Terror im 21. Jahrhundert

Die Behörden fallen europaweit in gleiche Muster: Verwaltungsorgane und Terrorexperten kennen die künftigen Täter. Diese können sich frei bewegen, der Zugriff jedoch bleibt aus. Selbst wenn die Männer, wie im Fall Amri, längst als Anhänger des IS bekannt sind, können sie frei und nach Gutdünken handeln und ihre Taten vorbereiten.

Versäumnisse in dieser Phase …

… zögern, ausbleiben des Zugriffs, mangelnde Überwachung, nicht vorhandenes Zusammenspiel der Geheimdienste …

… haben in Frankreich in gleich mehreren Fällen einen hohen Blutzoll gefordert. Ein Beispiel dafür ist die Akte “Mohammed Merah“. Die Behörden wussten, oder ahnten zumindest, wie gefährlich und radikal er war. Sein älterer Bruder war, Berichten zufolge, stets durch seine Nähe zu islamistischen Gruppierungen aufgefallen. Merah selbst wurde jahrelang überwacht, ein entschlossener Dialog oder gar ein Zugriff blieb aber dennoch aus. Später tötete Merah bei einer Anschlagserie im März 2012 sieben Menschen, darunter französische Soldaten und jüdische Kinder. Am 21. März wurde Merah in Toulouse von Polizisten des RAID erschossen.

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Der Kampf gegen “Terrorismus“ liegt fast überall in der ausschließlich nationalen Kompetenz und vermutlich ist das der Grund, dass Europa nicht ausreichend gegen ihn gewappnet ist. Griechenland, Österreich und Schweden, zum Beispiel, führten die Datenspeicherung erst ein, als sie vom Europäischen Gerichtshof verklagt wurden. Einen gemeinsamen, europäischen Geheimdienst gibt es nicht und die nationalen Geheimdienste tauschen sich nicht immer zeitnah genug oder nicht detailliert genug aus. Europol erleichtert zwar den Informationsaustausch, aber zu Pannen kommt es leider immer wieder und die kosten Menschenleben. Nehmen wir den Fall “Mehdi Nemmouche“. Nemmouche, ein Franzose mit Migrationshintergrund war ein Gotteskrieger. Er kämpfte ein Jahr lang für IS in Syrien, bevor er nach Europa zurückkehrte. Dem französischen Geheimdienst waren Nemmouches̓ Umtriebe bekannt, vor allem aber wussten sie, wie gefährlich er war. Via Schengener Informationssystem (SIS) wurde gegen Nemmouche europaweit eine verdeckte, grenzpolizeiliche Beobachtung eingeleitet. Die Franzosen wollten wissen, wann und wo er auftauchte, eine Festnahme sollte allerdings nicht erfolgen. Sie unterließen es aber, auf die hohe Bedrohung die von ihm ausging hinzuweisen. Mitte März landete Nemmouche als Passagier einer aus Bangkok kommenden Maschine in Frankfurt. Das BKA reichte lediglich den Fahndungstreffer an die Franzosen weiter, hielt Nemmouche aber nicht davon ab, weiter zu reisen. Überwacht wurde er nicht. An einem Samstag, es war der 24. Mai 2014, tötete Nemmouche vier Menschen in einem jüdischen Museum in Brüssel: ein israelisches Touristenpaar und eine Französin.

 

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(Krawalle bei EZB-Eröffnung in Frankfurt, 18. 03. 2015.)

 

Leider hatten auch die belgischen Behörden nichts oder kaum etwas über ihn gewusst. Nun hätte Nemmouche getrost auch in Deutschland Anschläge verüben können, anonym, nicht beschattet, extrem gefährlich! Fakt ist, dass vier unschuldige Menschen in Belgien noch am Leben sein könnten, wenn die Geheimdienste zusammengearbeitet hätten.
Wir haben das auch in Sydney gesehen. Dort begann ein selbst ernannter Prediger aus dem Iran, der weder in das Al Qaida- noch ins IS Raster passte, und den Behörden reichlich bekannt war, ein schreckliches Attentat (15. Dezember 2014). Sydney war ein Muster, an dem uns allen sehr rasch klar wurde, dass eine neue Ära begonnen hatte, eine, die in Paris (siehe Anschläge auf Charlie Hebdo) fortgesetzt wurde.
Muss tatsächlich immer erst eine staatsgefährdende Straftat vorliegen, bevor ein Zugriff stattfindet?
Müssen immer erst Menschen getötet werden, damit Inhaftierung und / oder Abschiebung möglich sind?

