Reflexionen

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 Die drei Säulen der Wahrheit

*

 (… elle est très longue cette Voie Sacrée ! Oder … hungriger Wolf ist restlos glücklich!)

Heute, den ganzen Vormittag schon lief ich planlos im Haus herum, stocherte lustlos im Essen herum, hatte kein Ziel vor Augen, keinen Plan, keinen Weg. Nichts!

Irgendwie schien alles was ich tat sinnlos.

Das letzte Komma und der allerletzte Punkt für mein neues Buch waren gesetzt – ich war literarisch gesehen arbeitslos, wertlos, ein rastloses- unnützes Etwas. Solche Tage gibt es.

Ich nahm ein Buch zur Hand, las drei Zeilen, warf es in die Ecke! Ich sah nur schwarze Ameisen-Füße auf weißem Hintergrund!

In meiner Bibliothek fiel mein Blick schließlich auf ein für mich sehr wertvolles Dokument – Die sechs Volumen der Amicale Des Ancien Légionnaires Parachutistes / Kameradschaft Ehemaliger Fallschirmjäger der Fremdenlegion: Peinlich genau sind in diesen Büchern die abgehaltenen Kongresse, Tagungen und Treffen und nicht selten auch die Geschichtsträchtigen und oft sehr amüsanten oder auch tragischen Anekdoten unserer Ehemaligen niedergeschrieben.

Es ist wie die Fahrt in einer Achterbahn: Man steigt ein … flitzt der Welt davon, vergisst Raum und Zeit um sich herum! Und so war es auch dieses Mal.

Ohne Überlegung schlug ich mitten im Buch auf, landete bei den Festlichkeiten Post- Camerone  des Jahres 1979. Erstaunt las ich die Worte eines Mannes den ich bisher nur aus Büchern, nur von meinen Recherchen und Bildern her kannte: Bernard Cabiro.

Er trug am vorausgegangenem 30ten April 1979 die hölzerne Hand des capitaine Danjou, und was er darüber schrieb – vor allem diese sieben Worte – beendete meine Rastlosigkeit. Genial!

Und wahr, sagte ich mir!

„… elle est très longue cette Voie Sacrée !“

Etwas später – ich war plötzlich Feuer und Flamme –  zog ich meine Jogginghose an und stieß, bevor ich nachdenklich das Haus verließ, auf meine Tochter Jasmin. Ohne zu wissen warum, fragte ich sie, was ihr im Leben das Wichtigste sei.

Ihre Antwort kam spontan und ohne Kuddelmuddel Kunterbunt.

Familie

Gesundheit

Hmmm … und Freunde

Familie / Gesundheit … Freunde!

Wir

Und  sie wollte es genau in der Reihenfolge: Erst die Familie, dann die Gesundheit und zum Schluss die Freunde, nicht andersrum, und sie hätte – Freunde – weggelassen hätte ich Sie nach den beiden wichtigsten gefragt!  (Nun, um bei der ganzen Wahrheit zu sein hätte sie (Sechzehn) der Gesundheit und der Familie am Liebsten den gleichen Stellenrang zugewiesen, was verständlich ist)

Dann rannte ich los in den Wald, maß mich mit meiner alten Strecke, 8 Kilometer – ob’s stürmt oder schneit (naja mit 50 kommt man eher daher wie ein alter Mercedes Diesel als wie ein brandneuer BMW).

Während des Laufens dachte ich an die Worte Cabiros … elle est très longue cette Voie Sacrée !

Und an die Worte meiner Tochter, kam wie die Beiden – der Alte Indochina Veteran, und die, die vom Leben noch nicht all zu viel gesehen hat – zum Schluss, dass das Leben vor allem ein langer Weg ist, und dass dieser Weg – manchmal ist es eine Autobahn manchmal ein kaum zu erkennender Pfad, oft ein Labyrinth – der komischerweise immer mit einer Dreieinigkeit zu tun hat,  keine messbare Strecke ist. Und das  heißt auch, dass es kein Ziel geben kann, niemals!

Das Leben ist ein Kreis der sich immer schließt, nichts beginnt, nichts endet.

  • Erkennen – Wer bin ich?
  • Definieren – Wo sind meine Ziele?
  • Und schließlich – Der finale Blick in den Spiegel Was sehe ich – Was kommt unterm Strich am Ende des Weges bei raus?

Zu erkennen wer ich bin – wer wir sind – ist wohl der schwierigste Teil unseres Lebens.

Oh, für mich war es vielleicht einfacher als für Andere, denn ich hatte einen starken Halt, einen Kumpanen der ständig mal besorgt, mal lächelnd – nie aber dominant – über meine Schulter sah.

Die Legion!

Wer bin ich?

Manchmal entpuppe ich mich als schwach, manchmal als einer der Dinge tut, an die andere sich nie ran trauen. Oft hadere ich mit dem Tod, manchmal weine ich bittere Tränen wegen irgendwelchen dummen Menschen die mein Leben kreuzen, es ankratzen, verbeulen und nach getaner Arbeit wieder gehen.

Etikette?

