Der gezähmte Soldat

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Zähmung: Die Anpassung des Verhaltens von Wildtieren an die Bedürfnisse des Menschen, (Wikipedia).

Zähmung: Die Anpassung des Verhaltens von Frontschweinen an den Karrieredrang eines ´Kriegsministers`, (der Autor).

Der gezähmte Soldat FINALCOVER

Die Debatte die ich in ´der gezähmte Soldat` anstoße ist brandaktuell. Hier ein kurzer Auszug: 

Aufmerksam, vigilant und hellwach …. Für eine längere Militärintervention ist die Bundeswehr zum aktuellen Zeitpunkt nicht geeignet. Militärisch gesehen ist sie zweitklassig. Das ist ein Resultat der Vernachlässigung unserer Soldaten vonseiten der deutschen Politiker. Diese setzten falsche Schwerpunkte, investierten in Familie, in ´Wohlfühlfaktor` und in die Innere Führung. Bereits zu meiner Zeit konnten Mannschaftsdienstgrade via Vertrauensmänner den Dienstplan mitgestalten. Ich zweifle am Guten der Sache … GST aus ´der gezähmte Soldat` –

 

Auszug aus ´der gezähmte Soldat` …

Als ehemaliger Uniformträger gleich zweier europäischer Länder, nehme ich mir das Recht heraus, einige Worte zur aktuellen Debatte bezüglich der Verunglimpfung der Bundeswehr vonseiten der Gesellschaft und vonseiten einiger Politiker anzubringen. Natürlich geht es vorwiegend um die Traditionen der Truppe. Doch vorab einige sehr persönliche Worte zu mir. Sie dienen dem besseren Verständnis. Ich bin ein vielgereister Mann. Immer wenn es in der Vergangenheit darum ging, mein grundsätzliches Nicht-Einverstanden-Sein gegenüber irgendeiner Sache die meine Heimat betraf auszudrücken, schwieg ich. Mein Ständiges auf Achse sein war nicht der einzige Grund für das Schweigen. Um gehört zu werden, sollte ein Mann sich politisch engagieren. Immer den Koffer in der Hand, fand ich, dass jede Form von politischem Engagement eine Sache der Sesshaftigkeit sei. Wer mitreden will, so sagte ich mir, muss zu Hause bleiben. Nur das macht Sinn. Mich politisch zu engagieren jedoch, und das wusste ich, würde mir mein Recht nehmen, mit eigener Stimme zu sprechen. Heute habe ich meine Koffer abgestellt. Und ich bin nicht grundsätzlich einverstanden. Nicht mit allem. Sprachrohr einer Partei oder einer Lobby zu sein, lehne ich ab. Ich spreche also in eigener Sache. Weil keine politisch angehauchten Ketten mich zur Räson rufen. Weil ich ein freier Mensch bin – GST

 

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Als ich einem Freund vom Vorhaben dieses Essays erzählte, zeigte er sich skeptisch. „Du bist kein Wehrexperte wie ´Mölling`, kein Minister wie ´von der Leyen`, kein Verteidigungspolitiker wie ´Otte`, keine Koryphäe in Sachen Sicherheitspolitik wie etwa ein ´Wiegold`. Weder warst du je an einer Universität, noch bist du Friedensforscher oder gar Sachverständiger in Bezug auf die Moral der Truppe, welcher auch immer.“ Ich antwortete ihm: „Aber ich war Soldat im Einsatz.“ Er nickte, schwieg eine Weile und sagte dann: „Na dann los!“ (Der Autor).

Das vorliegende  Essay ´der gezähmte Soldat` ist das Gedankenexperiment eines erfahrenen Soldaten.

Auszug aus ´der gezähmte Soldat.`

Jeder Soldat muss sich mit etwas identifizieren können. Traditionspflege in der Bundeswehr ist heute leider Gottes ein delikater Drahtseilakt. Es ist vermintes Gelände. Gewisse Traditionen aber, so alt sie auch sein mögen, wer immer sie auch durch heiße, waghalsige Aktionen oder durch lichte Augenblicke am kühlen Schreibtisch hat entstehen lassen, fehlen den Soldaten von heute. Ein Soldat, und auch das habe ich in mehr als einundzwanzig Jahren Armee gelernt, übernimmt nur das, was ihn und die Gruppe weiterbringt. Das, womit er sich identifizieren möchte und kann.