+++

EPILOG zum Buch

Terror im 21. Jahrhundert

 

Haïti, Port-au Prince / Cité SoleilGAST02

Haiti ist ein Land das seit Urzeiten von Erdbeben, Tropenstürmen und nicht enden wollenden Bürgerkriegen heimgesucht wird. Sein finsterster Ort? Die Cité Soleil, Hochburg der Kidnapper-Gangs, ein Flecken Erde, auf dem sich der Teufel und Gott begegnen. Ich hätte niemals hier sein dürfen, denn Zugang wurde nur der MINUSTAH gewährt. Mein Stellvertreter, ein Ex- Kommandant der Polizei hatte mich eingeschleust. Das Schlimmste was ich hier sah? Kinder, die, um nicht zu verhungern, Schlammkekse aßen. Das Rezept? Dreck, Salz, etwas mit Krankheitserregern infiziertes Wasser, ein wenig Margarine und viel Wut im Bauch! Auch ich war wütend, war empört über die ungerechte Aufteilung der Güter und der „Chancen“ unserer Erde, über die Ungerechtigkeit allgemein. Ich war wütend, weil mir der Blick auf die Uhr sagte, dass ich zurück in meine blitzsaubere Villa musste. Dorthin, wo mich ein gutgedeckter Mittagstisch erwarten würde. Zurück in ein klimatisiertes Büro, in dem ich von Menschen umringt sein würde, denen es jeden Tag in ihrem Leben gut ging. Die Idee, dieses Buch zu schreiben, keimte hier, in der absoluten Misere. (Thomas Gast)

(MINUSTAH = Mission des Nations Unies pour la stabilisation en Haïti – Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Haiti)

*

Weltweit zunehmende Bedrohungen und um sich greifender Terror haben den Autor Thomas Gast dazu veranlasst, die Krisenherde des 21. Jahrhunderts zu beleuchten.
Islamistische Terroristen mit ihrer Serie von schweren Anschlägen, der Vormarsch islamisch-terroristischer Gruppierungen mit den Auswirkungen auf Europa, insbesondere Frankreich und Deutschland, aber auch die sich immer mehr zuspitzende Krise in der Ukraine sind Themen des ehemaligen Elitesoldaten.

Terror im 21. Jahrhundert

Cover-Terror-final

Der Autor scheut sich nicht offene Worte zum zunehmenden Verfall der Moral, den Auswirkungen des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdo, den Epidemien wie HIV und Ebola und zur heutigen Kirche auszusprechen.
Gast bezieht auch Stellung zur israelischen Operation „Gegossenes Blei“ in den Jahren 2008 und 2009 und den damit verbundenen Konsequenzen für den Nahost-Friedensprozess.
Ein brisantes Themenbuch das Einblicke und auch Meinungen europäischer Sicherheitsexperten wiedergibt und einhergeht mit eindringlichen Warnungen vor einem europäischen Krieg.

EUROPASYMBOL

  • Inhaltsverzeichnis
  • Deutschland: ein zukünftiger Krisenherd?
  • Die Brutstätten menschlicher Wut
  • Terrorismus
  • Grenzübergreifender Terrorismus und wie wir damit umgehen könnten
  • Das Schlimmste ist die Verallgemeinerung
  • IS-Rückkehrer
  • Lebensfreude als Schutz vor Terrorismus
  • Sicherheitsdenken vs. Privatsphäre
  • Der Ukraine Konflikt
  • Zünglein an der Waage?
  • Die schmutzige Bombe
  • Nuklearterrorismus
  • LNG, die tickende Zeitbombe
  • Epidemien
  • HIV EBOLA
  • Dekadenz
  • Menschenhandel und Dekadenz im Namen Gottes
  • Von unnötigen Angriffskriegen und nötigen Interventionserfahrungen
  • Unsere Erde
  • Viele Fragezeichen, oder was Günter Grass mit „Gegossenes Blei“ zu tun hat
  • Eine ereignisreiche Zeit & Unser wahres Ich
  • ANHANG
  • Der längste Tag seines Lebens. Hinterhalt im Ouzbin Tal / Afghanistan 2008

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„Viele Fragezeichen, oder was Günter Grass mit „Gegossenes Blei“ zu tun hat“

Ob die Welt in Zukunft ein friedlicher Ort zu leben ist, entscheidet sich an drei oder vier aktuellen Krisengegenden unserer Erde. Israel und der Gazastreifen, bzw. die Palästinensischen Gebiete, gehören ganz sicher dazu. Um es mit den Worten von Schimon Peres zu sagen: „Ein Frieden mit den Palästinensern wird Häfen der Ruhe rund um das Mittelmeer öffnen. Die Pflicht der Führer ist es, Freiheit unaufhörlich zu verfolgen, auch angesichts der Feindseligkeit, des Zweifels und der Enttäuschung. Stellen Sie sich vor … was sein könnte, wenn!“