„Zum Teufel damit!“

Ich – und das sollten Sie ab heute auch tun! Nur zu, keine Angst – forderte die Dinge ein, die ich glaubte sie stehen mir zu, und ich ging meinen Weg immer mit dem ganzen Elan meiner Jugend. Ich forderte  Schmerz, Hunger, Durst, und Kälte, aber auch die schönen Seiten des Lebens. Ich schlug meinen Weg ein Seite an Seite mit Bettlern und mit Prinzen, lief neben Reichen und Armen, man gab mir billigem Rotwein, Gauloises de Troupes und Sardinen, aber auch Hummer flambiert mit Cognac und leckerer Gänseleberpastete, Champagner & Co.

Was zählt und was ich eigentlich sagen möchte: Ich hatte immer die Wahl zu entscheiden, mir die Frage zu stellen Wer bist du, in welcher Ecke siehst du dich selbst – ?

Meine Wahl … und spätesten jetzt begriff ich wer ich bin –  fiel nie auf das was am besten schmeckte, am schönsten aussah, was am angenehmsten war. Meine Wahl, später dann, fiel nie auf Prinzen nur weil sie Fortune hatten, nie auf Reiche nur weil so alles einfacher ist im Leben wenn man reiche Freunde hat und meine Wahl fiel nie auf Rotwein Marke Château Margaux … einer für 5 Euro tat es auch! (… schmeckt unter Brüdern besser als der Teure inmitten einer Horde von Schakalen!)

Meine Wahl fiel immer auf das, was mich nicht satt machte, weder meinen Bauch noch meine sonstigen Bedürfnisse, weil … und dass wusste ich, wenn man satt ist, man aufhört den Dingen auf den Grund zu gehen, weil man dann aufhört zu suchen – weil dann die Neugierde stirbt!

Und dann … adieu Leben!

Ich wusste nun wer ich bin!

Meine Ziele?

Hab ich nicht! Schon vergessen, ein Kreis hat so was nicht!

Aber Orientierungspunkte!

Ich glaube dass der Mann, der da sagte: ein Mann hat im Leben alles erreicht wenn er einen Baum gepflanzt und ein Buch geschrieben hat, und wenn er noch ein Pferd oder ein Haus sein Besitz nennen kann, (wieder eine Trinität!).

Ich kann drüber lachen, denn Orientierungspunkte lege  nur ich selber fest – nicht Vater Staat, noch irgendwelche Institutionen, noch die Menschen um mich herum.

Ein ganz wichtiger Orientierungspunkte ist: den Weg – egal wohin er führt – nie aus den Augen zu verlieren, mich an den kleinen Dingen am Wegrand zu erfreuen, ein Blick – ein Lächeln, ein Rose …. Rot … violett, gelb, der Anruf eines Menschen den man eigentlich ganz gut leiden kann … etwas ehrliche Wärme! Vertrauen! Geben können:  Ein …  Ich hab dich lieb ungezwungen, frei.

Grüß Gott wie geht’s – Servus Kumpel …  von einem Unbekannten!

Große Dinge?  … unser Weg kann abrupt aufhören und dann?

Einen weiteren Orientierungspunkt – einen der mir sehr wichtig war und ist, habe ich erreicht: Nie abhängig zu sein, nie wie eine Marionette mit dem Strom schwimmen, nie sein wie ein Allerweltsmensch!

(Sonst wäre der letzte Step: Der finale Blick in den Spiegel wohl fatal! Tödlich gar! )

Einen meiner Orientierungspunkte – auch das weiß ich jetzt – werde ich nie erreichen.  Der Wunsch war vielleicht zu groß!

Die Größe mit der wir unsere Wünsche bemessen, diese Messlatte ist leider auch gleichzeitig unsere Angriffsfläche (Achtung: Auch du hast Wünsche und Irgendwer da draußen beobachtet deine Freuden, dein Verlangen, deinen Hunger auf das Leben!) doch mit etwas Abstand, lächelnd und vor allem nach dem Motto agierend dass … hätte ich das auch noch erreicht wäre ich wohl satt, würde, wie schon gesagt, den Dingen nicht mehr so auf den Grund gehen und wäre so gesehen eigentlich ein armer Wicht.

Sehen Sie? Der Kreis schließt sich – mein Kreis – der Kreis des Lebens!

 Der finale Blick in den Spiegel?

Noch ist es nicht soweit!

Der Weg auf heiligen Pfaden ist ein langer… endet ja nie!

Ich wünsche mir ihn aufrecht zu gehen. Manchmal stolpert man ….  rafft sich auf, lässt sich alles nehmen, nur die Würde nicht, nicht mehr!

Nie mehr!

Und wenn mir der Blick in den Spiegel sagt – du hast einen wichtigen von dir selbst definierten Punkt deines Lebens nicht erreicht, sage ich allen die dieses bewusst auch wohl gekonnt mit aller Allerweltsmensch Raffinessen- Manier verhindert hatten: Habt Dank!

Mein Weg war und ist weiterhin kein leichter, mein Ziel ist das Ungewisse, ich hungere weiter, esse Sardinen, trinke Rotwein (von Lidl – Feine Sache) und ich gehe unter euren verwunderten Blicken barfuß im Wald spazieren.

Nur etwas ist jetzt anders: Ich gehe diesen Weg nun mit Menschen die neben mir laufen – nicht mehr vor oder hinter mir!

Mein Fazit?

Das Leben ist schön, wenn man erreicht hat was man immer schon anstrebte, es ist aber ungleich prickelnder wenn weiterhin hinter jeder Ecke, hinter jeder Hürde die wir bewältigen, und auch  unter jeder scheinbaren ruhigen Lebens- Oberfläche in die wir tauchen müssen …  die Ungewissheit lauert,  der Wolf in uns weiter vor Hunger knurrt!

