gratitude pour l’accueil qu’elle nous a réservé : nous faire tuer pour elle.“ 

 Wir, Fremden, wir haben nur eine Möglichkeit Frankreich unsere Dankbarkeit für diese zweite Chance, die man uns gab, zu zeigen: indem wir für Frankreich sterben.

(Lieutenant-colonel AMILAKVARI. Prinz und Fremdenlegionär)

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(Foto – Caporal Maine)

Während des Kampfes wurden zweiundzwanzig Legionäre allen Dienstgrades getötet, neun starben in Gefangenschaft, verletzt wurden sie alle. Außer drei! Brunswick, Merlet und Stoller wiesen keine Verletzungen auf. Die Schlacht von Camerone ist Sinnbild für ein Vorbild. Das nämlich, das fünfundsechzig Legionäre uns gaben. Der jüngste von ihnen, Timmermanns, Legionär seines Zeichens, war gerade einmal siebzehn, der Älteste, Wensel, auch ein einfacher Legionär, war bereits vierzig. Beide, sowie all die anderen, waren auf ihre Art Helden. Wieder so eine blinde Verherrlichung möchte man meinen, doch keine Spur. Wie sich Camerone abgespielt hatte, darüber wurden Bücher geschrieben. Über den Sachverhalt gab es ganz genaue Berichte. Und diese Berichte erinnern uns Legionäre daran, dass der Auftrag heilig ist. Bis zum Schluss. Der Kampf in der heruntergekommenen Hazienda wurde von den Legionären mit einer vorbildlichen Kaltblütigkeit und einer Feuerdisziplin ohnegleichen geführt. Das ehrt uns. Heute noch! Ziehen wir Legionäre heute in den Krieg, dann denken wir an diese einsame Hazienda im „Heißen Land“. Und wir fragen uns jedes Mal, ob auch wir die Courage besitzen, Frankreich unser Leben zu schenken, wie  Prinz Amilakvari (siehe Vorwort) verlangte. Aber allein der Ésprit Camerone hilft uns, Ergebnisse zu erzielen, derer wir uns nicht schämen müssen. (Thomas Gast)

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Auch dieses Jahr, am 30.April, feiert die Fremdenlegion das CAMERONE Fest. Unsere Hochburg, das Quartier Viénot in Aubagne, steht à l’honneur. Für uns ist das Fest das Wichtigste überhaupt. Opferbereitschaft, Tradition, Mut, Ehre, Treue und „Zusammenhalt“ und so viel mehr verbirgt sich hinter dem Wort CAMERONE.

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„Sie waren weniger als sechzig, gegenüber einer ganzen Armee. Die Masse begrub sie unter sich. Das Leben, eher als der Mut verließ diese französischen Soldaten, am 30ten April, 1863. Zu ihrem Gedenken errichtet das Vaterland dieses Denkmal.“

Die Geschichte von Camerone

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(Camarón de Tejeda – 30. April, 1863 Mexiko)

Am Tag des 30. April 1863 spielen sich in einer Häusergruppe die sich innerhalb der indianischen Hazienda – Camaron de Tejeda – befand (südlicher Teil), dramatische Szenen ab. Fünfundsechzig Soldaten der Fremdenlegion fechten einen von vornherein aussichtslosen Kampf gegen drei Bataillone der mexikanischen Nationalgarde (unter dem Befehl des Colonel Milan), denen sich Banden umherstreunender Guerillas angeschlossen hatten, alles in allem etwa rund 2000 Mann.

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Das Kontingent der Legion: 3 Offiziere / 1 Sergent-Major / 4 Sergenten / 6 Caporäle / und 51 Legionäre. Sie hielten die Mexikaner lange genug in Schach, um diese von einem Konvoi mit Wertgütern abzulenken, der sich auf dem Weg nach Puebla, der von Französischen Truppen belagerten Stadt befand. Diesen Kampf der die Fremdenlegion einmal mehr, doch dieses Mal definitiv auf den Rang und in den Ruf erhob, den sie heute auch noch innehat – wohl die besten Soldaten der Welt – überlebten nur eine Handvoll, alle von Ihnen mehrfach verwundet. Einer von Ihnen war Louis Rohr, ein Bayer. Louis Rohr, dreißig Jahre alt, trug schwere Verwundungen am Kopf davon und er verlor ein Auge. Es wurde ihm durch die Wucht eines einschlagenden Projektils herausgerissen. Rohr starb am 25. Mai 1863. Wenn wir die Namensliste der Soldaten durchgehen die in Camerone kämpften, so stellen wir einmal mehr fest, dass viele Deutsche unter ihnen waren, einige kaum siebzehn Jahre alt. Ohne Dienstgrad und bunt gewürfelt: Wittgens Karl, Wensel Geoffroy, Schreiblich Joseph, Rerbers Joseph, Friedrich Frederic und Dicken Pierre, alle aus Preußen. Es geht weiter: Seffrin Jean, Pinzinger Andre, Rohr Louis und Konrad Ulrich – alle vier Bayern. Schiffer Hernan, Kurz Jean und Fritz Frederik, alle drei aus Württemberg. Furbasz Georges und Gärtner Alois aus Baden, oder noch Lemmer Frederic und Reuss J-G aus Hessen.

