RATLOS

about.parent-alienation-syndrom

dragon

„Möglicherweise ein Irrtum

Möglicherweise das Glück

Sicherheitshalber die kleinere Liebe

Seereise ohne Zurück.“

(Herman Van Veen)

„RATLOS … E-Mail an meine Tochter“

Aus der Sicht des Mannes wird eine gescheiterte Ehe und deren Folgen erzählt.

 Stefan Graf, ernst, bodenständig und eher der traditionelle Typ, ist ein einzelgängerischer Schwärmer. Wonach er im Leben sucht, ist mit einfachen Worten erklärt: Er wünscht sich eine Frau, die mit ihm in allen Dingen des Lebens auf Augenhöhe ist, und er möchte eine Familie gründen.

***

Durch Zufall begegnet er Cornelia. Aus dieser Begegnung heraus wird Katja geboren und für Graf geht damit ein Traum in Erfüllung.

Doch was mit Liebe und einer vielversprechenden Heirat beginnt, endet im Fiasko. Nach nicht mal zwei Jahren wird die Ehe geschieden, denn die Auffassungen von einer glücklichen Familie weichen zu stark voneinander ab. Was folgt ähnelt einem Rosenkrieg.

… um völlig wehrlos zu lieben !

***

Stefan Graf hat große Mühe sich damit abzufinden, dass seine Exfrau ihm nach der Scheidung mehr und mehr den Kontakt zu seiner Tochter kürzt, bis es fast kein Berührungsmoment  zwischen Vater und Tochter mehr gibt. Hilflos steht er dem  Phänomen der totalen Entfremdung zwischen ihm und seinem Kind gegenüber. Er zeigt Krallen, wehrt sich gegen die Dominanz seiner Exfrau und gegen eine Gesellschaft, die ihn, zumindest in der Welt und in den Augen seiner Tochter, zum Buhmann und zum Schurken deklarieren will.

 Doch bis in die letzten Instanzen geht er aus Rücksicht auf seine Tochter Katja nicht. Im Gegenteil. Um den Schaden, der seiner Tochter von Mutter und Vater zugefügt wird, zu begrenzen, beschließt er, seinen Kampf zu beenden, um völlig wehrlos zu lieben.

Nach einer wahren Begebenheit.

„ … In dem Moment, als mein Finger die Maustaste betätigte, welche die Mail an Katja schickte, wusste ich, ich könnte sie jetzt damit für immer verlieren – doch ich musste es tun. Die Notwendigkeit, jetzt damit zu beginnen, auf Abstand zu gehen, völlig wehrlos und inoffensiv zu lieben, schien mir die einzige Möglichkeit, zu retten, was zu retten war. Körperliche Distanz, damit die Seelen und Geister sich vielleicht irgendwann wiederfinden können!

Intakt.

Wer weiß?“

Leseprobe aus dem Vorwort

*
Hallo Katja – liebe Tochter.
Weißt Du noch, früher?
Erinnerst Du dich daran dass, als du klein warst, du stundenlang fasziniert zum Fenster hinaus schautest? Dich interessierten die weißen Wolken, Kumulus, wie kleine Schafe, wie Zuckerwatte ohne Stiel, wie gefrorene aneinander gereihte Tränen vor dem azurblauen Himmel.
Du mochtest das satte Grün des nahen, kleinen Waldes. Der Flug der Marienkäfer verzückte dich ebenso wie die Regentropfen an der Glasscheibe oder wie neue Geräusche, Düfte, Farben und bunte Schmetterlinge … alles interessiert dich.
Mit deinen großen braunen Augen betrachtetest du das, was dir wichtig und aufregend erschien. Mein Herz erfüllte sich oft mit einer immensen Freude, denn dann und wann fiel dein Blick auf mich, blieb dort hängen, verträumt, verwundert und erfreut darüber, dass wir uns so nahe, uns so vertraut waren. Nichts hatte je diese Vertrautheit getrübt, auch deine jungen Kindesträume nicht, du hast sie einfach wortlos mit mir geteilt – sie mir offenbart, mir dein Leben in meine warmen, schützenden Hände gelegt. Du berührtest meine Seele und ich die deine.
Das war damals. Und nun?