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„Ich selber bin ein alter Soldat, habe an einigen scharfen und an zahlreichen humanitären Einsätzen teilgenommen. Als ich jedoch die Bilder sah, die uns direkt täglich von Gaza zukamen, war selbst ich geschockt. Für mich hatte das mit Krieg nichts mehr zu tun, denn Krieg ist immer auch eine Sache der Ehre, spielt sich, so unsinnig dies auch klingen mag, auf menschlichen „Ebenen“ ab, von Gleich zu Gleich, von Soldat zu Soldat, von Armee zu Armee, dann aber auch gerne unbarmherzig. Hier aber, bei der Operation Gegossenes Blei, gab es diese Ebene nicht, hier war mehr im Spiel: Blinde Zerstörungswut und bloße Menschenverachtung! Es sah aus, als wollte man ganzes Volk vernichten, zumindest aber eine äußerst blutiges Exempel der Macht statuieren.“ (Thomas Gast)

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KKW

„Wer sich im Sicherheitsgewerbe auskennt, der weiß, dass der Transport gewisser Materialien und die Sicherheitskontrollen an unseren Grenzen, an Flug- oder Seehäfen, auch wenn immer sophistischer, kaum mehr ein großes Hindernis darstellen. Man muss nur gewisse Prozeduren kennen und sich der Bereitschaft einiger Insider (Sicherheitsmitarbeiter) versichern. Geld stößt alle Türen auf und gibt es moralische Hemmschwellen, so ist es eventuell nur eine Frage der Summe, diese zu beseitigen. Einmal die Augen zudrücken oder wegsehen für eine Fünf- oder sechsstellige Summe? Wenn man in Betracht zieht, dass in Deutschland sowie im restlichen Europa die Löhne für qualifizierte Sicherheitsmitarbeiter sich den Vorwurf Hungerlohn durchaus gefallen lassen müssen, wäre das nicht abwegig“ (Thomas Gast)

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„Die Terror- Gefahr kann auch andere Gesichter haben. Die eines LNG Tankers zum Beispiel, der mit 165000 m3 Flüssiggas an Bord einen europäischen Hafen ansteuert. Deutschland ist eines der Länder, das noch vom russischen Gas abhängig ist. Im Angesicht der Ukraine Krise jedoch und in Hinblick auf Alternativen suchen unsere Politiker längst nach anderen Lösungen. Flüssiggas aus Katar, Malaysia, Indonesien, aus dem Jemen, den USA, aus Algerien oder aus Westafrika (Nigeria) bietet sich an. Dazu bedarf es jedoch neuer Infrastrukturen (LNG Terminals), an unseren Häfen. „

LNG wäre nicht nur eine Alternative zum russischen Gas, sondern es wäre auch für die Schiffsflotte unerhört wichtig, weil es in naher Zukunft Schweröl als Schiffstreibstoff weitgehend ersetzt, was auch umweltfreundlicher wäre. Ich hole im Buch sehr weit aus, um die eventuellen Gefahren bildlich besser darzustellen.

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Afrika ist ein Kontinent, bestehend aus 1500 Mikronationen, wie ein Politiker aus Nigeria es einmal sehr schön und treffend beschrieb. Grenzen? Ja! Auf der Landkarte! Ich kannte Städte wie N’déle, Ndjamena, Bangui oder noch Brazzaville. Hier haben Europäer auf das was hinter den Caisses geschieht, keinen Einfluss, oder nur so viel, wie die Afrikaner ihnen tatsächlich gestatten.

„… die Schwarzmärkte in solchen Städten zu kontrollieren, ist unmöglich und Waffen mit denen sonntags noch in Libyen gekämpft wurde, konnte man Dienstags für eine Handvoll Diamanten in der Zentralafrikanischen Republik, im Tschad oder anderswo erstehen. Die Geschwindigkeit mit der Informationen (und Waren) über tausende von Kilometern die Runde machen, ist kaum fassbar. Große Geschäfte werden nicht in klimatisierten Büros am Computer abgewickelt, sondern in engen, muffigen Hinterstübchen ohne Klimaanlagen, ohne PC und ohne die bekannten Namen.“ (Thomas Gast)

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VORBEREITUNG

Was wir in unserer modernen Welt benötigen, ist das Gefühl der Sicherheit auf der einen, aber auch ein angenehmes freies und ungezwungenes Leben daheim (Privatsphäre) und in der Öffentlichkeit auf der anderen Seite. Dass Letzteres durch allzu starke Sicherheitsmaßnahmen beeinflusst werden kann, ist uns bekannt. Die Balance macht es aus. Wenn das Sicherheitsdenken unsere Freiheit zu sehr einschränkt, dann haben wir etwas falsch gemacht.

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Terror im 21. Jahrhundert

Cover-Terror-final

Hier geht’s zum Buch –

https://www.amazon.de/Terror-21-Jahrhundert-Thomas-Gast/dp/394328865X/ref=asap_bc?ie=UTF8

weiterführender Link-

 

 

 

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