Bernard Cabiro war ein Offizier der Légion Étrangère. Er illustrierte sich vor allem als Kompaniechef im  2e Bataillon Étranger de Parachutistes  (2e B.E.P.) / zweites Fallschirmjäger Fremdenregiment im Indochinakrieg. Cabiro  – le Cab – wusste Bescheid. Sein Weg, ob der mit der hölzernen Hand Danjous oder der in der Legion, war steinig, holprig, unendlich! Mehrmals verwundet hing sein Leben oft mal nur an einem seidenen Faden, oft war es ein Wunder dass er überlebte. Auch er war ein Mann der sich an kleinen Dingen am Wegrand erfreuen konnte.

Brothers in Arms!

„… und so gab ich meinem Herzen einen festen, festen Stoß und begab mich auf die Wanderung um die nächste Straßen Biegung.“

(… oder, es ist eine gefährliche Sache aus deiner Haustüre hinaus zu gehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nie wissen wohin sie dich führen)

Vive la Légion

 ***

Der Schlächter vom Balkan

( „Groß Mütterchen- Schlucht und kein Ende!“)

Babi Jar war ein Massaker, eine Tragödie!

Binnen zweier Tage Ende September 1941 brachte das Sonderkommando 4A unter dem Befehl von Paul Blobel (Offizier der  Waffen SS) in der Großmütterchen Schlucht von Babi Jar (nahe bei Kiew) 33000 Menschen um.  Wer weiß, wie, mit  welcher brutalen Präzision, mit welcher bösartigen, kranken Gesinnung dieses schreckliche Morden verübt wurde, sollte wohl meinen, bestialischer  geht es nicht … das war damals … das wird nie wieder geschehen …  !

Man sah sich getäuscht.

Das von den Serbischen Truppen begangene Verbrechen in Srebrenica im Juli 1995 erinnert an das das Massaker von Babi Jar. Für mich war dieses Massaker tragisch. Ich dachte, dass fast mitten in Europa so nahe bei uns, so etwas nie passieren konnte.

E.U.R.O.P.A.

Hatte gedacht, mit diesen Dingen ist Schluss –  endgültig Schluss!

….. der Mensch ist lernfähig!

Ich sah mich getäuscht!

Konnte das Massaker von  Srebrenica geschehen, weil die Opfer einer anderen Religion angehörten als wir? Einer anderen, als der Standard Europäer?

Hätte man ebenso untätig zugesehen, wenn es eben nicht so gewesen wäre – das mit der Religion?

Schuldzuweisung? Wer? Waren nur die Mörder die Schuldigen?

Weihnachten 1992 flog ich an Bord einer Chartermaschine von Bastia nach Sarajevo. Als Mitglied des Vorauskommandos meiner Kompanie (im Rahmen der UN – PROFOR) nahm ich unsere kommende Aufgabe sehr ernst. Schon bald hatten wir Tote und Verwundete, schon bald mussten wir leider auch feststellen, dass irgendwo in den Stäben, in den sicheren und gut geheizten Büros in New York oder in Brüssel … oder wo der Teufel auch immer … man die Sache nicht so ernst nahm.

Wir Legionäre gingen diesen humanitären Einsatz genauso pflichtbewusst und mit dem nötigen Ernst an, wie jeden anderen Einsatz. Ärmel hochgekrempelt wollten wir helfen. Bedingungslos, neutral, bereit auch hier, für diese Aufgabe unsern Hals zu riskieren –  trotz unsinniger ROE’s – (Rules of Engagement), trotz einem kaum spürbaren Gefühl  etwas falsch am Platz zu sein ( als reine Sturmtruppe in einem Blauhelmeinsatz), und trotz leichter Bewaffnung die wir so nicht gewohnt waren ( Keine Mörser, keine schweren Panzerabwehrwaffen, etc.).

„Tags wie nachts schoss man auf uns … ruhig bleiben! Blauhelm! Ok!“

Bereits nach ein paar Tagen unserer Präsens war man sich einig: Die Legion ist auch in solchen Einsatz ein wertvolles Instrument. Sie passt sich an – besinnt sich ihrer Stärken (Ihrer Legionäre die allerlei Handwerke gelernt haben, die auch serbisch, bosnisch, kroatisch und russisch sprechen) etc.

Auch die Kämpfer im Gelände, egal welcher Seite sie angehören, spüren, dass mit der Legion ein anderer Wind weht (auch wen einige unserer Offiziere nicht geschickt genug verbergen, dass sie pro Serbisch eingestellt sind, während wir, die Truppe eher in die Richtung unsere helfende Hand streckten, die diese Hand am ehesten benötigte? – Möglich! Wahrscheinlich!)

Wir verließen Bosnien im Juli 93, hatten das Gefühl etwas geleistet zu haben, waren stolz!

(Siehe: Die Legion – Mit dem 2e REP in den Krisenherden dieser Erde)

Dann kam Srebrenica.

…  versagte die UN, versagte Europa!

Ich war den Tränen der Wut sehr nahe.

Srebrenica – das Massaker – hatte einen Namen, zwei Gesichter: Radovan Karadžić und Ratko Mladić.

Ich fühle etwas Genugtuung, als ich nun von der Festnahme Mladics hörte, wenn auch nur ganz leise … sachte!