Die Solidarität unter Waffenbrüdern zum Beispiel. Oder wem das Wort zu kriegerisch klingt – die Freundschaft und der Zusammenhalt von Männern und Frauen die im Angesicht ihres Schweißes und manchmal gegen ihren Willen aber allen Anschuldigungen und einem etwaigen Generalverdacht zum Trotz, Großartiges leisten. Auch mit der Waffe in der Hand. Und das, vergessen wir es nicht, zum Wohle ihrer Nation.

Hier geht’s zum eBook

Den Link für das Print (Buch) finden Sie hier …

https://www.amazon.de/gez%C3%A4hmte-Soldat-Thomas-Gast/dp/1521538468/ref=la_B005YM4G1S_1_13?s=books&ie=UTF8&qid=1519139142&sr=1-13

 

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Thomas Gast, ehemaliger Soldat der Bundeswehr sowie der französischen Fremdenlegion, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. In deutlichen Worten, wie man sie aus seinen Büchern über sein Leben als Soldat gewöhnt ist, beschreibt er seine Gedanken und Gefühle zur aktuellen Debatte über Führung, Haltung und Umgang mit erwünschter bzw. nicht erwünschter Tradition in der Bundeswehr. Während aktive Soldaten oft aus Sorge über Ihre Existenzsicherung (nicht jeder wird mit Generalspension in den Ruhestand entlassen), ihre Gedanken eben nicht offen äußern wollen oder können, können sie mit einiger Genugtuung lesen, dass sie nicht alleine mit ihrer Empörung dastehen.
Merci, Kamerad Gast!

Rezension auf Amazon, vom 8. Juni 2017

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Auszug aus ´der gezähmte Soldat` …

 … aber die erste Berufung des Soldaten ist die Verteidigung, sein wichtigstes Instrument, die Waffe. Hier beginnt das Dilemma, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Soldat, der mit der Waffe in der Hand ernst genommen werden will, zwei Bedingungen erfüllen muss. Er braucht den Ruf, ein gefährlicher Gegner zu sein und er muss, der Tag gekommen, in der Lage sein, diesen Ruf ´kompromisslos` zu rechtfertigen. Ich kann nicht glauben, dass der deutsche Soldat mit der ´Identifikation` nur helfender, netter Staatsbürger in Uniform zu sein, zufrieden wäre, von unseren NATO Partnern ganz zu schweigen …

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… hier geht’s zum Buch.

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Auszug aus ´der gezähmte Soldat` …

Ein brillanter Ex-General als Verteidigungsminister? Warum nicht! Er genösse die Akzeptanz der Truppe. Er kennt die Probleme, weiß, wo er hinschauen muss. Einem Politiker der vielleicht nie gedient hat die Einschätzung, und vielleicht die Entscheidung, zu überlassen, was gut ist für die Truppe und was nicht, ist ein himmelschreiendes Unrecht der ganzen Bundeswehr gegenüber. Das aber steht leider an der Tagesordnung. An diesem Punkt muss sich etwas ändern. Möglicherweise auch sehen einige dieser Politiker die Bundeswehr als eine Art wohltätige Organisation, die, abgerückt von allem was sich allzu soldatisch anfühlt, nur für die Katastrophenhilfe taugt. Deren Soldaten bei Hochwasser Sandsäcke füllen. Frauen und Männer die ansonsten den netten Staatsbürger in Uniform spielen. Dass unsere Soldaten auch das sehr gut können, das haben sie mehr als bewiesen. Das war gut so. Aber die erste Berufung des Soldaten ist die Verteidigung, sein wichtigstes Instrument, die Waffe. Hier beginnt das Dilemma, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Soldat, der mit der Waffe in der Hand ernst genommen werden will, zwei Bedingungen erfüllen muss. Er braucht den Ruf, ein gefährlicher Gegner zu sein und er muss, der Tag gekommen, in der Lage sein, diesen Ruf ´kompromisslos` zu rechtfertigen. Ich kann nicht glauben, dass der deutsche Soldat mit der ´Identifikation` nur helfender, netter Staatsbürger in Uniform zu sein, zufrieden wäre … GST