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Die hölzerne Hand des Capitain Danjou wurde nach der Schlacht nicht sofort gefunden, sie tauchte erst Jahre später, nämlich im Juli 1865 wieder auf. Der Mann der sie fand? Karl Grüber, Offizier (Leutnant seines Ranges / ausgezeichneter Flötenspieler und exzellenter Zeichner) des österreichischen Expeditionskorps. Die Legion feierte am 30. April 2013 die 150te Jahrfeier der Schlacht von Camerone. Das 3e R.E.I schickte zu diesem Anlass eine Delegation unter dem Befehl des colonel Alain Lardet (Regimentskommandeur des 3e R.E.I) nach Vera Cruz – Mexiko. Begleitet wurde die Delegation vom Stellvertreter des Generals COMLE der Fremdenlegion, dem colonel Le Cour-Grandmaison.
Camerone ist längst ein Model für den Geist der Fremdenlegion geworden, denn alleine der Name schon verkörpert den heiligen Kult des Auftrages, den Wert des gegebenen Wortes, die Treue den Chefs gegenüber bis in den Tod.

Hand des Danjou

Wie es dazu kam?

1862

Frankreich, England und Spanien griffen in Mexiko militärisch ein, um Präsident Juarez dazu zu zwingen seinen eingegangenen Verpflichtungen nachzukommen. Nachdem die Engländer und Spanier sich zurückgezogen hatten, plante Kaiser Napoleon 3, Juarez zu stürzen und Mexiko in ein katholisches Königreich zu verwandeln. Die Krone dieses Königreiches wurde dem Archiduc, dem Erzherzog Maximilian versprochen, dem Bruder des Kaisers von Österreich.

1863

In diesem Kontext belagerte die französische Armee die Stadt Puebla. Anfang des Jahres 1863 wurde ein Regiment der Fremdenlegion nach Mexiko beordert. Einer ihrer Aufträge war es, die Sicherheit der Nachschubkonvois der Einheiten die Puebla belagerten zu sichern.

Genau am 29. April 1863, erfuhr colonel Jeanningros, der Befehlshaber, dass ein großer Konvoi der Geld, diverses Belagerungsmaterial und Munition beförderte, sich Richtung Puebla dirigierte.

Um die Sicherheit dieses Konvois zu gewährleisten, wurde beschlossen, dass eine Kompanie diesem entgegengeschickt wurde. Dieser Auftrag fiel der 3ten Kompanie zu. Da aber die 3te Kompanie gerade zu der Zeit über keinen freien Offizier verfügte, übernahm capitaine Danjou diese Aufgabe.

Am 30. April, um 1Uhr am Morgen, ritt die 3te Kompanie in Stärke von drei Offizieren und zweiundsechzig Mann los. Bereits nach zwanzig Kilometern hielt sie an, um genau um 7 Uhr morgens bei Palo Verde Kaffee zu machen.

Bereits hier kam es zum Kampf. Obwohl zahlenmäßig weit unterlegen, fügten capitaine Danjou und seine Legionäre dem Feind die ersten schweren Verluste bei und zogen sich in eine nahe Hazienda namens Camerone zurück.

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Diese Hazienda war von einer drei Meter hohen Mauer umgeben, und der capitaine beschloss, sich hier dem Feind zu stellen, ihn solange wie möglich hinzuhalten, um so dem Konvoi Zeit zu geben, sich unbehelligt weiter Richtung Puebla zu bewegen.

Die Legionäre richteten sich in der Hazienda zur Verteidigung ein. Während dieser Zeit näherte sich ein mexikanischer Offizier und forderte Danjou im Hinblick auf die haushohe Überlegenheit seiner Truppen auf, sich zu ergeben.