Leise …. denn all dies hätte damals verhindert werden können, verhindert werden müssen!

Sachte … denn durch die Festnahmen der beiden Schurken bekommen die bosnischen Mütter Ihre ermordeten Söhne nicht zurück.

Die niederländischen Einheiten trifft mit Sicherheit keine Schuld – nicht die geringste.

Man hatte mit der Legion eine pure und hochkarätige  Kampfeinheit  auf Abruf, einsatzbereit – ein Befehl und etwas Unterstützung hätten  genügt.

Srebrenica hätte so nicht stattgefunden!

… denn wir haben Camerone im Blut! Wir, Legionäre!

Die UN hat versagt

Vielleicht wäre es eine gute Idee gewesen, wenn jemand den Herren  geflüstert hätte, dass capitaine Danjou noch in unsren Köpfen spukt, dass wir Dickköpfe unter General Rollet die Sigfriedstellung (Hindenburglinie) gestürmt hatten (ein Unternehmen bei dem die Amerikaner mehrmals scheiterten), dass wir Rommel  vor Bir Hakeim eine Lehrstunde erteilten, dass wir  in Kolwesi tausende von Geiseln befreiten ( Was die Belgier obwohl es ihre Landsleute waren,  sich nicht zutrauen wollten – Die Legion musste es richten!), dass es die agilen Panzerjäger unseres 1e REC waren, die als erste Irakischen Boden betraten im Golfkrieg … damals ( und nicht etwa wie irrtümlich behauptet die amerikanischen Truppen), und … und … und! Und nun Schluss – steht denn nicht im Ehrenkodex eines Legionärs auch etwas von Modestie – von Bescheidenheit?

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Doch! (… aber manch Ding muss mal gesagt werden!)

In Srebrenica werden wohl dieser Tage irgendwo einige mehr Tränen fließen als sonst.

Ein Stück Gerechtigkeit ist geschehen.

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Der Fremdenlegionär, die Öffentlichkeit und die Medien.

Folgende Texte sind kein Auszug aus „Die Legion“ sondern eine Reflexion mittendrin, Themen am Rande.

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„Ich will kein Allerweltsmensch sein“

… wie Albert Schweitzer meinte.

Die Legion öffnet sich, gewährt tiefere Einblicke, passt sich der Zeit an?

Ist anonym bleiben in der Legion zu meiner Zeit schon passé gewesen, nur noch ein Gerücht?

Absolut nicht!

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Die Geschichte des Anonymat geht weit zurück bis zu den Anfängen der Fremdenlegion, bis zum Jahr 1831 also. Kandidaten mussten ihre wahre Identität nicht preis geben, konnten anonym bleiben. Auch heute ist dem noch so.

Alles Verbrecher also, die sich verstecken müssen?

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Nein! Zum einem nimmt die Legion keine Verbrecher mehr und zum anderen heißt sich verstecken nicht immer gleich, ein Verbrecher zu sein. Man kann sich auch vor Systemen verstecken wollen, vor tötender Langeweile und vor der Angst sich eines Tages gestehen zu müssen … Ich bin ein Allerweltsmensch!

Ich wollte, als ich in die Legion eintrat jemandem entrinnen: Dem tristen Alltag. Dem morgens, mittags, abends System. Früh aufstehen, Morgen, Mittag, Abend. Montag, Mai, bis Oktober, trister Alltag bis zum Grab! Grab mit Schema, bitte.

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…ein guter alter Freund!

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Anonymat wurde ich mit Eintritt in die Legion nicht, dazu war kein Bedarf, meine Weste war zu weiß. Aber es war schön, in einer Gemeinschaft eingebettet zu sein, die einen schützt und einem das Wissen gibt geborgen zu sein.

Geborgenheit, ein Wort dass heute oft ein Fremdwort in unserer Gesellschaft darstellt. Es war schön, morgens den Rucksack zu packen und nicht zu wissen, wo schlafe ich heute Abend, werde ich überhaupt schlafen? Es war schön, der Ungewissheit ausgeliefert zu sein.

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Es gab Situationen in denen ich freiwillig und mit den Segen der Institution diesen – wenn in meinem Fall auch nicht notwendigen – Schutz außer Kraft setzte.

So zum Beispiel im Jahr 2001, in Djibuti.

Mein Regimentskommandeur hatte mich zu sich gerufen und mir den Auftrag gegeben, eine Crew des Westdeutschen Rundfunks – WDR – vom Flughafen abzuholen.

Er wollte weiter, dass ich die vierköpfige Crew betreue. Sie wollten eine Reportage drehen, mit einem Deutschen als Hauptfigur. Ich sagte zu, auch nicht zuletzt weil ich die damalige Studioleiterin des ARD/WDR Paris – eine sehr charmante und erfolgreiche Korrespondentin die in den Folgejahren die Redaktionsleitung eines bekannten ARD Magazins übernehmen sollte –  kannte, mit ihr bereits in Calvi das Vergnügen hatte.

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Der Dreh in Djibuti dauerte nur ein paar Tage und während der ganzen Zeit revoltierten sich nicht nur meine Männer sondern auch ich. Wir sträubten uns aus Reflex, wollten so wenig wie möglich mit der Öffentlichkeit, egal wie sie aussieht, konfrontiert werden. Wir wollten dem nicht begegnen, vor dem wir eigentlich auf der Flucht waren. Vor dem Leben da draußen. Meine Legionäre und ich wollten in Ruhe gelassen werden. Kameras waren uns ein Gräuel. Wir knirschten mit den Zähnen, spielten das Spiel. Vor allem auch weil wir wussten, dass unsere Jungs die unter Anonymat waren und auch diejenigen die nicht gefilmt oder fotografiert werden wollten in diesen Tagen gar nicht anwesend waren. Der Schutz… Er greift immer noch genauso zuverlässig, wie vor 179 Jahren!