 

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Auszug aus ´der gezähmte Soldat` …

Vom einfachen Soldaten verlangt jeder, dass er Verantwortung übernimmt. Und Deutschlands ranghöchste Offiziere? Gilt das auch für sie? Verantwortung übernehmen heißt auch, die viel zitierte große Lippe zu riskieren oder mal laut zu schreien wenn was gar nicht passt. Nach oben hin. Dorthin, wo die Beamten sitzen. Oder haben auch unsere Generäle einen Maulkorb verpasst bekommen? Sind sie von der Öffentlichkeit gar so abgeschottet, dass man ihre Stimme nur vage wahrnimmt?

Wo bleibt ihr Mut zur Kritik an der Kritik? Vielleicht habe ich das sicher massive Aufbegehren des Generalinspekteurs und der Inspekteure der Teilstreitkräfte überhört, als ein Quasi- Generalverdacht ausgesprochen, als beschlossen wurde, die Quartiere zu durchsuchen, Bilder mit Soldaten in Wehrmachtsuniformen abzuhängen und Namen von Kasernen zu ändern? Man wird mir später sagen, es habe nie stattgefunden, das große Aufbegehren.

 

Der gezähmte Soldat FINALCOVER

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Solidarität …

… hat viele Gesichter.

″Soldaten mit körperlichen oder seelischen Verwundungen können neue Hoffnung schöpfen. Der Bundestag beschloss am Freitag in seltener Einmütigkeit, die Leistungen für Verwundungen bei Auslandseinsätzen deutlich zu verbessern. Auch die Linkspartei, die ansonsten Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehnt, stimmte dem Gesetz zu.″

Ich las diesen Artikel gestern im Internet, (hätte so was gerne schon vor 20 Jahren gelesen!).

Soldaten mit körperlichen oder seelischen Verwundungen…

Soldaten.

Soldat.

Fallschirmjäger der Bundeswehr mit bordeauxrotem Beret, Paras der Legion, Infanterist, Jäger, Grenadier, Pionier, Sani und Artillerist, hüben wie drüben, General und Gefreiter … sie alle sind Soldaten.

Auch ich bin Soldat und wir haben etwas gemeinsam. Wir exponieren Körper und Seele, damit andere Menschen, egal wo, gut schlafen können, sich sicher fühlen. Krieg, (und Afghanistan – als Beispiel – gehört dazu! Denn es war / ist Krieg!) wird immer und in erster Linie von Soldaten geführt.

Er ist es, der einsteckt!

Politik, Strategien, Taktiken, Techniken  … wenn sie denn dem Einsatz dienen … ohne den Soldaten verlieren sie ihren Sinn. Der Mensch Soldat ist es, der oft übersehen wird. Ihm sollten wir Respekt zollen, mehr, viel mehr als bisher!

Die Art, (Kunst) Krieg zu führen variiert von Zeit zu Zeit, von Armee zu Armee.

Mal hockt man auf nackten Fersen hinter einem Felsen, wartet stundenlang, tagelang, umsonst vielleicht  … oder erfolgreich und, (stirbt oder lässt ein Teil) erfüllt den Auftrag.

Mal sitzt man hinter einer Konsole, leitet eine Drohne auf Ziele am Boden, (ein Fenster, gelbes Licht, ein verhüllter Kriegstreiber – der auch Soldat ist! Vergessen wir das nicht!).

 Manchmal sitzt man nur beim essen in der Kantine und es macht rrrrumps! Erwacht – vielleicht – im Feldlazarett! Angekratzt, Verwundet im Fleisch: Aus die Maus!

… oder man wird verrückt, packt es nicht mehr, hält es nicht mehr aus – will weg!

Solidarität ist angesagt.

Als Legionär machte ich mir (fast) nie Gedanken über Tod, Verletzung oder Verstümmelung – die des Körpers oder die der Seele. Warum? Nun weil ich wusste, die Fremdenlegion würde mich auffangen.