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“Wir haben Munition und wir ergeben uns nicht!”

erwiderte jedoch capitaine Danjou. Er erhob seine Hand und schwor, sich bis zum seinem Tode zu verteidigen, ein Schwur, den er auch jedem seiner Männer abverlangte. Es war bereits zehn Uhr. Bis abends um sechs Uhr, – die Legionäre hatten bereits seit vierundzwanzig Stunden weder gegessen noch getrunken – verteidigten sie sich gegen den übermächtigen Feind: Achthundert Reiter und eintausendzweihundert Fußsoldaten!

Am Mittag wurde capitaine Danjou durch einen Schuss in die Brust getötet. Kurze Zeit darauf starb Leutnant Vilain durch einen Kopfschuss.

Etwa zur gleichen Zeit gelang es den Mexikanern Feuer in der Hazienda zu legen. Der Hitze und dem erstickenden Rauch zum Trotz, schlugen sich die Legionäre weiterhin tapfer.

Um fünf Uhr abends blieben dem Leutnant Maudet nur noch zwölf Männer, die in der Lage waren, zu kämpfen.

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Der Verantwortliche mexikanische Offizier scharrte seine Truppe um sich und rief ihnen zu, mit welcher Schande sie sich bedeckten, wenn es ihnen nicht bald gelänge, diesen Haufen tapferer Soldaten zu überwältigen.

In den Reihen der Legionäre übersetzte einer, der der Sprache mächtig war, jedes einzelne Wort.

Noch bevor die Mexikaner den finalen Angriff einleiteten, versuchte ihr Befehlshaber ein letztes Mal, die Legionäre zur Aufgabe zu überreden, was diese verächtlich abwiesen.

Bald blieben dem Leutnant Maudet nur noch fünf Soldaten. Der caporal Maine, die Legionäre Catteau, Wensel, Constantin und Leonhard.

Den Rücken zur Wand, das Bajonette aufgepflanzt und jeder noch im Besitz einer einzigen Kugel, warteten sie auf den Feind.

Auf ein Zeichen des Leutnants hin, verschossen sie die letzte Kugel und stürmten den Feind nur mit dem Bajonette bewaffnet entgegen. Leutnant Maudet und zwei seiner

Legionäre starben im Kugelhagel.

Der caporal Maine und die beiden anderen waren drauf und dran vom Feind hingemetzelt zu werden, als in letzter Sekunde ein mexikanischer Offizier seine Männer zurückhielt.

“Ergebt euch!”

… rief er den Legionären zu.

ADLERDer Adler, Symbol des Mexiko Feldzuges der Legion 1863 – 1867

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“Wir ergeben uns, wenn ihr uns versprecht, dass wir uns um unsere Verwundeten kümmern können und wenn wir unsere Waffen behalten dürfen”, antworteten diese.

Bis zuletzt hielten sie ihre Bajonette bedrohlich auf die Mexikanischen Soldaten gerichtet.

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“Männern wie euch, verweigern wir nichts”

… sagte der mexikanische Offizier.

Bis zum Schluss hatten die zwei Offiziere und sechzig Legionäre das Versprechen das sie capitaine Danjou gegeben

hatten, gehalten. Zwölf Stunden lang hatten sie sich gegen zweitausend mexikanische Soldaten behauptet. Während dieser Zeit war es ihnen gelungen etwa dreihundert mexikanische Soldaten zu töten und ebenso viele zu verwunden.

Durch ihre Courrage hatten sie erreicht, dass der Konvoi in seinen sicheren Hafen ankam, und sie selbst hatten ihren Auftrag erfüllt.

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Kaiser Napoleon entschied, dass der Name Camerone auf der Fahne des Regimentes stehen würde, und dass die Namen Danjou, Vilain und Maudet in goldenen Buchstaben auf der „Invalides“ in Paris eingraviert werden sollten.

Im Jahr 1892 wurde am Schauplatz ein Monument errichtet. Darauf steht zu lesen:

Ils furent ici moins de soixante
Opposés à toute une armée,
Sa masse les écrasa.
La vie plutôt que le courage
Abandonna ces soldats français
Le 30. avril 1863.
(A leur mémoire la Patrie éleva ce monument.)

Sie waren weniger als sechzig, gegenüber einer ganzen Armee. Die Masse begrub sie unter sich. Das Leben, eher als der Mut verließ diese französischen Soldaten, am 30. April, 1863. Zu ihrem Gedenken errichtet das Vaterland dieses Denkmal.

 

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