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Egal… Das Ende der Geschichte sah so aus, dass ich einige Monate später, in Deutschland die Reportage zufällig sah.

Ein Leben für die Front, Deutsche als Kommando in der Fremdenlegion!

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Sie war recht gelungen. Ohne es wirklich zu wollen war ich Akteur geworden. Die Sendung wurde innerhalb kürzester Zeit noch einige Male gesendet und jedes Mal sah ich, was Nicht Legionäre nie sehen, nie begreifen werden können.

Ein Fremdenlegionär, egal welchen Dienstgrad er hat, kann von keiner Kamera der Welt so eingefangen werden wie er wirklich ist. Die Kameras sehen ihn immer nur so, wie er sich geben will. Der Schutzmechanismus ist auf allen Ebenen intakt.

Dieses anders sein ist uns geblieben.

Ich will kein Allerweltsmensch sein…..!

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Caporal Chef… einen besseren findst du nicht!

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Mais j’ai un rendez-vous avec la Mort A minuit, dans quelque ville en flammes, Quand le printemps d’un pas léger revient vers le nord cette année, Et je suis fidèle à ma parole: Je ne manquerai pas à ce rendez-vous-là.


Alan Seeger 1888 – 1916Poet,
Romancier …. Fremdenlegionär und (…Realist).

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Man hatte Sie dummerweise verpasst, verschwendet, vergessen…
… die Verabredung mit dem Tod!
Als Fremdenlegionär unterschreibt der Kandidat einen (ersten) Vertrag der ihn zunächst 5 Jahre lang an die Légion Étrangere binden wird. Er unterschreibt seine Verabredung mit dem Tod.
… denkt er!

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Eine Perspektive, ein Angebot, von ihm oft verschwendet und ignoriert!
Der Tod begegnet ihm während seiner Dienstzeit oft, doch dieser wollte ihn noch nicht. Nicht dieser Tod, der sollte wohl noch warten. Nicht dieser Tod mit seiner Noblesse und seiner Aufrichtigkeit!
Den anderen Tod aber, der hat ihn wieder, etwas – jetzt – nach der Legion, und er hatte ihn damals, total – vor seiner Zeit in dieser Einheit.
Der Tod der Seele! Minable, lächerlich, abscheulich!

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Der nämlich, aufzuwachen, sich selbst manchmal fragen zu hören, wo ist der Sinn des Lebens? Was hat denn überhaupt Sinn? Das tun was alle tun? Eingeschränkt in den Zwängen unserer Gesellschaft? … Des Konsums? Einer von denen sein, die laut hier rufen wenn es darum geht den Pfaden zu folgen, die bereits begangen sind? … suivre les sentiers battus … ?
Zu sterben im Kampf macht Sinn, doch zu dieser Erkenntnis zu gelangen ist ein Prozess, ein langer und schwieriger Prozess!
Langsam zu sterben jedoch, den anderen Tod … Gezwungene Anpassung, Behörden, Finanzamt, Snobismus, Gesellschaftszwang und den, unglücklich zu sein weil man es – aus der Macht der Gewohnheit heraus – nicht wagt etwas an seiner Situation zu ändern, und wegen … das ist nun mal so … das macht Unsinn.
j’ai un rendez-vous avec la Mort

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Er (Ich, Du, Wir, Ihr, Sie) lebt, doch stirbt jeden Tag etwas mehr. Weil man ihm versichert, dass es normal ist, dass ein geschiedener Mann, ein liebender Vater, der Willkür der Mutter ausgesetzt ist wenn er es wagt mit einem winzigen Stück Seele (mit der Liebe) seines Kindes zu liebäugeln.
Väter haben sehr wohl Rechte, doch diese stören, sind lästig, werden von der Gesellschaft oft so kanalisiert und hingedreht dass aus dem Recht ein fast schon krimineller Akt wird.
Empörung.

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Dorfgespräch im Kirchenchor. Recht geschieht es ihm! Er hätte UNSERE Erwartungen erfüllen sollen und nicht auf SEIN Herz, SEINE Ehre und auf SEINEN kleinen und dummen Sinn des Lebens hören sollen.
…but I’ve a rendezvous with Death!
Er (Ich, Du, Wir, Ihr, Sie) lebt, doch stirbt jeden Tag etwas schneller, weil der Staat ihm sagt, dass es besser ist, wenn er es ist der ihn verwaltet, sein Leben in die Hand nimmt und ihm durch die Medien – und durch gebeugte Häupter auf dem Markt Samstags früh – täglich vor Augen führt, dass Arm sein gleich Tod sein heißt, in einem Land in dem in Goethestrasse zwei man täglich Krawatte trägt, vier Autos vor dem Hause stehen hat, Sushi zum Frühstück verschlingt – und wo andere, Gegenüber nur eine Häuserecke weiter, nicht wissen wie sie das Monatsende über die Runden bringen (… doch, natürlich: Mit Kartoffelpuffer oder Koteletts von der Freibank – „bedingt tauglich“ – die sind billig!). Herr Schmidt? Nein – Herr Der da! Frau Randfigur! Familie Hartz IV! ! Misfits!