Zumindest schon mal was die Wunden des Körpers anbelangt. Ich schrieb darüber in meinem Buch ´Leben unter fremder Flagge`

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Hier ein kurzer Auszug: L’Institution des Invalides de la Légion Étrangère in Puyloubier … die Institution der Invaliden der Fremdenlegion – (Domaine Capitaine Danjou.) Die I.I.L.E wurde 1954 ins Leben gerufen. Ursprüngliches Anliegen war es, die verwundeten Veteranen des Indochinakrieges aufzunehmen. Diese Institution beherbergt Invalide wie auch gesunde, heimatlose Anciens – Ex-Legionäre, und auch solche die sich mit der Integration in das Zivilleben schwer tun. Diese werden nach mustergültiger Art und Weise ärztlich betreut, haben meist Einzelzimmer, Restaurant, Freizeitmöglichkeiten und können dort auch arbeiten. Der Wein welcher auf der Domäne selbst hergestellt wird, wird zum größten Teil an die verschiedenen Regimenter der Legion in Frankreich und in Übersee geliefert, etc.

Vorbildlich! Verdammt gut!

Mit so etwas im Rücken lässt sich befreiter dem Metier nachkommen, (und man ist ja nicht immer freiwillig in Krisengebieten zumindest nicht jeder Soldat!).

Hier als Beispiel noch das, eines meiner Obergefreiten. Er verlor sein Bein bis zur Hüfte. Außer den üblichen Maßnahmen, wurde er sofort befördert, und man bot ihm einen Posten auf Lebenszeit an!

Man kümmert sich, in der Legion.

Man könnte sagen –das hilft dem armen Burschen wenig. Stimmt! Wenn man es so sieht. Aber ich weiß, dass es dennoch Sinn macht und geholfen hat, vor allem auch dann, wenn man vergleicht wie es in anderen Armeen gehandhabt wird.

Was die seelischen Schäden angeht: Sie gehen immer Hand in Hand mit Einsätzen – ob man nun im Fleisch verwundet wird oder nicht, ob man Para ist oder Sanitäter, ob Kommandeur oder einfacher Soldat, ob Profi, SaZ 12 oder W 15er! Ob Kriegseinsatz oder humanitärer Einsatz, die Seele wegzaubern – geht nicht!

Unser Vorteil war, dass man uns nie etwas vormachte, (und das war schon immer so:  Vous, légionnaires, vous êtes soldats pour mourir, et je vous envoie où l’on meurt!- Ihr seid Soldaten um zu sterben. Ich werde euch dahin schicken wo man stirbt! -). Es war General Negrier im Jahre 1883 der dies sagte. Unverblümt, direkt!

Ihr seid Soldaten – eure Lebenszeit ist also begrenzt!

So eingestellt, eine 1A Ausbildung im Sturmgepäck, (wohl auch keine Familie die auf unsere Rückkehr wartet) und dann noch den Ehrenkodex der Legionäre im Kopf … gibt es keine Überraschungen mehr. Vorher nicht, mittendrin nicht und auch dann nicht wenn alles vorbei ist: Das Posttraumatische Stress Syndrom ist im Ansatz gebändigt.

”Die heutige Fremdenlegion – wohl die Modernste und Effizienteste Armee der Welt –  könnte als Vorbild dienen.  Ihre taktischen Einsatzgrundsätze, Ihre Gliederung, Ihre Situationsbedingte- überaus große Flexibilität- und Mobilität,  sowie die enorme (menschliche) Qualität der kampferprobten Legionäre und Ihrer erfahrenen Chefs machen aus Ihr ein Werkzeug auf das Europa zählen kann! Im Kriegs- Einsatz oder zu humanitären Zwecken! Doch auch im sozialen Bereich ist Legion längst ein absolutes Vorbild!“

Und hier? In Deutschland? Anderswo?

Auch hier kümmert man sich, doch es dauert eben. In der Zwischenzeit: Lasst uns die Solidarität unter Soldaten, (aller Welt) energischer zum Ausdruck bringen.  Die Rechte der Menschen-(Soldaten) die ihre Köpfe für unsere Familien hinhalten, die Verfassung, Recht und Freiheit verteidigen, (über Rechtmäßigkeit oder Unrechtmäßigkeit der Einsätze entscheiden Politiker) müssen geschützt werden, Ihr Einsatz belohnt, Ihre Wunden geheilt und …

… Ihre Seele soll wieder zur Ruhe kommen!