GAST T.
Ich habe seit Monaten nichts von dir gehört. Die Zeit war mir sehr lang, kam mir vor wie ein halbes Leben, und ich leide.
Du meldest dich nicht und das ist eine schmerzhafte Erfahrung für einen Papa. Seit Wochen, Monaten, ja, seit Jahren versuche ich dich, dein Herz und deine Seele zu berühren. Seit Ewigkeiten bettle ich um etwas Aufmerksamkeit von dir, aber ich werde nur abgeschmettert, an den Rand gedrängt und, was am schlimmsten ist, ignoriert.
Deine Mama in ihrem Eifer sowie auch deine Großeltern durch ihre Passivität haben alles daran gesetzt, dich und mich auseinanderzubringen, sie drängten mich mehr und mehr aus deinem noch so kurzen Leben. Es war wohl eine Art Rache, weil ich mich habe scheiden lassen, damals, als du noch ein Baby warst. Ich spüre diesen unbegründeten sowie auch unberechtigten Zorn heute noch. Deine Mama weiß sehr gut, wie sehr ich dich liebe, weiß, wie es mich trifft, mit dir keinen Kontakt zu haben, dich nicht zu sehen, dich nicht in meine Arme nehmen zu können.
Nun kann ich nicht mehr!
Ich zweifle jeden Tag an mir. Bin enorm traurig.
Du bist jetzt 16 Jahre alt. Alt genug, Dinge zu tun, die du allein für richtig hältst.

crux
Da von dir kein Zeichen mehr kommt, dass du deinen Papa liebst (und dazu gehören mehr als nur ein paar höfliche Worte alle sechs Monate), finde ich, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, Bilanz zu ziehen und ehrlich zueinander zu sein. Ich habe das Gefühl, dass ich dir inzwischen nichts mehr bedeute, dass meine Anstrengungen, deine Seele erneut zu berühren, umsonst waren. Erzwingen, wie ich es törichterweise manchmal tat, möchte ich nichts mehr. Du sollst dich frei von Zwängen fühlen.
Ich mache dir keine Vorwürfe, sage dir nur, was ich sehe, fühle und wahrnehme: die Realität. Du handelst nach dem, was man dir vorlebt, was man dir zeigt, was man dir sagt. Du bist an nichts schuld, Katja. Damit es für dich aber einfacher ist und du dich auch nicht mehr mit Ausreden quälen musst, werde ich mich aus deinem Leben etwas zurückziehen. Ich brauche jetzt Distanz, damit ich wieder mein Herz schlagen hören kann, damit ich herausfinde, wer ich bin und wer ich für dich sein könnte. Das tue ich auch aus Rücksicht auf dich.
Aus der körperlichen und psychischen Ferne sollten wir uns jetzt die Frage stellen: Wo sehen wir uns beide im Leben des anderen?
Katja. Ich wünsche dir ein einfaches, schönes Leben.
Lebe es, wie du es für richtig hältst – nicht wie andere es von dir erwarten. Das ist es, was ich dir mit auf den Weg geben möchte.
Wenn du eines Tages das Bedürfnis hast, deinen Papa zu sehen, mit ihm zu reden, oder wenn du Hilfe brauchst: Ich bin immer für dich da, meine Türe ist dir nicht verschlossen und mein Herz ist auf ewig dein Palast!
Du bist, was zählt. DEIN WEG … ist das Wichtigste.
Bis bald und pass bitte gut auf dich auf.

Ich liebe dich!

Dein Papa

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***

Erscheinungsdatum 15 Oktober, 2012  

http://www.epee-edition.com/

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