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Aber Angst brauche er nicht zu haben unser braver Legionär, denn er erinnert sich an sein Versprechen, an sein Rendezvous mit dem Tod – mit dem Wirklichen, dem Edelherzigen, dem Einzigen den es wert ist gestorben zu werden. Wenn auch verspätet und nach langen sinnlosen Irrfahrten im anderen (Tod) Leben.
Ich habe eine Verabredung mit dem Tod, um Mitternacht in einigen Städten in Flammen … wenn der Frühling gen Norden zieht.
Alles Unfug?

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But I’ve a rendezvous with DeathAt midnight in some flaming town,When Spring trips north again this year,And I to my pledged word am true,I shall not fail that rendezvous.

Alan Seeger 1888 – 1916

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Femme… je t’aime!

Wenn von Kriegen die Rede ist, spricht man von vielen Dingen: Von Zerstörung, von Elend und Leid, von Helden auch – meist aber immer nur von Männern. Es ist angebracht auch mal vom Held FRAU zu reden, denn Frau ist es, die uns Männer animiert, uns antreibt und motiviert. Ich war noch Teenager als für mich bereits feststand: Alles was ich in meinem Leben tue, jeden Unfug, jede Heldentat, jeden Nonsens (die ersten Begegnungen mit der Haschisch Zigarette / etwas darstellen zu wollen was man nicht ist und auch nie sein wird / sich auch mal sinnlos und ohne Grund zu betrinken) sowie auch all das was Sinn macht (einen Baum pflanzen / zur Fremdenlegion gehen / ein Buch schreiben!) ja… das man (Mann) all dies tut, einer Frau zuliebe:

Oh, nicht einer ganz bestimmten Frau! Nein! Den Helden ( auch Gockel genannt) spielt man für alle Frauen dieser Welt, denn sie alle verdienen unseren Respekt. Doch: Nieder mit dem erhobenen Zeigefinger derer, die da meinen Frauen könne man in Schubladen schieben, in diese nämlich wo man sie gerade hin haben will, weil sie nur da rein passen. Die Anständige, die Entwurzelte, die aus gutem Hause, die Intelligenzbestie oder die Sonderschülerin. Die Prostituierte! Im Laufe meines Lebens hatte ich mit einer Jeden von Ihnen zu tun, habe sie alle frequentiert, und um ehrlich zu sein: Mit am meisten beeindruckt hat mich Letztere – die Prostituierte, jene also von der ich überzeugt bin, dass sie genauso ihren legitimen Platz neben all den Anderen hat – haben sollte. Und zwar auf Augenhöhe!

Von so manch einer Prostituierten lernte ich an einem Tag mehr über mich und über das Leben überhaupt, als ich es von der aus gutem Hause in einem halben Jahrzehnt lernen koennte. Nehmen wir doch mal die aus gutem Hause (ich liebe diesen Ausdruck – er sagt so viel) unter die Lupe. Gerade in ihren Gefilden ist es oft Usus fremd zu gehen, ihren Männern die täglich schuften – als Architekt, Bankier, Immobilienmakler – bis zum umfallen, Hörner aufzusetzen! Hoerner gross wie Elefanten-Stosszaehne! Keine Form von Prostitution, nein: Viel Schlimmer! Während eine Prostituierte ihre Karten auf den Tisch offen darlegt, windet sich hier – die Noble – wie eine Schlange: Falschheit, Unsicherheit und Lügen mischen sich, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen: Das eigene flatterige Ego zu bestätigen.

Während viele Prostituierte (oft mal hart am Rande der Legalität, immer jedoch mit dem Blick über die Schulter) aus der Not heraus ihre Arbeit verrichten (vielleicht die einzige Lösung um ihren Kindern etwas zu bieten: Kleidung, Nahrung, ein Schulheft … das Notwendigste halt), vögelt sich Frau – Gehobener Standard – oft ganz legitim und mit einer geradezu beängstigenden Selbstverständlichkeit durch die Reihen Ihresgleichen (ohne über ihre Schulter sehen zu müssen , denn Angesichts ihrer sozialen Herkunft drückt man gerne mal beide Augen zu, macht aus Abscheulich Passepartout! Reimt sich? Natürlich! Aber stopp! Keine Hexen Jagd!

Das Metier Soldat – vor allem der Fremdenlegion – und das der Hure, sind assoziiert seit dem Urknall, auch wenn der ein oder andere Offizier dies gar nicht gerne hört, (Gibt es doch auch solche die anstatt mit einer Frau, sich lieber mit der Bibel ins Schlafgemach zurückziehen).

Prostituierte? Abschaum der Gesellschaft? Mutlose Kreaturen ohne soziales Rückgrat?

Sie irren! Das Gegenteil wurde immer wieder bewiesen. Wenn ich zum Beispiel an die Handvoll Prostituierter denke, die in der Dschungelfestung Dien Bien Phu ihre Dienste angeboten hatten, dann aus der Not heraus Krankenschwestern wurden die sich um die Verwundeten Kämpfer kümmerten und die schließlich sogar mit der Waffe in der Hand Seite an Seite mit den Legionären und gegen den Viêt Minh kämpften, dann bleibt nur Hochachtung übrig!