Voraussetzung dafür sollte sein, dass der Soldat sich seinem Metier zu 100 % hingibt. Vorrausetzung muss sein, dass es keinen Missbrauch gibt, dass kein Schindluder betrieben wird. Man muss prüfen! Fall für Fall!

Grünes Licht?

… dann öffnet Geldhähne, tut was Notwendig ist: Es hängt nicht mehr als die Glaubwürdigkeit unserer, (zunächst Europäischen) Werte ab, aber vor allem, Generäle und Politiker – Vergesst nicht, dass ein Soldat Familie hat, Hinterbliebene vielleicht.

Solidarität für unsere Soldaten…

… hat viele Gesichter!

 

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16 Gedanken zu “Der gezähmte Soldat

  1. Hallo Thomas,
    hasste gut erkannt und in wahre Worte gefasst . Und doch ist es so das Deutschland noch Glück im Unglück, besser Kriegsglück hat( wenn es das gibt). Denn noch ist keine Soldatin im Einsatz ums Leben gekommen,was ja täglich passieren kann. Ich denke das es dann Schlß ist mit Reden schwingen aus Politiker Seite. Ich weiß nicht ob man und Mann sich darüber in klaren sind. Es wäre wenn der Fall eintritt sehr schlimm: Viele Grüße, Ralf

    1. Danke, Helmut. Leider bezweifle ich, dass Verantwortliche, wer auch immer, meine Grundgedanken auch nur auf Sicht- oder Hör, bezw. Leseweite an sich ranlassen. Das ist, so finde ich, sehr schade, denn Mäner wie du und ich, Deutsche, die lange Jahre in der Legion gedient haben, besitzen den differenzierten Blick auf all die Probleme, die in einer Armee vorherrschen. Wir haben auch die Erfahrung, nur leider keine ´Titel´. Was man darunter im herkömmlichen Sinn auch verstehen mag. Aber wie gesagt, wir waren Soldaten im Einsatz – Warme Grüße nach Calvi. Amitié Légionnarie – Thomas … ( bleib gesund!)

  2. Norbert Kiefer

    Hallo Herr Gast,
    vielen Dank für Ihre Zeilen „Die Bundeswehr unter Generalverdacht“. Bereits während meiner Zeit beim „Bund“ (W18 1971-1972) gab es viele negative, ja verachtende Kommentare von politischen Parteien und sonstigen Gruppierungen.
    Letztere schlugen damals mit Äußerungen wie „Soldaten sind Mörder“ um sich. Also stehe ich im Verdacht ein Mörder zu sein.
    Als was wird die Truppe nun verdächtigt, weil eine handvoll krude Spinner wirren Thesen von sich geben?
    Die Wehrmacht wird en bloc als Verbrecherorganisation dargestellt (was viele Menschen übrigens auch der Legion unterstellen), weshalb sie als Traditionsgeber nicht geeignet wäre.
    Mein Vater diente in der Deutschen Wehrmacht – ich lasse von keinem Politiker oder Politikerin seine Ehre nehmen.
    Dass Traditionspflege funktioniert erlebte ich am 29.4. in diesem Jahr. Ich durfte als Gast der Camerone Feierlichkeit in Forbach beiwohnen.

    1. Norbert Kiefer, Dankeschön. Sie haben natürlich Recht in Allem, was Sie sagen: Hier eine Stelle aus dem Buch: ((die erste Berufung des Soldaten ist die Verteidigung, sein wichtigstes Instrument, die Waffe. Hier beginnt das Dilemma, denn aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Soldat, der mit der Waffe in der Hand ernst genommen werden will, zwei Bedingungen erfüllen muss. Er braucht den Ruf, ein gefährlicher Gegner zu sein und er muss, der Tag gekommen, in der Lage sein, diesen Ruf ´kompromisslos` zu rechtfertigen. Ich kann nicht glauben, dass der deutsche Soldat mit der ´Identifikation` nur helfender, netter Staatsbürger in Uniform zu sein, zufrieden wäre, von unseren NATO Partnern ganz zu schweigen.)) Nun befürchte ich, dass die deutsche Regierung einen Soldaten will, der zwar mit der Waffe umgehen kann, sie aber nicht einsetzen sollte. Um nicht zum Mörder zu werden. Unter dieen Umständen wäre es vernünftiger, die Armee ´BUNDESWEHR` abzuschaffen. Beste Grüße, bleiebn Sie gesund – Thomas Gast

      1. Manfred K. Mittler

        Herr Gast,

        das waren endlich mal Klartext, den man von Politikern auch mal gerne gehört hätte.
        Meine BW -Zeit liegt schon lange zurück ( 1959 / 1960 ). Damals stand man der jungen Bundeswehr positiv gegenüber. Da war man wohl auch Bürger in Uniform. Negative Äußerungen gab es damals nicht, soviel ich mich erinnern kann.

        Ich war und bin noch stolz darauf, meinen Wehrdienst damals geleistet zu haben.
        Damals gab es das Feindbild Warschauer Pakt, was vielen heutigen Politikern nur vom Hörensagen kennen. Aber alles Schnee von gestern.

        Ich danke Ihnen für Ihre Worte.

  3. Achim Linck

    Gut geschrieben. Offiziere und soldatinnen/So9ldaten der BW müssen endlich aufstehen und sich wehren: Ohne Traditoon ist die Bundeswehr ein Laschhaufen und nichts mehrt inhaltlich wert. Jedes Land hat seine Soldaten, alle Soldaten der Welt sind stolz auf ihre Traditionen. Wir müssen uns das bewahren, es gehört – mag man drüber denken wie man will – zum Soldatenleben. Unsere VM wird es merken, wenn ihr die ersten Soldaten Offizierspatent, Rock und Diestpflicht vor die Füße werfen. Du hast textlich genau den Punkt getroffen. Danke dafür und weiterhin Trteue um Treue. Glück ab alle Zeitz!

    1. Lieber Herr Linck. Ich möchte Ihren Kommentar mit einem Auszug aus der gezähmte Soldat beantworten: Und Deutschlands ranghöchste Offiziere? Wo bleibt er, der Mut zur Kritik? Vielleicht habe ich das sicher massive Aufbegehren des Generalinspekteurs und der Inspekteure der Teilstreitkräfte überhört, als ein Quasi- Generalverdacht ausgesprochen, als beschlossen wurde, die Quartiere zu durchsuchen, Bilder mit Soldaten in Wehrmachtsuniformen abzuhängen und Namen von Kasernen zu ändern? Man wird mir später sagen, es habe nie stattgefunden, das große Aufbegehren. Müsste man diejenigen, die einen solchen Entschluss getroffen haben, nicht daran erinnern, dass Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, wie auch viele andere, ein ´Offizier der Wehrmacht` war? Ein Offizier, der sein Leben dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus opferte? Oder daran dass 1959 der Großteil aller Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr noch in der Wehrmacht gedient hatten? Diese Männer bekannten sich ohne Wenn und ohne Aber zu den demokratischen Werten der Bundesrepublik Deutschland, vergaßen dabei aber Gott sei Dank nie die soldatische Tradition. Auf das, was sie während des Krieges als Soldat geleistet hatten, waren sie mit Recht stolz. Und von diesem Stolz, mit allem was er beinhaltete, profitierte die Bundeswehr in vollen Zügen. Eine Bundeswehr hätte es wohl ohne den Vorgänger Wehrmacht kaum in dieser Form gegeben, und hätte man zum damaligen Zeitpunkt alles ´Mitgebrachte` und ´Überlieferte`, alles was gut war und bewährt, aus denselben Gründen abgelehnt, wie einige Politiker heute Wehrmachtsdevotionalien ablehnen, dann stünden in den Reihen unserer heutigen Armee keine Soldaten, sondern blutige Amateure. Amateure die die Kriegskunst nicht beherrschen. Geknickt, den Kopf nach unten zu Boden gerichtet, würden sie, Krieg um Krieg, Einsatz um Einsatz das Terrain als Verlierer verlassen. Und dass es irgendwann wieder Krieg geben wird, dass irgendwann der nächste Einsatz kommt, das ist so sicher, wie die Sonne jeden Tag im Osten aufgeht. Beste Grüße, Thomas Gast

  4. Pingback: Fremdenlegion Teil 5 | Fremdenlegion

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