Denken wir an die Fatmas der quartiers réservés in Tanger, Fés, Casablanca oder Sidi Bel Abbès, und Oran (… schwarze Rose von Oran, küss noch einmal deinen Legionär!), an die Bordells in Saigon – u.a. dem Parc aux Buffles, und an das Puff in Französisch Guyana zu meiner Zeit: Hinterausgang des Quartiers, links um, geradeaus vierhundert und man stand an den Pforten des Paradieses. Mit gutem Gefühl. Ohne lügen zu müssen. Die Welt ist wieder in Ordnung – man selber im reinen mit sich selbst! Und wo bleibt  da der Respekt, fragen nun die Besserwisser und Moralapostel. Die Frau als Lust-Objekt?Gar nicht! Die Frau als Partner. Respektiert, akzeptiert und integriert in einem Zyklus in dem jeder seine Rolle spielt – zu gleichen Teilen – und so gut wie möglich! Kein Schubladendenken, nur ein … Merci, bis zum nächsten Mal. Et puis: Non, nous ne regrettons rien. Und ich ganz bestimmt nicht!

Femme … je t’aime!

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Denn Sie wissen nicht, was Sie tun! Wissen nur, was man so sagt. Wissen also nichts!

La Légion est à Magenta. L’affaire est dans le sac! Mac Mahon.

Solche Worte zu hören, ist – nach einigen Jahren im kühlen Deutschland und umringt von Menschen die, Teils ohne überhaupt zu wissen warum, offene Ressentiments gegenüber der Legion hegen – eine Wohltat.
Die Legion ist hier (in Magenta oder egal wo). Es kann ja nur alles Gut gehen!

Im Laufe meiner Recherchen für ein Manuskript (Mehr wird nicht verraten), hatte ich kürzlich Kontakt mit einer (in Klammern) renommierten Deutschen Gesellschaft — Zielgebiet etwa Region Französisch Indochina und Umgebung.Ich erhoffte mir freundliche Auskunft, eventuell ein Bild, und bot als Gegenleistung an, diese Gesellschaft lobend in meinen Danksagungen zu erwähnen.
Antwort : Hüten Sie sich, den Namen unserer ehrenwerten Gesellschaft in derselben Zeile mit dem der Fremdenlegion zu erwähnen! Man wolle doch bitte nichts damit zu tun haben.

Natürlich bekam ich weder Auskunft geschweige denn ein Foto.
Was denn diese negative Haltung motiviert?, fragte ich. Und was die Gesellschaft denn überhaupt über die Legion wisse?
Schweigen im Walde. Vorurteile, das war’s! Leider immer noch!

Legion – Verbrecher.

Legion – Söldner.

Legion – bringt nur schnell die Kinder ins Haus, Fensterläden zu und keinen Mucks … Bis sie wieder weg sind!

Ich hätte den ehrenwerten Herren schon sagen können, dass die Legion Traditionen zelebriert und an Prinzipien festhält welche die Ihren wohl weit in den Schatten stellt.

Hätte, wen wir schon dabei sind, erwähnen können, dass die Legion Geiseln befreit, ja auch deutsche Geiseln aus den Händen von blutrünstigen Rebellen in Schwarzafrika.

Oder noch dass die Legion hauptsächlich zu humanitären Zwecken herangezogen wird, weil sie eben Ihre Arbeit in dieser delikaten Angelegenheit besser verrichtet wie andere Einheiten. Viel besser!

La Légion est là. L’affaire est dans le sac!
Ich hätte auch – aber dafür bin ich zu bescheiden – darauf hindeuten können, dass Prinzen, Schauspieler, Komponisten, Poeten oder noch Staatsmänner in der Fremdenlegion gedient haben. (Ich zweifle dass in besagter Gesellschaft auch nur ein Mitglied ist, welches da mithalten kann.) Ich ließ es jedoch dabei.Pfiff mein Lied und schlich mit einem Lächeln auf den Lippen von Dannen.Mir kann ja nichts passieren, denn wenn’s mal zwickt, rufe ich à moi la Legion! Und ich weiß – Alles wird gut! Ich weiß, was ich tue!

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Staatsbürger in Uniform

…unsre Jungs vom Bund!

1979 bis 1984 war ich eine graue Maus. Ich meinte, ich trug eine graue Uniform.

Springerstiefel blank poliert, den stürzenden Adler mit ausgefahrenen Krallen am Bordeaux-Farbenen Beret, stolz wie zwei, schöne Zeit!

Die Luftlandebrigade 25 war eine remarquable Einheit, keine negativen Erinnerungen plagen mich. Im Gegenteil. Ich war stolz dazu zu gehören. Kameradschaften wurden gepflegt, Traditionen hochgehalten und der Korpsgeist stimmte. Hut ab vor den deutschen Fallschirmjägern!

Nickel Chrome!

Freitagsnachmittag … rot scheint die Sonne – heute verboten, Argonnerwald und singen, das können sie! Sie können aber weit mehr als das, auch kämpfen, wenn man sie nur ließe! Mit ROE’s die gut definiert sind! Nicht konfus -irreleitend!

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Heute ist vieles anders.

Der allgemeinen Kritik schließe ich mich nicht an, dazu fehlen mir zwei Sterne (oder der Mut!).

Aber…!

Nach meiner Zeit bei der Legion – mein erstes Buch geschrieben, das zweite nur eine Frage der Zeit und die ersten Vorträge mit der Thematik –  Die Fremdenlegion – erfolgreich abgeschlossen, stelle ich zu meiner größten Verwunderung fest: Die Bundeswehr (… nein, nicht der einfache Soldat!) hat wenn es um Legion geht, Berührungsängste.

Insgesamt fünf (also alle) meiner in verschiedenen Reservisten Kameradschaften geplanten Vorträge  wurden  gnadenlos gestrichen … Kommentarlos auch! Die Organisatoren der Kameradschaften zogen sich zurück, bekamen wohl auf die Löffel.

Wer hat Wovor und Warum Angst?

Sicher – so könnte man davon ableiten –  sollten doch  die Erfahrungen eines Mannes der 17 Jahre in der Französischen Fremdenlegion gedient hat (dort auch noch bei den Fallschirmjägern)   unseren Jungs nichts vermitteln können, warum auch – was auch?

Ist es gar Imageschädigend wenn die Legion sich anmaßt Vorträge bei der Bundeswehr zu halten?

Wie sehen wir den aus, wie stehen wir denn da?

Mir san mir!

Abstand (Devise wohl auch einiger Kameraden von damals, haben sie denn die Ränge der Offiziere erreicht: Ganz seltene Ausnahmen bestätigen diese wohl eiserne Regel).

Außerdem: War da nicht was. Liegt da nicht noch der sanfte nostalgische Hauch von … Söldner in der Luft? Dienten nicht auch Soldaten einer ganz bestimmten deutschen Eliteeinheit in der Legion, nach dem zweiten großen Krieg!?

Vorsicht!

Abstand!

Nicht mit uns!

Wir lassen uns von Geschichte nicht gern einholen, auch wenn’s unsre eigene ist oder war.

… die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen!

Nur keinen Verdacht aufkommen lassen. Ist es das?

Oder distanziert man sich weil political correctness gewahrt werden muss? Das wäre dann verständlich!

Man hat ja – leider und laut Medien – oft Mal mit Inkompetenzen hier, unerfahrenen Vorgesetzten da, an vielen Fronten zu kämpfen.

Aber leider ist – wenn es um Unerfahrenheit geht – immer ein Fünkchen Wahrheit dran. Man lernt eben nur in Einsätzen, im Feld …. im Schmerz! Lernt nur in dreckigen abgenutzten Stiefeln. Schärfe und Disziplin  in der Ausbildung spart so manch Träne, manch Tropfen Blut!

*

( Hm … aber … beibringen kann uns trotzdem Niemand was – Basta! )

*

Und schon gar nicht Frankreichs fremde Söhne, nicht die Fremdenlegion, die ja erst seit 1831 besteht.

Nun, ich denke, man täuscht sich- man sollte auch fähig sein, mal über den Zaun zum Nachbarn zu spitzen um zu sehen: Wie machen die das denn? Dort funktioniert doch einiges, was bei uns im Argen liegt!

Bürger in Uniform sein ist sicherlich gut – Einfach Soldat sein ist aber nicht unbedingt schlechter!

(Aber das klingt nun nach Arroganz meinerseits, und davon nehme ich Abstand, klingt es doch Nachtragend – Kleinkariert. Ich entschuldige mich in aller Form und singe ein Lied.)

„Quand on a bouffé son pognon Ou gâché par un coup d’cochon“

Oder besser … non, Je ne regrette rien?

Soit …

Vive la Légion!

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8 thoughts on “Reflexionen”

  1. I am going to enjoy the Book cant wait to read it .
    Easy to read !Hope it comes out in english soon so, my Husband can read it as well.
    Babs Frankenburger

  2. Ich habe Ihr Buch gelesen und es hat mir zum großen Teil gefallen. (ich beschäftige mich aus privatem Interesse schon lange mit Militär und ebsonders mit der FFL.

    War vor 14 Tagen in Aubagne einfach nur schauen.

  3. hallo thomas,es macht spass deine berichte zu lesen und ich bereue immer mehr nicht doch zur legion gegangen zu sein.

    mit kameradschaftlichem gruss

    andreas

  4. Hallo Thomas, wie immer sehr spannend,.,.,.,!!!!!! und sehr lehrreich zu lesen was du schreibst,,.,.,.,

    Ich wünsche Dir und deiner ganzen Familie alles Liebe und Gute !!!!!!

    Steffen Stuhlfauth

  5. sergent Gast! Quelle surprise! Bonne annee comme meme! A l`epoque j etais cpl Bondor de GT. Ca va autrement?

  6. Hallo Herr Gast. Vielen Dank für die herausgabe des Buches Die Legion an Ihnen und Ihre Frau (da es Ihre Idee war). Wirklich sehr interessant, habe es heute fertig gelesen. Danke dass Sie mir Einblick in Ihren persönlichen Erfahrungen Teilnahme gegeben haben. Auch habe ich Ihren Buch „Guyana faszination fremdenlegion“ gelesen. Habe wirklich grossen Einblick nehmen können wie es sich dort abspielt. Spiele seit jahren mit dem Gedanken um mich in die Fremdenlegion zu rekrutieren, jetzt habe ich grosse Informationen bekommen und auch interessante geschichten hören können wie z.B. Ihren Freund und Namensvetter Thomas Linder, (R.I.P.) oder auch Dominique Vandenberg.
    Vielen Dank für Ihre geteilte Erfahrungen.

    Grüsse aus der aargauischen Schweiz:

    Fabio P.

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